Louise Bourbon

Autoreninterview – Louise Bourbon

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Louise Bourbon zum Interview begrüßen zu dürfen.

Mein Name ist Louise Bourbon, und ich habe französische Wurzeln. Dies und die Tatsache, dass ich von frühester Kindheit an gern gelesen und geschrieben habe, haben mein Leben geprägt.
Ich habe viel Zeit mit meiner Großmutter verbracht, die neben einigen anderen Dingen die Liebe zur französischen Sprache, Geschichte und zu Büchern vermittelte.
Zum Glück war sie Bibliothekarin, und damals war es noch erlaubt, dass sie die Bücher, die die Bibliothek aussortiert hatte, mit nach Hause nehmen durfte. Ich betrat eine Welt der Schätze, – und einen meiner liebsten Schätze besitze ich immer noch, nämlich Bände aus der Reihe „Wissen“, wunderbar für Kinder aufbereitet und wunderschön bebildert. Diese Reihe und historische Chroniken begleiteten mich, als ich noch nicht einmal lesen beziehungsweise nur einzelne kleine Worte buchstabieren konnte. Doch ich ahnte schon, dass die Fähigkeit des Lesens ein Schlüssel sein würde, der mir neue Welten erschließen könnte. Zum Unglück meiner Grundschullehrerin beherrsche ich beim Eintritt in die Schule nicht nur das Alphabet, sondern konnte auch die ersten Worte lesen und schreiben. Leider hatte man zu dieser Zeit noch nicht wirklich Verständnis dafür, und die Dame hat erheblich versucht, meinen Eifer zu bremsen, während meine Großmutter erheblich versuchte, ihn auf keinen Fall zu bremsen. Zum Glück gewann meine Großmutter die Auseinandersetzung.
Meine erste „Begegnung“ mit Louis le Grand hatte ich, als ich im jugendlichen Alter von ungefähr fünf oder sechs Jahren an einem verregneten Sonntag in der Bibliothek meiner Großmutter in einem „Bildband zur europäischen Geschichte“ blätterte und auf das bekannte Bild von Hyacinthe Rigaud aus den Jahren 1701/02 stieß. Und da saß ich und starrte. Ich bin noch ohne Internet und Multimedia groß geworden, und so war dieses Bild lange Zeit das einzige mir bekannte Bild des Königs. Als ich dann im Alter von zwölf oder 13 Jahren so weit war, auch über den König lesen zu wollen, zuvor haben mich die Erzählungen meiner Großmutter über ihn begleitet, stand ich vor dem Problem, dass es in Deutschland erschreckend wenig Material gab. Wenn doch, das musste ich einige Jahre später feststellen, wurden die französischen Quellen unzureichend zitiert und zum Teil sogar falsch übersetzt.
Wieder war es meine Großmutter, die mir ein Buch in die Hand drückte und einfach sagte: lies. Vincent Cronin, Der Sonnenkönig. Ich verschlang das Buch fasziniert, und obwohl Cronin in vielen Teilen der offiziellen Geschichtsschreibung folgt, meldet er an anderen Stellen doch Zweifel an. So habe ich bei ihm den ersten Hinweis gefunden, dass das vorgebliche Monogramm des Königs, die beiden in einander verschlungenen L, ihm und Louise de La Vallière galt. Damit wären wir bei meiner Protagonistin. Warum sie?
Nun, diese und eine weitere Biografie über den großen König prägten meinen Weg. Denn in beiden wurde er ausgesprochen positiv bewertet, ein großartiger Staatsmann, ein liebenswürdiger Mensch mit Witz und Humor – und, das wird auch geschrieben, mit großer Treue gegenüber denjenigen, denen er gewogen war und die ihm Loyalität bewiesen. Die vorgeblichen Frauengeschichten passen nicht sonderlich gut dazu.
Dann kam ich in die neunte Klasse, und im Geschichtsunterricht wurde der „Absolutismus“ behandelt. Ich war schockiert. Quellen, aus dem Zusammenhang gerissen, bemühten sich, den König als sogenannten absoluten Herrscher darzustellen, inklusive des Leitsatzes „L’État c’est moi“, häufig auch noch falsch geschrieben: état. Nun, L’État ist der Staat, l’état bedeutet schlicht: Zustand. Mit dieser Schreibweise wird der Sinn erheblich entstellt. Abgesehen davon, dass der König diesen Satz nie gesagt hat und auch den Begriff Absolutismus nicht kannte, diente der Geschichtsunterricht lediglich einer Sache: anhand der Regierung des Königs herzuleiten, dass die französische Revolution eine gute Sache war. Das wollte mir so nicht gefallen. Das nächste Buch kam ins Haus, „1789“ von André Lefebvre, während eines Frankreich-Aufenthaltes erworben. Und er zeichnet ein ganz anderes Bild zur französischen Revolution, und gesteht dem König ebenfalls seine Qualitäten zu. Und da beschloss ich: ich will nicht nur über den König lesen, ich will auch über ihn schreiben. Mein leichtsinniges Ziel mit 16 oder 17 Jahren: sein Bild hier in Deutschland geradezurücken. Doch bevor man schreibt, muss man noch mehr lesen. Mein Taschengeld ging fortan tatsächlich nur noch für Bücher und Literatur aus der Börse. Trotz Schule und dieser zeitaufwändigen Leidenschaft suchte ich mir eine Arbeit, um mehr Geld zu Verfügung zu haben, um dieses wiederum in Bücher oder Bilder investieren zu können. Später kamen auch noch CDs dazu, zur damaligen Zeit unermesslich teuer, natürlich mit meiner geliebten Barockmusik.
Bei meinen Recherchen kann mir wieder vermehrt besagtes Bild unter die Augen. Auffällig ist, dass Rigaud dem Alter Rechnung getragen hat, indem er auf den erstaunlich jugendlich anmutenden Körper ein altes Gesicht gesetzt hat. Die eingefallenen Wangen, Folge der Zahnentfernungen und des zertrümmerten Gaumens, Beweis des Könnens der königlichen Leibärzte, die leichten Pockennarben, die müden Augen, der resignierte, fast Trauer ausstrahlende Blick passen nicht zur Vorstellung von einem Herrscherbildnis. Eine Merkwürdigkeit gesellte sich hinzu, als ich eine Version dieses Bildes in Herrenchiemsee sah.
In Frankreich stieß ich dann endlich, zum Teil in Antiquariaten, auf französische Quellen. Mir ging das Herz auf. Ich bemerkte, dass die französischen Quellen von ganz anderen Dingen ausgingen als die deutschen, aber auch hier gab es Diskrepanzen: während Louis XIV im 17. und auch im 18. Jahrhundert durchaus positiv bewertet wurde, änderte sich dies in den Quellen des 19., 20. und zum Teil auch des 21. Jahrhunderts. Die häufigen Widersprüche, die ich fand, weckten erst recht meine Neugier.
Dies ist der Beginn einer Reise, die noch immer kein Ende gefunden hat, und die seit mittlerweile fast 25 Jahren mein Leben bestimmt. Mein erstes Buch, „Die Sonnenkönigin – Frankreichs vergessene Königin“ ist mittlerweile in einer neuen Auflage bei Lysandra Books Verlag erschienen, zudem habe ich eine neue Übersetzung der Märchen von Charles Perrault vorgelegt und um einige Anekdoten der damaligen Zeit ergänzt. Für mich spannend: Perrault webt die tatsächlichen Geschehnisse am französischen Hof in seine Geschichten ein. Und nun ist der zweite Band der Sonnenkönigin in Vorbereitung und wird unter dem Titel „Die Sonnenkönigin – Louises Lächeln“ im Mai oder Juni bei Lysandra Books Verlag erscheinen. Ich freue mich schon sehr darauf.

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Ich hoffe das Wetter ist besser in Frankreich.

Lauschige 22°, Sonne, blauer Himmel. Könnte nicht besser sein!

Wo liegt Blois genau?

Quasi mitten in Frankreich, im wunderschönen Tal der Loire. Blois war zu Zeiten, du würdest sagen, Altertum, Königsstadt, und unter anderem der Ort, an dem meine Protagonistin ihre Jugend verbracht hat.

Und klopft dein Herz bis zum Hals vor Aufregung? 

Zum Glück klopft mein Herz immer! Aber im Augenblick hält es sich noch in Grenzen. Ich habe Rotwein und Schokolade. Also bestens ausgerüstet.

Bist du unter anderem wieder auf Recherche oder nur privat?

Im Augenblick sitze ich über den Lektorat von Bd. 2. Der soll ja im Mai oder Juni erscheinen, und mich zieht es für das Lektorat grundsätzlich immer nach Frankreich, habe ich festgestellt. Im übrigen ist das wirklich spannend, denn ich mache dieses Mal das Lektorat ebenfalls an den originalen Orten. Ich habe heute Mittag schon mit dem Laptop auf dem Hof des Château de Blois gesessen.

Sollte dein Buch je verfilmt werden, wen siehst du in den Hauptrollen?

In jedem Fall und ganz definitiv würde ich das Casting selbst machen. Nein, nicht würde, ich mache das Casting selbst. Sonst werden die Hauptrollen wieder mit langhaarigen Schmierlappen und nicht sonderlich intelligenten Blondinen besetzt. Nein, wirklich nicht. So, Kostüme mache ich am besten auch selbst. Und das Make up. Und die Ausstattung. Am besten den ganzen Film. Vielleicht startest du schon einmal einen Spenden-Aufruf

Wie bist du zu der Idee, dem Thema, dieses Buch zu schreiben, gekommen?

So, während ich warte, versuche ich mal eine Antwort. Ich habe ja einen Teil meiner Jugend in Frankreich verbracht, und dort ist die Darstellung, insbesondere des Königs, wirklich eine andere als hier in Deutschland. Als ich dann in Deutschland zurück war, hier im Geschichtsunterricht saß, war ich total entsetzt über diese Diskrepanz. Und habe mir da schon gesagt: Nein, gefällt mir nicht, also schreibe ich selbst. Mit Geschichte befasst habe ich mich übrigens schon zuvor. Mir ist kürzlich noch ein Aufsatz von mir in die Hände gefallen, der nachher ungefähr 60 Seiten hatte, und die Teilung des fränkischen Reiches zum Thema hatte. Als ich das geschrieben hatte, war ich ungefähr 13. Und dann habe ich mit meinem Recherchen begonnen, und kam über Louise de La Vallière nicht hinaus. Und was mir da aufgefallen ist: immer, wenn über sie berichtet wird, sind es immer die selben wenigen Quellen. Und meistens ist die Darstellung auch nicht besonders freundlich. Auch das hat dann dazu geführt, dass ich nachgeschaut habe, weil die Äußerungen diverser Zeitgenossen einfach nicht zu den Standardsätzen gepasst haben. Das gerne vertretene Urteil: blond, bisschen naiv, nicht allzu helle, wird ihr absolut und in keiner Weise gerecht.

Und ich glaube, ich bin ein wenig wie ein Trüffelschwein. Ich habe die Widersprüchlichkeiten bemerkt, bin dann auf andere Dokumente gestoßen, und das hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Es lässt mich immer noch nicht los. Und ich stelle fest, es tauchen auch immer wieder neue Dinge auf. Der Vorteil im Augenblick, im Gegensatz zu den letzten 20 Jahren, oder den ersten zehn davon, ist die Möglichkeit der Vernetzung. Man findet sehr viel schneller und eher Personen, die man befragen kann.

Du bist ja bei einem Verlag, und für mich ist die Frage bist du zufrieden damit? Und ich meine nicht, dass ihr euch versteht und du dich nicht so kümmern musst, sondern bist du zufrieden mit den Verkäufen? Und wo verkaufst du mehr, online oder im Buchhandel?

Ja, bin ich. Beziehungsweise, natürlich wären Verkäufe im zehntausender, hunderttausender, Millionenbereich natürlich besser. Aber dadurch, dass ich nun die Möglichkeiten zu Lesungen habe, wir auch auf der Buchmesse präsent waren, habe ich definitiv eine andere Wahrnehmung draußen als vorher als Self Publisher. Das klingt jetzt etwas hart: aber ich persönlich habe das Gefühl, dass historische Romane nicht das bevorzugte Genre bei Facebook sind. Und das war vorher meine einzige Präsenz. Durch den Verlag hat sich das geändert, und das ist für mich spürbar. Ich würde sagen, definitiv mehr online. Was aber auch damit zusammen hängt, dass ja auch kleine Verlage im Buchhandel nicht unbedingt vertreten sind. Aber ich persönlich habe auch durch den Verlag unglaublich viel gelernt. Mit der Self Publisher Ausgabe habe ich einige Fehler gemacht, und ich war viel zu wenig informiert über Cover Gestaltung, rechtzeitiges beginnen mit Werbung, oder auch dem Veranstalten von Lesungen. Insbesondere was das angeht, hat meine Verlegerin da auch tolle Orte ausgesucht, die immer prima zum Thema passen. Zudem habe ich vor, an einigen Wettbewerben teilzunehmen, und auch das ist als Self Publisher nicht unbedingt möglich. Da ist die Unterstützung eines Verlages Goldwert.

Wie findest du deine Leser?

Ich hatte schon alles mögliche dabei. Mir schrieb mal jemand, dass er auf mein Buch gestoßen ist, weil er sich bei Amazon bei der Eingabe eines Titels vertippt hatte. So etwas finde ich natürlich interessant. Ansonsten würde ich sagen, Messe Präsenz, die war wirklich wertvoll, und das, was ich außerhalb von Facebook noch mache. Ich bin ja in vielen Foren unterwegs, und betreibe einige Blogs.

Bist du weiter auf Frankreich fixiert oder wirst du auch mal fremdgehen?

Allerhöchstens Spanien. Wobei das bei mir kein fremdgehen ist, sondern auch in den Bereich Recherche fällt. Aber Frankreich ist und bleibt meine große Liebe. Ich schließe noch an, relativ zeitnah werde ich wohl auch nach Kanada müssen. Beziehungsweise auch in die USA. Aber das dient dann auch wiederum der Recherche. Ich bin eben wirklich lieber selbst vor Ort, anstatt mir Dokumenten Kopien oder so etwas schicken zu lassen.

Wann wird es ein Buch über Ludwig den zweiten geben?

Ja, das wüsste ich auch gern. Zum einen ist es ja so, dass ich von Band zu Band der Sonnenkönigin immer mehr über seine Geheimnisse erzähle. Sagen wir, der junge Mann ist etwas verhalten. Ob ich irgendwann parallel schreibe, denn die Sonnenkönigin entwickelt sich zu einem Epos, oder ob ich das wirklich erst abschließe und er dann sein Buch bekommt, das weiß ich im Augenblick noch nicht. Aber er bekommt eines, das ist sicher.

Ich durfte auf der Leipziger Buchmesse dein tolles Kostüm bewundern! Nähst du die selbst?

Nein, zum Glück nicht! Handarbeiten kann ich nicht. Definitiv nicht. Ich glaube, meine Mutter ist die einzige Frau, die einen selbst gemachten dreieckigen Topflappen besitzt, weil ich das in der Schule mal machen musste. Meistens entweder durch den Theaterfundus, oder bei besser ausgestatteten Kostümläden, und zwei habe ich, die habe ich mir anfertigen lassen. Die sind aber so kompliziert anzuziehen, dass ich das mit meinem gebrochenen Arm nicht hinbekommen hätte. Deshalb hatte ich in Leipzig auch nicht die halbe Garderobe dabei .

Wo bist du bei Recherchen am erfolgreichsten, wo liegen die besten Quellen?

Was heißt, wo bin ich am erfolgreichsten? Meinst du das örtlich? Natürlich ist in Frankreich die Quellenlage um einiges besser als in Deutschland. Zumal ich festgestellt habe, dass die deutschen Quellen zum Teil an der Übersetzung extrem gelitten haben. Ob Absicht oder Versehen, möchte ich hier gar nicht beurteilen. Zum Teil werden die deutschen Quellen auch sehr aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben. Das ist mir insbesondere bei meinem Studium aufgefallen. Das sieht natürlich in Frankreich anders aus. Ansonsten muss ich sagen, dass man Quellen wirklich durch halb Europa verteilt findet. Und nicht nur dort, auch außerhalb des europäischen Raums. Und manchmal sogar dort, wo man sie gar nicht erwarten würde.

Das klingt spannend. hast du ein Beispiel?

Ja, beispielsweise einen nicht veröffentlichten Brief in einem kleinen Stadtarchiv, hier ganz in der Nähe. Ich bin ja nicht weit weg von Louises Heimat Ort, und dort gibt es einige, die quasi historische Dokumente als Liebhaberobjekte sammeln und konservieren. Ich durfte keine Fotos machen, aber der Herr war so freundlich, mich einige Zeit mit dem Brief alleine zu lassen. Ich habe notiert wie eine verrückte.

Ich finde es großartig, dass du konsequent deine , wie soll ich sagen, ‚Masche‘, nie dein Gesicht zu zeigen, durchziehst. Das ist echt der beste PR Weg. Ich könnte das nie. Gratuliere, und das meine ich total ernst.
Aber wie bist du darauf gekommen?

Eigentlich gar nicht darauf gekommen. Für mich ist das auch keine Masche, auch kein Konzept, sondern es war ursprünglich einfach ein origineller Einfall. Ich mache ja auch barocken Tanz, deshalb die entsprechende Menge an Kostümen und natürlich auch Masken, weil ich an solchen Veranstaltungen ja auch teilnehme. Außerdem bin ich durch meinen Brotberuf empfindlich, was Bilder im Netz angeht, da habe ich zu viel Blödsinn mitbekommen. Und deshalb ist mir das mittlerweile eine lieb gewonnene Gewohnheit.

Wird es je ein Buch geben über den Korsen, dessen Namen wir nicht nennen?

Sagen wir, ich bin kein Freund von Büchern, in denen man genau merkt, dass der Autor den Protagonisten quasi zum Antagonisten erklärt. Da der Herr und ich nicht auf gutem Fuß miteinander stehen, überlasse ich das gerne anderen. Sagen wir, ich würde wahrscheinlich kein gutes Haar an ihm lassen, und meine Objektivität wäre extrem eingeschränkt. Also lassen wir das lieber mal sein. Von meinen gesundheitlichen Folgen ganz abgesehen.

Wie viele Folgebände hast du mittlerweile geplant?

Ernsthaft, das macht mir selbst Angst. Ursprünglich sollte das ein Buch werden. Über den König eigentlich. Dann habe ich die Planung auf drei erweitert, und jetzt stelle ich fest, das wird auch nichts. Vielleicht zehn oder 20 oder … aber ernsthaft, zehn halte ich mittlerweile nicht mehr für unwahrscheinlich.

 

Wie bist du zum ersten Mal über Ungereimtheiten gestolpert?

Ich versuche das gerade im Kopf in eine Reihenfolge zu bringen. Am Anfang waren es eigentlich viele Kleinigkeiten, ich hatte ja schon einmal gesagt, dass ich ursprünglich über den König schreiben wollte. Deshalb bin ich ja nach dem Abitur nach Frankreich gegangen, um meine Recherchen zu vertiefen. Da ist mir dann insbesondere schon in der Sekundärliteratur aufgefallen, dass die Aussagen sich widersprochen haben. So etwas weckt grundsätzlich mein Interesse. Und dann bin ich, auf dem Blog habe ich die ausführliche Variante erzählt, in einer Stadtarchiv auf eine ganz merkwürdige Urkunde gestoßen, in der wortwörtlich enthalten war: Der König traf die Entscheidung, weil die Dame de La Vallière es so wollte. Der Satz ist übrigens in mehrerlei Hinsicht wirklich interessant, nun ja, im ersten Augenblick vielleicht nicht außergewöhnlich. Aber das Datum des Dokuments auf 1685, das hat mich dann stutzig gemacht.

Wirst du auch einmal etwas anderes schreiben?

Da hätte ich vor einem Jahr noch gesagt, nein. Mittlerweile liegen ja die Perrault-Märchen in meiner Übersetzung vor, und ich möchte liebend gerne auch noch die Märchen von Louise selbst in Deutschland bekannt machen. Darüber hinaus ist ein ganz großer Traum von mir, die vollständige Übersetzung der Dumas-Bände aus dieser Zeit heraus zu bringen, denn die bisherigen deutschen Fassungen sind alle gekürzt. Dann habe ich mich mit der lieben Alex, Küsschen, ja schon an einem modernen Märchen versucht, und das hat auch unglaublich viel Freude gemacht. Und mit ihr zusammen wird es wohl noch eine kleine Überraschung geben. Dazu sage ich aber nicht viel mehr.
Ach so – und ich glaube, meine Verlegerin hat die Idee mit meinem Zeitreiseroman ernst genommen …

Wirst du bei Lesungen ebenfalls mit Maske auftreten? Besteht jemals die Möglichkeit, dass du sie ablegst?

Das habe ich doch schon gemacht! Ich hatte bisher ja nur eine, aber bei dieser bin ich auch im Kostüm und mit der Maske erschienen. Mittlerweile habe ich gesagt: ja, wenn der letzte Band geschrieben ist, dann lege ich offiziell die Maske ab. Im Augenblick ist sie mir Symbol dafür, dass die wahre Geschichte noch nicht vollständig enthüllt in der Welt ist.

So die Fragen aller Fragen – Wie kommst du nur immer nur auf die Namen deiner Protagonisten?

Wegen dir habe ich gerade fast meinen Rotwein verkleckert [lacht].

Um auch alle anderen aufzuklären: diese Frage wurde mir tatsächlich einmal in einem Autoren Fragebogen gestellt. Ich war natürlich etwas fassungslos, und schrieb dann die freundliche Antwort: die kommen aus dem Geschichtsbuch, meine Protagonisten bringen ihren Namen freundlicherweise schon mit. Ich hatte übrigens tatsächlich auch einmal in einer Rezension die Anmerkung: vielleicht wären anderen Namen als Louis und Louise zur Unterscheidung ein bisschen besser. Es tut mir leid, aber das ist schwer möglich. Ernsthaft, das hat mir ein Verlag vorgeschlagen, als ich auf Verlagssuche gegangen bin. Frankreich war offenbar für ihn nicht ganz so interessant, und es kam allen Ernstes der Vorschlag, die Handlung nach Deutschland zu verlegen. Klar, gar kein Problem. Dann hätte ich die Geschichte tatsächlich umschreiben müssen.

Weil du grade auf deinen Brotberuf zu sprechen kamst. Was arbeitest du denn neben dem Schreiben? 

Ich fasse mich ein bisschen kurz, wenn das in Ordnung ist. Hat einfach damit zu tun, dass ich selbstständig bin und nicht jeder Kunde begeistert darüber ist, dass ich schreibe. Ich baue Datenbanken und Suchportale auf.

Louise Bourbon, ist das dein Künstlername?

Nein. Louise ist einer meiner Vornamen, Bourbon ist mein Ehename.

Wie gehst du bei der Recherche vor?

Ist auch wieder komplex zu beantworten. Mittlerweile ist das einfacher als früher. Warum? Weil ich das ja mittlerweile schon seit über 20 Jahren mache, und man hat dann irgendwann ein Netzwerk. Deshalb verzögert sich im Augenblick auch der zweite Band. Der war ja eigentlich schon vor der Leipziger Buchmesse geplant, und dann war ich mitten im Schreiben, als mich eine Nachricht aus Frankreich erreichte, die mich dazu gebracht hat, mich sofort ins Auto zu setzen und nach Frankreich zu fahren. Ansonsten ziehe ich alles zur Recherche hinzu, was man sich nur denken kann. Von Münzen aus der entsprechende Zeit über Betrachtung der Bilder, ich hatte zum Beispiel mal ein sehr interessantes Treffen mit einem Kunstfälscher, da ich davon ausgehe, dass auch viele Bilder angepasst worden sind, bis hin zum Konsultieren der originalen Quellen aus der entsprechenden Zeit. Man braucht wirklich Menschen, die helfen, und die unterstützen. Und auch, sagen wir, bereit sind, nicht immer ganz so bürokratische Wege zu gehen.

Was inspiriert dich zum Schreiben?

Das ist sogar fast schon schwierig zu beantworten. Schreiben war schon immer eine Leidenschaft von mir. Ja, die klassische Autoren-Antwort, seit der Grundschule, mindestens. Geschichte war ebenfalls eine Leidenschaft von mir, und als mir dann die ersten, sagen wir, unterschiedlichen Berichterstattungen in Deutschland und in Frankreich aufgefallen sind, habe ich zunächst einmal nur das notiert. Dann wurde quasi mein Lebensprojekt daraus. Und mittlerweile muss ich sagen, ich bin unglücklich, wenn ich nicht schreibe. Ich muss das einfach tun.

Wie würdest du folgenden Satz vervollständigen? „Schreiben ist für mich …“

… meine Liebe, meine Leidenschaft und mein Leben.

Hast du nebenbei noch Hobbies?

Ja, sogar relativ viele! Ich musiziere und singe ja mit Leidenschaft. Natürlich auch bevorzugt die barocke Musik, die Airs de Cour, beispielsweise. Darüber hinaus mache ich ja auch noch den Tanz. Einige davon haben mich zu meiner Lyrik inspiriert, und vielleicht mache ich auch noch einen kleinen Lyrikband. Außerdem, nicht lachen, spiele ich gerne Billard. Nicht gut, aber sehr gern. Essen geht glaube ich nicht als Hobby.

Wie kommt dein Mann mit deinem Autoren Leben und den teilweise unorthodoxen Schreibzeiten klar?

Absolut gelassen und unterstützend in jeder Weise. Und ich muss sagen, mit einer ganzen Menge an Humor. Als ich kürzlich wieder nachts um halb Zwei murmelnd über einem Notizbuch gesessen habe, sagte er nur: wer ist es, die redselige Prinzessin? Dann sag ihr einen schönen Gruß von mir, und sie soll nicht die ganze Schokolade aufessen. Die nächsten zwei Tage wird nicht eingekauft.

Was können wir von Band 2 erwarten? Was steht da drin, was in Band 1 fehlt?

Der Band Eins ist ja so etwas wie ein Prequel. Vielleicht findet ihr das merkwürdig, aber ich hatte ursprünglich mal das als Bd. 1 geplant, was jetzt Bd. 2 ist. Und ich hatte immer die Sorge, weil ich ja auch gesehen habe, dass ich immer mehr Bände produziert habe, dass ich die Geschichte nicht in kompletter Gänze in die Welt schicken kann. Deshalb habe ich den ersten Band quasi als Zusammenfassung der gesamten Geschichte verfasst. Der Bd. 2 jetzt befasst sich hauptsächlich mit der Jugend der beiden, dem ersten Kennenlernen, und den dahinein involvierten politischen Ereignissen. Und natürlich gibt es auch wieder ein paar Geheimnisse, über die ich erzähle.

Du lebst ja, wie wir erfahren durften, mit deinen Protagonisten unter einem Dach. Wie organisiert ihr euch im Alltag? Besonders die Prinzessin hat ja besondere Angewohnheiten …

Ich versuche ja die ganze Zeit, das Mädchen zu erziehen. Was im Moment etwas schwierig ist, weil Monsieur mir gerne erklärt: kümmere du dich, das ist deine Prinzessin. Also quasi allein erziehende Autorin mit Kind. Im Augenblick versuche ich gerade zu erklären, was die mitteleuropäische Sommerzeit ist. Das hat sie noch nicht so ganz verstanden. Und ich würde liebend gerne für sie Kindergeld beantragen. Die Dame hat nämlich einen Hang zu Schokolade. Zu meiner Schokolade.

Nimmt deine Familie dich jetzt, wo die Sonnenkönigin über Verlag läuft, ernster?

Ich muss ehrlich gesagt gerade lachen. Ich glaube, solange ich nicht wirklich davon leben kann, ist es für einen Teil meiner Familie leider nicht ernst zunehmen. Ich fürchte, das kommt wirklich aus dieser Grundeinstellung der Nachkriegs Zeit. Nur ein Einkommen oder etwas was ein Einkommen ermöglicht, hat auch einen gewissen Wert. Die sind eher erstaunt, dass ich so viel Zeit und so viel Mühe investieren, ohne dass sich das nennenswert auf meinem Konto bemerkbar macht.

Was fährst du privat für eine „Kutsche“? Vier Pferde oder acht?

Das muss ich meinen Mann fragen. Kutschen-Marken haben mich noch nie interessiert – Hauptsache das Ding ist bequem, hat einen Halter für meinen Kaffeebecher und die Möglichkeit, die Schokolade in greifbare Nähe zu packen.

Wird Teil 2 im gleichen Stil ( Rückblenden, Briefe etc. ) geschrieben sein? Oder wird es chronologisch?

Nein, es ist schon der gleiche Stil. Chronologischer als der erste Band, da ich in mehrere Teile aufgeteilt habe, beispielsweise einen mit Fokus auf die Jugend des Königs, einen weiteren auf die Jugend der Königin Louise, und dann der Teil, wo die beiden zusammenkommen. Aber da ja insbesondere die riesige Prinzessin im ersten Band die Herzen der Leser erobert hat, muss sie wieder mitmachen. Und Marie Antoinette und ihr Gatte als Moderatoren sind mir ebenfalls ans Herz gewachsen. Außerdem muss ich ja Stück für Stück aufrollen, wie der bayerische König zu den Informationen kam. Auch er ist wieder dabei und fasst einige Kernaspekte des ersten Bandes zusammen. Außerdem führe ich auch den ein oder anderen Protagonisten neu ein. Und auch den ein oder anderen Antagonisten. Und ich kann sagen, Kardinäle sind absolut nicht begeistert, wenn man sie unter die Erde bringen möchte.

Wie entspannt du ?

Ganz ernsthaft, das würde ich auch gerne wissen. Ich wollte eigentlich gestern ein bisschen mit dem Manuskript fortsetzen, da habe ich die Weisung meines Ehemannes erhalten: das einzige, was du heute darfst, ist dich in einem Gartenstuhl legen und vielleicht ein Buch lesen. Sonst nichts. Du siehst, ich werde also zur Entspannung gezwungen.

Warum diese Leidenschaft zu den Königshäusern Frankreichs. Was ist es, was zieht dich so magisch an? Es kann doch nicht nur sein, dass du Ungereimtheiten festgestellt hast. Ist da nicht doch noch etwas anderes?

Die Frage ist wirklich gut. Ich habe ja eine Großmutter mit französischen Wurzeln, und ich bin wirklich von frühester Jugend an von der historischen und literarischen Begeisterung meiner Großmutter angesteckt worden. Außerdem ist es so, dass meine Familie, also die meiner Großmutter, aus Frankreich wegen der französischen Revolution fliehen musste. Ich bin also immer schon mit diesem Stück Frankreich aufgewachsen, und es hat mich einfach erwischt. Die Langversion, warum ausgerechnet diese Epoche und was mich nicht losgelassen hat, gibt es auch auf dem Blog.

Du hast dein Recherchenetzwerk erwähnt-wie ist die Akzeptanz deiner Recherche in Frankreich? Besteht die Möglichkeit, die Sonnenkönigin in Frankreich zu veröffentlichen? Oder ist das ein heißes Pflaster?

Ich hoffe, beziehungsweise mein Verlag und ich hoffen, eine französischen Verlag interessieren zu können, der die Übersetzungsrechte erwirbt. Und ich hoffe ebenfalls ernsthaft, dass man mich da mitsprechen lässt, Über die Schwierigkeiten einer literarischen Übersetzung muss ich ja nicht so viel sagen wahrscheinlich. Die Reaktionen in Frankreich sind interessant. Ja, vielfach ist das ein heißes Pflaster. Ich habe schon von Leuten in nicht all zu geringen Positionen gesagt bekommen: Ja, wir wissen, dass da was schief läuft, aber wir trauen uns nicht, den Mund aufzumachen, dann sind wir den Job los. Ich bin aber immer wieder überrascht, wie viele tatsächlich entweder zweifeln oder Bescheid wissen. Im Augenblick ist beispielsweise in Frankreich gerade eine Diskussion darüber entbrannt, ob die offiziellen so genannten Memoiren des Königs tatsächlich vollständig von ihm stammen, und warum ganze Jahre fehlen. Auch die Diskussion über seinen biologischen Vater ist hier im Augenblick gerade wieder im Gange. Und ich hoffe wirklich, dass mit der Zeit auch andere an die Öffentlichkeit treten und sagen: da gibt es etwas, was anders ist als das was die offizielle Geschichte schreibt. Der letzte Brief des Bayern Königs ist ja auch auch nicht so lange veröffentlicht. Und über seine Furcht, umgebracht zu werden, habe ich ja geschrieben. Vor der Veröffentlichung dieses Briefes.

Welche deutsche Geschichtsselbstverständlichkeit würde ein Franzose nicht verstehen?

Das ist eine gute Frage. Eine kleine Anekdote habe ich da: die deutsche Bewunderung für Preußen oder insbesondere für Friedrich II kann man hier nicht unbedingt nachvollziehen. Es gibt im französischen eine Redewendung: travailler pour le Roy des Prusses – für den König von Preußen arbeiten, in der Bedeutung: die Arbeit war für die Katz. Das ganze kommt aus dem siebenjährigen Krieg, das Mächte-Verhältnis ist ja nur durch den Tod der russischen Zarin verschoben worden, deren Nachfolger ja die Seiten gewechselt und dadurch Preußen zum Sieg verholfen hat. Den preußischen König findet man hier also nicht ganz so glorreich wie in Deutschland. Außerdem: die Kartoffel, die Friedrich II in Europa, so wird es ja gerne berichten, eingeführt hat, war unter Louis XIV längst üblich. Ebenso das französische Schulwesen, das bereits durch Louis XIV begründet worden ist, ebenso wie die schriftlich festgehaltene Aufhebung der Leibeigenschaft. In der deutschen Geschichtsschreibung ist das alles preußisch.

Fühlst du dich eher deutsch oder französisch? Käme es für dich in Frage, ganz nach Frankreich zu ziehen?

Französisch, ganz klar. Und ja, möchte ich so schnell wie möglich.

Welche Ziele hast du noch hinsichtlich des Schreibens?

Zunächst einmal, dass ich all das geschrieben bekomme, was ich mir vorgenommen habe. Mein Sachbuch über die französische Revolution beispielsweise. Die Roman-Biographie zu Marie Antoinette. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Und dann natürlich ganz klar, ich gebe das ehrlich zu, der Bestseller. Warum? Mir geht es gar nicht um mich. Es geht mir darum, dass Frankreichs vergessene Königin ihrem Platz zurückerhält. Das ist mein größtes Ziel.

Welche Träume möchtest du dir noch erfüllen?

Zum einen möchte ich wirklich wieder nach Frankreich zurück. Ich fühle mich hier einfach zu Hause. Und am allerliebsten möchte ich an einem Landhaus Leben, das mir genügend Platz für eine Bibliothek und ein Musikzimmer erlaubt, und den ganzen lieben langen Tag schreiben.

Was brauchst du unbedingt zum Schreiben? Ich könnte mir den Rotwein und die Schokolade in Reichweite vorstellen, im Hintergrund zeitgenössische Musik.

Genau so läuft das. Rotwein und Schokolade sind unabdingbar, die barocke Musik ebenfalls. Wenn ich richtig in Stimmung bin, singe ich sogar mit. Ich glaube, meine Nachbarn wissen jetzt auch, dass das te Deum von Charpentier mehr als nur diese vier Takte Eurovisions Musik ist. Und, nicht lachen, ich kleide mich gerne in die passenden Gewänder. Außerdem Notizbuch und Füller. Ich schreibe ja gern an den originalen Orten, da kann ich diesen ganzen Aufwand natürlich nicht machen. Aber da brauche ich eben mindestens Notizbuch und Füller.

Drei Dinge, keine Menschen, die du mit ins Packeis nehmen würdest.

Ich weiß sogar noch, was ich im ersten Interview gesagt habe! Aber ich glaube, ich habe damals die Kerzen vergessen. Die müssen also auf jeden Fall mit. Und ungefähr 700.000 Notizbücher und Tinte. Ich weiß ja nicht, ob ich so schnell Nachschub kriege. Und wie immer, ich gehe nicht alleine.

Thema Zeitreiseroman. Was würde der König sagen, müsste er einen Tag in der heutigen Zeit verbringen?

Wahrscheinlich nur: Mon Dieu. Ich gestehe, ich hätte jetzt schon Mitleid. Und ich würde wirklich hoffen, er würde dem ein oder anderen Politiker mal die Leviten lesen. Stelle ich mir unglaublich amüsant vor. Und ich sitze daneben mit Notizblock und Stift und schreibe das alles auf. Und ich glaube, der arme Mann würde verhungern. Dieses ganze chemische Zeug, das kann ja nicht gesund sein. Und wahrscheinlich würde er sich fragen, warum man sich nicht einfach mit Wasser und Seife wäscht, sondern stattdessen Duschgel und das ganze chemische Zeug benutzt. Und ich fürchte, man würde die Türen etwas größer machen müssen. Bei einem knappen Meter 90 Körpergröße, rechnen wir noch ein paar Absätze und die Perücke darauf, dann wird es wahrhaft eng für ihn. Himmel, mir kommen gerade ein paar wirklich lustige Ideen!

Welche Frage würdest Louis gerne mal stellen? Welche Louise?

Vom König würde ich mir eine Einschätzung der derzeitigen politischen Lage ausgesprochen spannend vorstellen. An Louise – das ist komplizierter. Vielleicht, ob sie manche Dinge anders machen würde, wenn sie damals schon gewusst hätte, wie sich ihre Geschichte hinsichtlich der offiziellen Darstellung verändern würde.

Warum geht ihr nicht nach Frankreich, wenn es der größte Wunsch ist?

Das ist im Augenblick noch hauptsächlich meinem Beruf geschuldet. Ich habe einen Großteil meiner Kunden wirklich in halb Europa sitzen und muss sehr viel reisen. Einige aber oder der größte Teil sitzen allerdings in Deutschland, und ich muss natürlich auch immer die Reisewege einkalkulieren. Im Augenblick habe ich allerdings das Glück, einen Kunden zu haben, der mir sehr viel Heimarbeit überlässt. Wenn sich herausstellt, dass das dauerhaft ist, dann werde ich auch umziehen.

Wie viele Stunden müsste dein Tag für dich haben?

36. Oder 48. Natürlich unter der Bedingung, dass mein Brotberuf maximal 8 Stunden davon ausmacht. Oder, sagen wir, zwölf. Das ist ja manchmal nun einmal so.

Dein größter Wunsch?

Dass Louise de La Vallière und Louis XIV von der Geschichtsschreibung rehabilitiert werden, insbesondere Louise ihre Kinder und ihren Titel zurückerhält. Schlicht, dass man sie sein lässt, was sie tatsächlich waren.

Schreibst du nur Zeitgeschichte oder auch etwas Fantasie?

Ich schreibe ja gar keine Zeit-Geschichte, das wär ja neueste Geschichte, sondern bin im 17. und 18. Jahrhundert unterwegs. Die historischen Romane sind alle ausnahmslos recherchiert, keine Fantasie. Wenn ich jemals in den Bereich Fantasy gehen sollte, dann werde ich wahrscheinlich ein offenes Pseudonym verwenden.

Liebe Louise, danke für deine Zeit und das tolle Interview. Weiterhin viel Erfolg und noch schöne Tage in Frankreich.

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