Marbie Stoner

Autoreninterview Marbie Stoner

12.6.2017

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Marbie Stoner interviewen zu dürfen.

Danke, dass ich mich als Autorin vorstellen darf! Ich bin Jahrgang 1958, Mutter von zwei Töchtern, absolvierte einen Kurs in „Die Kunst des Schreibens“ an der Axel Anderson Akademie im Bereich „Belletristik“ sowie zahlreiche Kurse in der Hobbymalerei. Bücher schreibe ich unter dem Pseudonym „Marbie Stoner“.
Die Freizeit verbringe ich im Sommer auf dem Motorrad und im Winter vor der Staffelei.
Meine Schreibwut setzte im Alter von 13 Jahren ein. Sie begann mit Geschichten um meinen Goldhamster, den ich tatsächliche und fiktive Abenteuer bestehen ließ (wie eine Übernachtung im Ölofen), gefolgt von „Peter, mein Freund und seine Bande“. Sehr viel später erweiterte ich die Winnetou- Trilogie um einen vierten Band – Karl May möge mir verzeihen – in welchem ich Old Shatterhand eine entzückende Schwester andichtete – nämlich mich – an der Winnetou nicht vorbei kam und sie heiratete, zwei Kinder mit ihr bekam und irgendwann durch des Schurken Santers Kugel starb. Fortan lebte sie allein erziehend mit zwei Halbblutkindern im Pueblo. Aus heutiger Sicht ein sozialkritisches Stück im Wilden Westen.
Größter Erfolg war die Veröffentlichung meiner Krankenhausgeschichte „Eine Summe von Stunden“ in Wolfgang Tischers Literaturcafe und mein zweitgrößter mit eben dieser Geschichte der zweite Gewinn in einem Sauerländer Schreibwettbewerb. Danach hatte ich mit meinem Wunsch, einen Roman zu schreiben, prinzipiell abgeschlossen, nachdem ich in den späten 90iger Jahren Verlagen hinterher rannte und dubiose Angebote dieser Druckkostenzuschussverlage erhielt. Dank Self Publishing kann ich Bücher seit 2015 selbst veröffentlichen.

Mit dem Kurzgeschichtenband: „Aus anderer Landschaft“ begann ich zaghaft meine Self Publishing „Karriere“ und biss mich regelrecht rein. Dank der vielen Foren bei Facebook lernte ich schnell, vor allem aus den Fehlern. Die Leidenschaft, mit dem Motorrad fremde Länder, Menschen und Gebräuche kennen zu lernen, ließ mich das Genre von Reisegeschichten erobern. Mit Motorradreiseberichten von Marokko, Albanien, Rumänien, Bulgarien und Kroatien vertiefte ich mein Wissen gründlich. Und wenn ich wegfahre, lasse ich mich ein: Auf andere Menschen, andere Kulturen, andere Straßen. Nicht nur auf die zahllosen Unwägbarkeiten einer Motorradtour. Unterschiede, die erst jenseits unserer Landes- und Kulturgrenzen zu erleben sind. Oft fühlte ich mich fremd. Die Reiseberichte beschränken sich auf die Erfahrungen, die in einem dreiwöchigen Urlaub machbar sind. Vor allem Motorradfahrerinnen sollten die Berichte ermutigen, abseits der heimischen Gefilde diese Herausforderungen anzunehmen und zu versuchen. Die Erlebnisse sind es wert und jedem Fall eine sehr zu schätzende Selbsterfahrung! Die Berichte sind bei allen Online Buchhändlern zu finden.
Aber es trieb mich weiter: schlussendlich wollte ich doch einen Roman schreiben!
Durch die tägliche Arbeit mit Schwerstkranken und tragischen Katastrophen im menschlichen Alltag bekam ich genügend Stoff für mein Fantasie, ganz gemäß der Maxime, dass Menschen nur im Leiden reifen und ihre Persönlichkeit entwickeln, denn: „…glückliche Menschen haben keine Geschichte…“ schreibt Simone de Beauvoir.
Mit dem Roman „Die Assistentin des Sisyphus“ ist mir das Anfang Mai 2017 gelungen. Ich habe einen Roman geschrieben, in anderthalb Jahren. Eine verrückte Krankenschwester leistet aktive Sterbehilfe, weil ihr eine Stimme dieses befiehlt, aber der Tod dieser Menschen anderen durchaus entgegen kommt. Diese Stimme gehört Sisyphus, der einst den Tod in Ketten legen wollte. Findet ihr auch mit der ISBN 9783740730536 bei allen Online Buchhändlern und im normalen Buchhandel. Und als Ebook beim großen „A“.
Über Rückmeldungen freue ich mich auf meiner

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In diesem Sinne – herzliche Grüße. Margitta Bieker

 

Wie bist Du zum Schreiben gekommen ?

Ich hatte in den Aufsätzen in der Schule immer eine Zwei, das baute ich weiter aus. Bei meiner Fantasie kein großes Problem …

Was war Deine Motivation für diese zweite Schreibkarriere?

Ich brauchte keinem Verlag mehr hinterher zu laufen. Aufmerksam wurde ich durch eine Anzeige in Facebook: „Veröffentlichen Sie Ihr Buch…“ Das habe ich dann gemacht … und habe mich meiner „Konserven“ aus einigen Schreibkursen an der Volkshochschule bedient.

Und warum dann der Themenwechsel?

Die Reiseberichte mit dem Motorrad und die Kurzgeschichtensammlung dienten nur Übungszwecken: Was ist eine epub Datei, wie läuft das bei Amazon usw. Es war eine spannende Zeit. Mein Ziel war jedoch, die Kurzgeschichte „Aus anderer Landschaft“ weiter zu schreiben, weil viele die sehr gut fanden.

Würdest Du wieder mit einem Verlag arbeiten?

Ehrlich- nein. Warum sollte ich das tun? Das Unabhängige beim Self Publishing, das hat mich überzeugt.

Darf ich fragen, bei welchem Verlag Du veröffentlichst? Ich konnte das nicht ersehen.

Twentysix, Neobooks. Falls Du Self Publishing meinst. Von neobooks bin ich aber inzwischen nicht mehr überzeugt. Das Hochladen erwies sich als sehr zäh, was bei Twentysix problemlos ist.

Ist Self Publishing eine Option?

Unbedingt! Sonst hätte ich nie ein Buch veröffentlicht.

Ah, dann hat sich das erledigt. Ich hatte das im Vorfeld so verstanden, als sei das eine Verlags-Veröffentlichung.

Nein. Bis auf einen Schreibwettbewerb und im Literaturcafé von Wolfgang Tischer hatte ich nie etwas veröffentlicht, von Fachbeiträgen abgesehen. Aber die spielen keine Rolle.

Im Literaturcafé, tatsächlich? Der Herr ist ja nicht unbedingt positiv dem Publishing gegenüber eingestellt.

Das kann ich nicht bestätigen! Ich habe bei Wolfgang Tischer eine Fortbildung für Self Publishing in Stuttgart besucht, die war sehr aufschlussreich und für alle Teilnehmer ein Gewinn.

Interessant. Er hat vor nicht allzu langer Zeit einen extrem kritischen Artikel veröffentlicht, der, wohlmeinend gesagt, nicht allzu viele gute Haare an Self Publishing gelassen hat.

Den kenne ich nicht. Aber diese Erfahrung kann ich nicht bestätigen, weder von der Fortbildung in 2016 noch von der damaligen Erfahrung der Veröffentlichung meiner Krankenhausgeschichte im Literaturcafe. An die konnte er sich (1998!) sogar noch erinnern.

Ich schau mal, ob ich den Link noch finde, und werde ihn ins ggfs. ins Netzwerk posten. Die Kern Aussage war: Wenn es etwas Brauchbares gewesen wäre, hätte es auch ein Verlag genommen. Die zweite Aussage: Durch die unzählig vielen Self Publisher Veröffentlichungen gehen die guten Verlagswerke unter.

Welche Art der Werbung hast Du genutzt und was hat am meisten gebracht?

Ich habe meine Reiseberichte als Print verschenkt.

Ist Korrektorat/Lektorat eine Notwendigkeit?

Ja! Ich hatte für den Roman Renate Blaes als Lektorin und ich habe dadurch nicht nur viel gelernt, sondern sie hat Tempo in die Handlung gebracht und nicht zu knapp.

Sind weitere Veröffentlichungen geplant?

Der nächste Reisebericht über Kirgistan. Ich habe mehrere Bücher von Tschingis Aitmatov gelesen, der ist fast ein Heiliger dort.

Gibt es Hilfe oder Unterstützung? Ein Self Publisher macht ja alles allein.

Das Autorennetzwerk, die vielen Gruppen in Facebook. Mein Partner.

Wie lange schreibst Du schon?

Seit 1996 sehr intensiv, den Schreibkurs bei der Axel-Anderson-Akademie besucht und abgeschlossen. Dann alles in die Schublade gesteckt.

Wie sieht es denn mit dem Vertrieb aus – außer Amazon?

Bei Twentysix muss man alles selber machen – Werbung usw. Bei Amazon wurden die Reiseberichte ganz gut beworben, vor allem Marokko, weil ihnen Afrika im Programm noch fehlte. Jetzt im Belletristik Abteil bin ich eher enttäuscht.

Was war die Grundmotivation, um mit dem Schreiben zu beginnen?

„Was man schwarz auf weiß in Händen hält, kann man getrost nach Hause tragen“, sagte Goethe. Es hat etwas Unvergängliches.

Eine Standard Frage stellen wir bei diesen Interviews immer: Angenommen, es geht in die Wüste oder ins Pack Eis. Drei Dinge dürfen mitgenommen werden, keine Menschen. Welche Dinge sollen das sein?

Wüste: Genügend Getränke und einen Hut. Packeis: Mehrere Lagen Wolle.

Worüber würdest Du niemals schreiben?

Fantasy. Da habe ich keine Fantasie, Welten zu erschaffen, in denen ich nie war.

Welches Genre würdest Du gerne einmal ausprobieren?

Thriller oder Krimi. Bin mir aber nicht sicher, ob ich das hinbekomme. Gerne würde ich aber Geschichte der Medizin (Lepra, Tuberkulose, Pest oder Diphtherie um die Jahrhundertwende) beschreiben.

Gibt es noch einen Traum, der unbedingt erfüllt werden muss?

An der Rückenflosse eines Delphins zu schwimmen.

Käme generell eine Zusammenarbeit mit einem Verlag infrage?

Eher nicht. Ich sehe da keinen Vorteil. Vielleicht schmeichelhaft – aber was springt dabei raus?

Nun ja, er übernimmt das Marketing und kommt für Lektorat und Korrektorat auf. Das sind ja nicht zu unterschätzende Posten.

Aber wann wird veröffentlicht? Wie viel Tantiemen sind drin? Welche Werbung leistet er?

Das ist ja Verhandlungssache. Sowohl die Tantiemen als auch die Veröffentlichung. Und die Werbung kann sehr vielfältig sein.

Ich glaube, da fehlt mir die Erfahrung. Aber so wie es jetzt ist, völlig okay.

Mit welchem Autor würdest Du Dich gerne einmal persönlich unterhalten? Und warum?

Stephen King. Ich fand den erst total abgehoben mit seinen kruden Geschichten. Aber schreiben kann er! Seine Biografie ist einfach göttlich.

Angenommen, ein renommierter Verlag macht Dir ein überaus großzügiges Angebot. Der Haken dabei wäre, dass Du Dein Manuskript komplett, nach Verlagsvorgaben, umarbeiten müsstest. Willigst Du ein?

Nein. Der Roman ist so wie er geschrieben wurde, fertig.

Gab es bereits Lesungen?

Ehrlich gesagt, bin ich nicht so für Liveauftritte und Fragen wie: Warum haben Sie das so und so geschrieben? Ich habe die Kurzgeschichte „Eine Summe von Stunden“ vorgelesen, weil ich den zweiten Preis gewonnen hatte. Ich habe nur in entsetzte Gesichter geblickt und musste mich mehrfach erklären … dass es nur eine Geschichte ist! Man fragt einen Krimiautor vermutlich auch nicht, ob er schon mal einen umgebracht hat, damit er darüber schreiben kann.

Gibt es eine Lieblings Zeit oder einen Lieblings Ort zum Schreiben?

Abends, denn tagsüber habe ich einen Brotjob.

Ist Dir schon einmal etwas Peinliches als Autorin passiert? Wenn ja, erzählst Du uns das?

Ja, die Lesung meiner Kurzgeschichte. Da habe ich dem Publikum erklären müssen, dass ich persönlich keinen Trauerfall erlebt habe.

Das ist doch nicht peinlich.

Doch. Sie haben es 1:1 umgesetzt. Zum Beispiel: Eine Spritze durch die Hose verabreichen. Das war einfach nur ausgedacht.

Was bedeutet das Schreiben für Dich?

Erfüllung eines Traumes.

Wie entsteht ein Plot?

Ehrlich? Erst beim Schreiben. Die Figuren entwickeln ein Eigenleben. Ich stelle mir einen Film vor, der gerade abläuft. Was möchte ich da gerne sehen? Was wäre spannend?

Wer oder was könnte Dich vom Schreiben abbringen?

Zeitmangel, Ideen gehen aus.

Könntest Du Dir vorstellen, auch etwas Lustiges zu schreiben?

Ja. Ich habe eine Vorliebe für Satire.

Wie findest Du Deine Leser?

In Motorradzeitschriften, in Foren und dergl. Und in Facebook!

Wie funktioniert das mit den Zeitschriften, über Werbeanzeigen, beispielsweise?

Ich habe Probeexemplare verschickt und via Email angefragt. Ferner war ich auf der Intermot in Köln vertreten. Ich bin im Vorstand der Women on Wheels e.V.

Ist das Buchcover ein Roman oder ein Reisebericht?

Ein Roman. Aktive Sterbehilfe durch eine Krankenschwester.

Liebe Margitta, herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um unsere Fragen zu beantworten. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und Spaß mit Deinen Büchern!

 

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