Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZUM REISEN .. WARTEN

Geschichte des Tages: Andrea Riemer – GEDANKEN ZUM REISEN .. WARTEN

16.06.2017

GEDANKEN ZUM REISEN .. WARTEN
Alles ist noch ein wenig verschlafen. Draußen ist die Morgendämmerung noch entfernt. Es ist finster, bis auf die einzelnen Lichter. Die Wartehalle füllt sich langsam. Die Menschen trudeln ein. Jeder mit sich befasst, suchend, findend. Dann Platz nehmen, Durchatmen, die erste Etappe ist geschafft.
Wo treibt es sie hin, hier und heute? Ein Blick nach draußen, die Lichter flackern. Erste Unruhe macht sich breit. Es wird bewegter. Die Müdigkeit, sie geht – langsam, aber doch.
Also – wo treibt es sie hin, die Menschen, auf diesem Flughafen – es könnte genauso gut ein Bahnhof, eine Haltestelle für den nächsten Bus oder die U-Bahn sein. Gleich wo. Es ist immer sehr ähnlich. Das Warten, das Sich Umschauen, das Suchen, das Finden, das Durchatmen, das Hasten, das Wegfahren, das Ankommen.
Reisen, Bewegung, vieles ist heute ungemütlicher, unentspannter geworden. Und doch, das Überbrücken von Raum und Zeit läuft nach wie vor nicht nur über das Internet. Die persönliche Begegnung ist nach wie vor wichtig und durch nichts zu ersetzen. … Ich rieche frischen Kaffeeduft. Die Hörnchen lachen mich an. Das Stimmengewirr ist leise, kaum hörbar. Zwischendurch eine mehrsprachige Durchsage zur Sicherheit. Alles ist irgendwie zu einem Bündel an Gewohnheit geworden.
Wir springen regelrecht über Distanzen. Nehmen wir uns dabei auch immer mit? Warten bringt manches Mal interessante, animierende Gedanken. Warten als Quelle für andere Perspektiven in der Bewegung?
Warten als scheinbare Schleife im eigenen Sein? Was für eine Möglichkeit!

(c) Andrea Riemer

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