Geschichte des Tages: Susan Melville – Engelstränen

Geschichte des Tages: Susan Melville – Engelstränen

03.06.2017

Engelstränen

Der Himmel ist trübe, verschleiert und grau.
Verschwunden ist das azurstrahlende Blau.
Bald tropfen die Tränen auf uns hernieder,
dort oben singen die Engel ihre Trauerlieder.

Sie schauen herab auf das Elend der Welt,
auf das Streben nach Reichtum, Macht und Geld.
Es jammert die Menschheit im kläglichen Sein,
geschunden, gebeutelt, geknechtet, allein.

Die Tropfen sie fallen dir auf dein Gesicht,
ein Lächeln stirbt, weil dir das Herz zerbricht.
Langsam rinnen die Tränen zum Boden herab,
das Auge wird trüb´, benetzt das steinerne Grab.

Du sinkst hernieder und bist längst verstummt,
nie wieder einen Kuss vom liebreizenden Mund.
Die Engelstränen waschen alle Gräber rein,
ein Engel tröstet dich und lässt dich nie allein.

© Susan Melville

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Ein Kommentar zu Geschichte des Tages: Susan Melville – Engelstränen

  1. AutorenimNetzwerk sagt:

    Sehr berührend

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