Sabrina Fackler

Autoreninterview – Sabrina Fackler

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Sabrina Fackler interviewen zu dürfen.

Mein Name ist Sabrina Fackler und ich liebe es, in meiner Freizeit zu schreiben. Ich wurde am 25. Mai 1998 in Bayern geboren. Außer als Schreiberling bin ich vor allem als pferdeverrückt bekannt; über diesen Zeitvertreib kam ich auch auf die Idee zu meinem ersten Werk, Midnight Dancer, das ich mit vierzehn geschrieben und sechzehn veröffentlicht habe – mittlerweile ist das sechste Manuskript fertig. Ich habe drei kleinere Geschwister, die mit (mehr oder weniger) Begeisterung lesen, was aus meinem Füller quillt; darüber hinaus gibt es wohl über mich wenig zu sagen – ich liebe Sprachen, spreche außer Deutsch noch Englisch und Französisch und werde, wenn es sich ergibt, noch weitere lernen. Meine Faszination für Kampfkunst, Waffen, Natur, die Antike und vieles mehr spiegelt sich in meinen Büchern wider; allem voran jedoch begeistert mich Magie. Das muss nicht einmal so offensichtlich sein wie bei Fabelwesen und magischen Welten – für mich zählt gerade menschliche Interaktion, menschliche Gefühle und Handlungsweisen zu den interessantesten Themengebieten überhaupt. Ich liebe es, Figuren zu erschaffen, die auf irgendeine Weise ungewöhnlich sind – sei es so kantig und stark wie Kendra aus meinem zweiten Buch, „Gefährten wider Willen“, oder jemand mit einer unglaublichen Differenzierung zwischen Außen und Innen wie Lubica aus dem gleichnamigen Werk, die anderen so unglaublich selbstsicher und gelassen erscheint und dabei doch so selbstkritisch ist. Ich liebe es, diese Figuren dann in Kontext mit anderen treten zu lassen – oftmals mit Menschen, die sie aus ihrem gewohnten Alltagstrott herausreißen und dazu bringen, ihr gesamtes Weltbild neu zu überdenken. Es fasziniert mich zu erleben, wie meine Figuren sich auf einmal eigenständig machen und mich an Orte mitnehmen, die mir völlig neue Horizonte eröffnen; es fasziniert mich, wie selbst augenscheinlich „schwache“ Figuren in Momenten der Krise oder unter Druck über sich hinauswachsen und plötzlich Flügel bekommen.

Bibliographie:

Midnight Dancer (2014)
Kendra – Gefährten wider Willen (2015)
Lubica (2016)
Avlia (2016 – noch nicht veröffentlicht)
Sturmtochter (Januar 2017 – noch nicht veröffentlicht)
Bewildering City – Tränen des Glücks (Februar 2017 – noch nicht veröffentlicht)

Facebook

Hallo Sabrina, für dein Alter hast du ja schon eine schöne Schreibsammlung zusammen. Was sagen deine Freunde dazu, das du schreibst?

Die finden es cool. Denke ich.

Was machst du beruflich? Dazu hast du in der Kurzbiografie nichts geschrieben

Im Moment jobbe ich im Kino, im Herbst geht es ans Studium – habe im Juli letzten Jahres Abitur gemacht und war dann für ein paar Monate im Ausland, bzw. jetzt eben Geld verdienen.

Was studierst du dann?

Keltologie. In Wales.

Wie bist du auf Deinen Studiumswunsch und -ort gekommen? Welchen Berufswunsch verbindest du damit?

Mich faszinieren die keltischen Sprachen. Und die Mythologie. Und für den Beruf… Woher soll ich jetzt wissen, was ich in vier Jahren arbeiten werde? Ich mache einen Schritt nach dem anderen, sonst haut es eine Bewegungslegasthenikerin wie mich nämlich auf die Schnauze. Glaub mir, ich habs schon probiert. Ich hab ein paar vage Ideen, aber die brauchen noch Zeit zum Reifen. Und wenn es alles nichts wird – an der Kasse arbeiten kann ich dann immer noch.

Bewegungslegasthenie und Aikido? Das musst du erklären.

Eben deswegen mach ich das ja. Nö, war eher im übertragenen Sinn gemeint. Ich hab festgestellt, dass je genauer die Pläne, desto unwahrscheinlicher die Verwirklichungen. Also gehe ich einfach mal drauflos, freue mich, wenn es läuft wie geplant und staune, wenn was anderes kommt.

Sind deine Bücher über Verlag oder Selfpublishing veröffentlicht?

Das erste hatte einen Verlag , Nummer zwei und drei sind über Selfpublishing veröffentlicht. Für Nummer vier suche ich wieder nach einem Verlag.

Welcher Verlag wäre dir für Buch Nr. 4 der Liebste?

Loewe oder Oetinger.

Auf welcher Plattform hast du als Selfpublisher veröffentlicht und bist du mit der Plattform zufrieden?

Keine Plattform. In Zusammenarbeit mit einer Kreativagentur (gute Bekannte) ein Cover entworfen, größtenteils selber korrigiert und gesetzt und von denen drucken lassen.

Ist außer Nr. 4 schon Buch 5 in Planung?

Nummer 5 und 6 sind bereits fertig. Momentan schreibe ich an a) dem zweiten Teil von Kendra, b) einer Fantasy-Saga und c) ungefähr drei anderen Werken. Immer das, was mir gerade im Kopf rumschwirrt.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Einfach drauflos. Ich sehe irgendwas oder höre etwas, dann macht sich das in meinem Kopf selbstständig und ich grübele darüber nach. Das entwickelt sich irgendwie und irgendwann schreibe ich es auf. Meist eher später als früher.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Wie gesagt, einfach drauflos. Nicht unbedingt von Anfang an – hin und wieder habe ich eine bestimmte Szene im Kopf und muss sie einfach aufschreiben – der erste Kuss, ein besonders hitziges Wortgefecht, ein Satz oder Absatz, manchmal ist auch das Ende der Teil, der als Erstes niedergeschrieben wird.

Magst du kurz anreißen, worum es in deinen Büchern geht?

Alles, das, was mein verrückter Kopf sich andreht. Grob unterteilt: Pferdebücher (eher Richtung Kinderbücher, da stehen definitiv die Liebe zum Pferd, dem Landleben und der Freiheit im Vordergrund), Fantasy (gesamte Spannbreite, Romanzen, Abenteuer, Kämpfe, eigene Welten, …), Krimi (aber nix zu spannendes, auch keine Morde, eher seichtes Zeug) und dieses Zeug, das ich nicht benennen kann und irgendwie nirgendwo reinpasst…

Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben? Was brauchst du unbedingt, um in deine Welten eintauchen zu können?

Eintauchen??? Die sind einfach da, meistens dann, wenn ich mich eigentlich auf die Gegenwart konzentrieren sollte (ich sag nur, Abiturvorbereitung oder Abiturprüfungen – G/Sk und Mathe…) – aber Realität wird überbewertet…

Wann schreibst du? Hast du feste Zeiten oder schreibst du eher ‚zwischen Tür und Angel‘?

Unterschiedlich. Teilweise mehrere Tage am Stück wie besessen, früher meistens im Unterricht (besonders Mathe und Geschichte – aber ich konnte wirklich schreiben und dem Unterricht folgen. Das geht), mittlerweile in den Pausen im Kino oder daheim, wann immer ich Zeit finde.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Beides. Je nachdem, wo ich bin – daheim finde ich es etwas witzlos, ein Heft herauszukramen, weil ich ja alles wieder abtippen muss. Im Zug, bei der Arbeit, in der Schule et cetera in eines meiner geliebten Paperblanks.

Wieviele Seiten haben deine Bücher im Schnitt und wie lange schreibst du im Durchschnitt?

Zwischen zwei- und vierhundert Seiten, zwischen zweieinhalb Jahren (Erstling) und zwei Monaten (Nummer sechs).

Wie gehst du mit Störungen um?

Kommt drauf an. ich mach sie einen Kopf kürzer?

Gibt es ein Genre, in dem du nicht schreiben würdest / könntest?

Puh. Ich kann keine Kurzgeschichten schreiben. Horror, Thriller, Sachen ohne Happy End.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Alles mögliche. Aber in den „Lieblingsbücher“-Reihen stehe Cornelia Funke, Astrid Lindgren, Jenny Nimmo, Michael Ende, Otfried Preußler, J.K. Rowling natürlich, Tera Lynn Childs, …

Was liest du gern, wenn du nicht schreibst?

Kinderbücher. Oder Recherchesachen. Oder was anderes.

Du bist unglaublich effizient. Abitur, Sprachen, Hobby, schreiben. Wie organisierst du das?

Öh… Gar nicht?

Bewundernswert. ich versuche meine Zeit zu organisieren und schaffe immer nur die Hälfte.

Die Hälfte??? Ich schaffe höchstens ein Fünftel. Aber ich nehme mir einfach mehr vor, dann wird es plötzlich ein Viertel

Wie geht deine Familie mit der Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Meine Mama – total. Sie macht Werbung, ist total begeistert, manchmal fast zu sehr. Dadurch ergeben sich aber auch Unmengen Chancen, die ich ohne sie nicht hätte. Eine meiner Schwestern liest die Sachen und findet sie ganz cool; die andere hat sich bis jetzt davor gedrückt und die Männer (Papa und Bruder) erklären schlichtweg, dass das zu viele Wörter sind.

Hast du, neben Studium, Schreiben, Sprachen dann überhaupt noch Zeit für dein Hobby Reiten?

Noch studiere ich ja nicht… im Moment aber schon. Erst Samstag waren meine Schwestern und ich gemeinsam am Inn, Fotoshooting. Und Sonntag mit den kleinen Cousinen und den Pferden spazieren gehen.

Gibt es noch andere Hobbys?

Ich mache Aikido und bin grad dabei, mit meinen Geschwistern den nächsten Trailer zu planen/drehen/filmen/schneiden – auch sehr zeitintenstiv.

Ihr macht die komplett selbst? Also agiert ihr auch als „Schauspieler“?

Aber ich filme keine „ganzen“ Leute – da nehme ich den Lesern ja ihre Vorstellungskraft. Ich versuche, die Stimmung des Buches einzufangen und rüberzubringen – im ersten Trailer, für Avlia, haben wir barfuß laufende Füße gefilmt.

Du musst in die Wüste oder ins Packeis. Was nimmst du mit – keine Menschen bitte …

Eine magische Kette, mit der ich Al rufen kann – meine quasi allmächtige Heldin, ein Notizbuch und einen Füller.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon

Eines meiner Bücher verfilmen. Oder mehrere.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Nein, noch nicht. Aber ich würde (schwer realisierbar, schon klar) gerne selber aussuchen und da eher darauf gehen, was die Leute so machen – für die Pferdebücher also eher in einene Reitstall gehen und nachschauen, wer von denen sich eignen und spielen würde. Gerade für Kendra bräuchte ich definitiv jemanden, der Ahnung von Kampfkunst hat – da geht es nicht um die Bewegung, sondern um die Philosophie, die sich unterbewusst in der Haltung und Selbstachtung wiederspiegelt. Das würde ich gerne rüberbringen.

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Äh… Meine Mama findet die. Und bringt sie gezielt zur Strecke. Widerstand zwecklos.

Hattest du schon Lesungen?

Nur eine, in der Stadtbücherei bei uns. Aber ich hab schon zwei Unterrichtsstunden gehalten – bei mir an der Schule, nach dem Abi. Diese Woche müssten drei Zeitungsartikel erscheinen, in näherer Zeit ein Radiointerview.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Schokolade, Besserwisserei, Schokolade, Schokolade – hab ich die Schoko schon erwähnt?

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Ja, Facebook, Radio, Zeitung.

Wie ist die Resonanz deiner Leser? Wie gehst du mit Kritik um?

Kritik? Ich schau es mir an und versuche, ernsthaft darüber nachzudenken. Aber ehrlich gesagt schreibe ich in erster Linie, um die Sachen aus meinem Kopf zu bekommen.  Und die Sachen sind halt auf genau diese Art in meinem Kopf – klar kann ich noch ein bisschen rumfeilen, aber die Grundstimmung bleibt bestehen. Die kann und will ich nicht ändern.

Hast du ein spezielles Leserpublikum?

Ich habe fünfjährige Leser, neunzigjährige und einen Haufen dazwischen. Meine Bücher sind ja auch thematisch/genremäßig ziemlich unterschiedlich – der gemeinsame Faktor ist nur das Happy End.

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Im Moment laufen Zaz und Kendji Girac. Komplett durcheinander – Klassisches, Orchestral, italienische/deutsche/… Schlager, Opern, die Charts, Blasmusik, Rap (nur nicht deutsch).

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

Such ich mir jemanden, der das kann, und bedrohe ihn mit einem Messer, bis er es für mich tut. Oder ich lebe einfach glücklich mit den Stimmen in meinem Kopf.

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Nö. Entweder kann man es oder nicht.

Lektorat / Korrektorat?

Such ich noch.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Da würde ich mir ganz lange Zeit lassen. Ein gesundes, langes, glückliches Leben, dass ich den Menschen auf meinem Weg ebenfalls ein bisschen Glück oder Unterstützung geben kann und dass ich immer wieder irgendwoher die Kraft finde, aufzustehen und meinen Weg zu gehen bzw meine Träume in Angriff zu nehmen.

Du müsstest in drei Worten dein Buch beschreiben. Welche drei Worte wären das?

Kann ich nicht.

Wenn du schon Buch 5 und 6 in Arbeit hast, scheinst du bis zur Rente einen Rekord im Kopf zu haben. Wieviele Bücher planst du? 10000? Gehts ins Guiness Buch der Rekorde als Autorin mit den meisten Veröffentlichungen?

Schön wärs. Mal im Ernst – wenn ich so schnell schreiben könnte, gerne. Die Ideen (ich rede jetzt von fertig ausgereiften Büchern, die nur noch nicht geschrieben sind), haben kürzlich die Fünfzig-Stück-Marke überschritten.

Es verschlägt dich in eine deiner Welten. Du hast nur die Fähigkeiten, die du auch hier hast, Was würdest du tun?

Rumlaufen, Staunen, Staunen, Staunen. Fremdsprachen lernen, reisen, so viel sehen wie möglich. Tagelang mit irgendeinem Pferd unterwegs sein. Fliegen (auf einem Drachen), mir eine Bibliothek suchen und lesen, lesen, lesen. Das Wissen genießen, dass diese Welt nicht auf ewig verdammt ist – weil ich sie geschaffen habe. Althea treffen und sie bitten, mir so viel über Kampfkunst beizubringen wie irgend möglich!!

Wie bist du auf das Autoren_Netzwerk gestoßen und was gefällt dir an der Gruppe nicht?

Ich finde die Gruppe toll. Ist die einzige FB-Gruppe, auf der ich mehr Zeit verbringe, ehrlich gesagt.

Liebe Sabrina, vielen Dank für das tolle Interview, hat Spaß gemacht mit dir. Weiterhin viel Erfolg und erhalte dir dein Selbstbewusstsein.

Dieser Beitrag wurde unter Autoreninterviews abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.