Geschichte des Tages: Uwe Tiedje – Beziehungen heute; von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist Ehe out?

Geschichte des Tages: Uwe Tiedje – Beziehungen heute; von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist Ehe out

01.05.2017

Beziehungen heute – von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist Ehe out?

Warum leiden so viele Menschen, fühlen sich unverstanden, ungeliebt?

Wir leben doch eigentlich in einer aufgeklärten, aufgeschlossenen Zeit. Im Gegensatz zur verklemmten, gehemmten Generation unserer Eltern oder deren Eltern haben wir doch alle Möglichkeiten, uns auszudrücken. Internet, soziale Medien, Handys, SMS, whatsapp stehen uns im Gegensatz zu früheren Generationen als zusätzliche Mittel der Kommunikation zur Verfügung. Wir nutzen diese Wege täglich und doch viel zu oft für Nichtigkeiten. Wer möchte denn wirklich am gleichen Tag das fünfzehnte Foto einer Katze, eines Hundes oder eines neuen Autos sehen?

Warum nicht stattdessen einmal dem geliebten Menschen schreiben, wie wichtig er einem ist, was er in unserem Leben für eine wichtige Bedeutung hat und dass wir ihn bei dem, was er tut, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen und wie toll wir finden, was er macht? Oder ein einfaches „Ich liebe dich“ oder „Du fehlst mir“.

Warum gibt es in dieser Hinsicht immer noch so eine große Hemmschwelle? Warum trachten so viele Menschen ständig nach Neuem, wenn sie doch eigentlich mit dem, was sie in ihrer Partnerschaft haben, vollkommen glücklich sind? Ist es wirklich nur das schönere Mädchen, der größere Busen und die Traumfigur, der schönere Mann, mehr Muskeln, die schönere Statur? Oder liegt es nicht ganz einfach daran, dass wir nicht genug Zuwendung vom Partner erhalten, uns ungeliebt, unverstanden, unbeachtet fühlen?

Wenn wir es mit Worten nicht sagen können, warum schreiben wir es nicht einfach? Zumal wir es heutzutage nicht mehr nötig haben, Briefe an einen geliebten Menschen mit der Hand zu schreiben, obwohl gerade das wohl sehr viele als romantisch empfinden würden. Sich für 5 Minuten an den PC, ans Handy setzen, dem Partner mitteilen, was in uns vorgeht, was wir für ihn empfinden, wie wir finden, was er täglich macht.

  • „Danke für das tolle Essen heute, das war super. Ich liebe dich … „
  • „Ich habe dich bewundert, wie du heute mit dem schwierigen Kunden umgegangen bist“
  • „Den Text, den du heute geschrieben hast, fand ich wirklich klasse, beeindruckend … toll wie du die Gefühle beschrieben hast …“
  • „Ich hätte nie geglaubt, dass du unsere alte Karre noch einmal zum Laufen bringst, genial“
  • „He, du warst beim Friseur, du siehst toll aus. Ist das ein neues Kleid, das du da anhast? Einfach umwerfend“

So könnte ich endlos mit Beispielen weitermachen. Es ist oft so einfach, den anderen glücklich zu machen. So ein kurzer Satz bewirkt doch die verschiedensten Empfindungen in dem Menschen, an den sie gerichtet sind, der uns doch so sehr am Herzen liegt. Auch in uns selbst. Warum dem anderen verweigern, was wir uns selbst wünschen? Warum damit warten, bis der andere anfängt?

Das Leben ist dafür zu kurz und jeder von uns hat (einige sehen das sicher anders) nur das eine Leben.

  • ‚Oh, er hat gemerkt, dass mein Essen gut war, es hat ihm geschmeckt …‘
  • ‚Er schätzt meine Arbeit, ist stolz auf das, was ich beruflich erreiche …‘
  • ‚wow, er liest wirklich was ich schreibe und findet es gut …‘
  • ‚sie freut sich, dass unser Auto wieder läuft und ist glücklich, dass sie mich hat‘

Diese Gedanken und viele ähnliche kann so ein kurzer Satz hervorrufen. Kann Selbstvertrauen geben, kann Mut geben, macht denjenigen, an den er gerichtet ist, stolz auf sich selbst. Sich in ihn hineindenken, ihn erfühlen, ohne dass er sagen muss, wie es ihm geht oder was ihn bewegt. Was man dem Partner mit diesem einen Satz gibt, kommt doch tausendfach zu einem selbst zurück. Und wenn es zurückkommt, bewirkt es, dass die gleichen Reaktionen in uns selbst ausgelöst werden, dass wir uns selbst ganz anders wahrnehmen und fühlen, ganz einfach glücklicher sind.

Die Blicke und Gesten zum anderen Geschlecht werden weniger, reduzieren sich, hören vielleicht ganz auf. Oder man denkt einfach nur „tolle Frau“ und der Blick wechselt wieder zur eigenen zurück. Weil wir ein neues Glücksgefühl wahrnehmen und weitergeben können. Weil die bestehende Partnerschaft neuen Schwung bekommt und uns Glück fühlen lässt. Schließlich gehen wir doch diese Partnerschaften aus Liebe ein. Warum also bemühen wir uns so wenig, sie zu erhalten und weiterzuentwickeln? Denn nur so kann aus der anfänglichen, blinden Verliebtheit tiefe, echte Liebe entstehen.

Die Gefahr, dass man mit dem „falschen“ Menschen zusammen ist und erst irgendwann später den „richtigen“ trifft, wird sich niemals völlig eliminieren lassen und die Partnerschaft wird daran zerbrechen, wird Schmerz und Verzweiflung beim Partner zurücklassen.

Doch schon durch kleine Aufmerksamkeiten, ein wenig Umdenken und ein paar aufrichtige Worte kommt Schwung in einschlafende Beziehungen, die unter der täglichen Alltagsroutine zu zerbrechen drohen.

Sind uns die Beziehungen, Partnerschaften und Familien wirklich so wenig wert, dass wir zu bequem bleiben, etwas an uns selbst zu ändern? Zeigen wir gerade bei diesen wichtigen Dingen so wenig Bereitschaft? Welches von den beiden Bildern wäre euch denn lieber?

Jeder kann das ändern, ich konnte es auch, auch wenn es viel Schmerz und Leid gab, bis ich geistig soweit war. Doch ich lebe es täglich und ich sage euch, es funktioniert.

© 2017 Uwe Tiedje

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2 Kommentare zu Geschichte des Tages: Uwe Tiedje – Beziehungen heute; von vornherein zum Scheitern verurteilt? Ist Ehe out?

  1. Nadin sagt:

    Wie wahr! Etwas, das wir alle wissen und doch hin und wieder vergessen. Also danke für dieses liebe Erinnerungs-Memo.

  2. AutorenimNetzwerk sagt:

    Ich danke 🙂

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