Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZWISCHENDURCH: FRAUSEIN UND WEIBLICHKEIT

Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZWISCHENDURCH: FRAUSEIN UND WEIBLICHKEIT

04.06.2017

GEDANKEN ZWISCHENDURCH: FRAUSEIN UND WEIBLICHKEIT

Es ist mittlerweile ein Dauerthema, das Frausein und das Leben der Weiblichkeit. Es wird als selbstverständlich hingestellt, dabei ist es keineswegs selbstverständlich, denn ansonsten müsste man(n) und frau es nicht andauernd thematisieren. Es brauchte keine Gesetze, die Frauenquoten festhalten (sic!), die die Berücksichtigung (Rück-Sicht) von Frauen nahezu verordnen. Es brauchte keinen Schutz, wenn, ja wenn Frausein und Weiblichkeit tatsächlich natürlich gelebt würden.
Ich weiß, ich schreibe im von mir nicht besonders geliebten Konjunktiv. Warum wohl? Weil es eben noch immer nicht natürlich, die Dualität zu akzeptieren, zu respektieren und zu leben.
Langsam bricht es auf, das Trauma, die Unterdrückung, das Wegschieben, das sich Ducken, das Kleinmachen, und und und … Es ist schmerzhaft; es ist aufwendig; es schafft große Diskussionen; es schafft Exzesse in die eine und in die andere Richtung … doch endlich bewegt sich etwas … Frausein und Weiblichkeit.
Denn – Oft und lange war ich die einzige Frau in meinen Aufgaben unter Männern. Und diese waren meistens deutlich älter als ich. Nein, ich wurde nicht im Feminismus sozialisiert. Ehrlicherweise – ich kann damit emotional nichts anfangen. Gleichwohl habe ich größten Respekt für jene Frauen und Männer, die sich dieser Denkrichtung und Lebenshaltung verpflichtet fühlen und dafür entstehen. Ich jedoch will zu nichts verpflichtet sein. Ich will aus dem Herzen heraus etwas leben und dazu stehen. Ich bin Pragmatikerin, schaue was geht und was nicht geht. Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt. Beim ‚nicht’ frage ich mich nach dem Warum und suche nach Lösungen. Ich liebe Theorien, belasse sie jedoch dort, wo sie hingehören. Gleichwohl und ich wiederhole mich gerne – ich respektiere all jene Frauen und Männer, die für uns auf die Barrikaden gingen und so viel für Frauen und auch für den Menschen bewirkten.
Ich will jedoch nicht genötigt werden bzw. mich genötigt fühlen, als Frauen automatisch Feministin zu sein. Ich bin zu allererst Mensch; dann bin ich Frau. Die Emanzipation und der Feminismus haben viel für die Frauen erreicht, jedoch ist die Weiblichkeit dabei fast untergegangen. Genau an dieser Verbindung bin ich mittlerweile höchst interessiert. Und ich bin mittlerweile soweit, dass ich beides, Frausein und männlich-aktive Elemente in mir vereinen kann. Ich trenne nicht mehr … und das erleichtert mein Leben ungemein – als Mensch und als Frau.
Ich behaupte nicht, dass es einfach ist. Ich behaupte jedoch, dass es zumindest den beharrlichen Versuch wert ist.
Denn: Ausdauer ist weiblich!

© Andrea Riemer 
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