Geschichte des Tages: Nadin Brunkau – Gleich und Gleich

Geschichte des Tages: Nadin Brunkau – Gleich und Gleich

22.06.2017

Gleich und Gleich

„Gleich und Gleich gesellt sich gern.“ oder „Gegensätze ziehen sich an.“

… ist wie „Hüh oder Hott“, wie „Tee oder Kaffee“ oder wie „Sekt oder Selters“.

Doch was funktioniert eigentlich besser?

Es ist eine Frage, die man sich gern einmal stellen kann, wenn man gerade so gar nichts im Kopf hat und die geistige Langeweile einen an diesen unerträglichen Punkt treibt.

Der eine mag spontan : „gleich und gleich“ rufen, fast schreien.

Immerhin impliziert es doch ein hohes Maß an Gleichheit (wie der Wortstamm schon sagt) und ist ein Garant, ein Versprechen, dass man verstanden wird.

Gern gesehen sind dabei auch diese: „Wir verstehen uns blind“- „Seelenverwandtschafts-“Assoziationen.

Es vereint sich das Gefühl von Geborgenheit, von Gleichheit und Zusammengehörigkeit mit dem von Verstanden-Werden, welches uns als Spezies Mensch nicht selten so unerlässlich erscheint.

Nichts scheint uns stärker zu beeinflussen, als die Tatsache, dass wir uns mit Menschen umgeben und nicht alleine durch das Leben schreiten.

Und nichts scheint uns in ein tieferes Loch zu stürzen, als die Erfahrung, enttäuscht oder missverstanden zu werden.

Auf der anderen Seite, heißt nicht „gleich und gleich“ auch immer, dass die Erwartungen, Rahmenbedingungen und Grenzen der beiden Parteien sehr ähnlich sind?

Wer würde uns dann helfen, uns aus unserer Comfortzone heraus zu bewegen, um uns weiter zu entwickeln und neue Erfahrungen zu sammeln?

Sind das nicht eher die Menschen, die anders sind als wir?

Menschen, die uns anspornen, uns beeindrucken, vielleicht ein Vorbild sind und uns damit zu einem Schritt heraus aus unserer Wohlfühlzone inspirieren können?

Gegensätze sind verbunden mit dem nicht vorhersehbaren Moment oder Gefühl, ob uns der andere versteht oder nicht.

Wenn wir aber lernen, auf uns selbst zu vertrauen, brauchen wir dieses Gefühl vielleicht gar nicht mehr so sehr.

Dann sind wir nicht auf die Akzeptanz der anderen angewiesen und lernen, mit uns selbst im Reinen zu sein und zu leben.

Wir beobachten vielleicht diejenigen, die die Dinge anders angehen und wagen an einem mutigen Tag dieses Experiment einmal selbst:

Neue Dinge auszuprobieren, wenn wir bekannte Gefilde verlassen, nur um zu sehen, zu spüren wie unsere Welt sich damit verändert. Wie sie wächst, reicher an Erfahrungen wird und wie wir in und mit ihr aufblühen können.

(c) Nadin Brunkau

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