Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZUR MITTERNACHT: GESPENSTER

Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZUR MITTERNACHT: GESPENSTER

23.05.2017

GEDANKEN ZUR MITTERNACHT: GESPENSTER

Manches Mal da sind sie penetrant da, ungefragt, einfach so, nachdrücklich, eindrücklich … diese Gespenster der Vergangenheit und der Zukunft. Besonders um Mitternacht, an der Kippe zwischen Alt und Neu, am Bruch zwischen gestern und morgen.
Sie geistern herum, die Bilder von irgendwann, schemenhaft, klebrig wie alter Kaugummi, der am Sessel klebt, auf den man sich aus Verlegenheit setzt. Nebelig, unkonkret, meistens in Grautönen mit dunklem Hintergrund. Manches Mal auch in grellbunten Tönen – ein Blitz jagt den anderen – nein, nicht konkret – ich meine es ist etwas wie ein Blitz, der in meinem Inneren sich Raum verschafft, kurz, heftig … und schon taucht das nächste Bild auf. Ich kann nicht einmal sagen, ob es Vergangenheit oder Zukunft ist. Zeit ist jetzt nur eine bedingte Kategorie. Das Unterbewusstsein, das nun die Herrschaft übernommen hat, dieses Unterbewusst greift Raum in einer Art und Weise, die beängstigend ist. Nichts ist real – oder – was ist denn Realität? Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Eine alte Frage, noch immer unbeantwortet. So geistern sie herum, die Gespenster, einmal als Gestalt, dann als unscharfes Bild, das mehr ein Gefühl denn alles andere in mir auslöst.
Und irgendwann, irgendwann wird der innere Bildschirm schwarz und geht in ein Hinübergleiten über.

(c) Andrea Riemer (bislang unveröffentlicht)

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