Monika Loerchner

Autoreninterview Monika Loerchner

Das Autoren_Netzwerk freut sich, die Autorin Monika Loerchner zum Interview begrüßen zu dürfen.

Mein Name ist Monika Loerchner, ich bin 34 Jahre alt, glücklich verheiratet und Mutter zweier Kinder.
Erste Schreiberfahrungen sammelte ich natürlich in der Schule, später als freie Mitarbeiterin einer Tageszeitung. Nach meinem Studium (Vergleichende Religionswissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und Rechtswissenschaften auf Magister) und anschließender Fortbildung zur Projektmanagerin habe ich mich erst einmal unserer Familie gewidmet. Vor circa zwei Jahren dann begann ich mich wieder dem Schreiben zu widmen. Es entstanden viele Kurzgeschichten, von denen ich einige erfolgreich bei Schreibwettbewerben eingereicht habe.
Dabei bin ich – ebensowenig wie als Leserin – auf kein bestimmtes Genre festgelegt. Am meisten aber mag ich Fantasy in all ihren Spielarten, Krimis und Psychothriller.
Vor vier Monaten erschien mein Romandebüt, mein „alternative history“-Fantasyroman „Hexenherz – Eisiger Zorn“ im Acabus Verlag.

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Seit wann schreibst Du?

Geschrieben habe ich seit der Grundschule. Richtig „professionell“ dann mit 18 als freie Mitarbeiterin einer Tageszeitung. Kurzgeschichten und andere Prosa schreibe ich „ernsthaft“ seit etwa 2, 3 Jahren.

Schreibst Du professionell, d.h. ist Schreiben Deine Hauptaufgabe?

Nein. Derzeit besteht meine Hauptaufgabe darin, mich um unsere Kinder (8 und 4 Jahre alt) zu kümmern. Zwischendurch mache gebe ich oft ehrenamtlich Deutschunterricht. Das Schreiben ist aber sehr wichtig für mich und füllt oft die Hälfte meines Tages.

Was hat dich zum Schreiben bewogen?

Eine gute Frage. Meine Deutschlehrerin als sie sagte, ich solle einen Aufsatz schreiben. Im Ernst: Keine Ahnung! Das ist für mich aber auch nicht so wichtig, viel wichtiger ist für mich die Erkenntnis, dass ich ohne zu schreiben nicht richtig leben, nicht glücklich sein kann. Leider hat es einige Jahre gedauert, bis ich das begriffen hatte.

Welche Themen bearbeitest Du?

Alle, die mir unter die Augen kommen. Ich interessiere mich für so Vieles, das merkt man schon an meiner Studienfachwahl: Vergleichende Religionswissenschaft, Jura und Friedens- und Konfliktforschung, ich wollte so viel wie möglich lernen! Ich liebe es, Neues zu lernen – und wenn mich das fasziniert, greife ich es in meinen Texten auf.

Ist dein Roman eine komplette Geschichte oder in Kurzgeschichten unterteilt?

Mein Roman ist eine komplette, in sich abgeschlossene Geschichte.

Bist du bei einem Verlag unter Vertrag oder arbeitest du als Selfpublisher?

Ich bin glücklich beim Acabus Verlag (Hamburg) untergekommen und meine bisherigen Sachen (Kurzgeschichten, Theaterstück) wurden auch von anderen Verlegt. Für Selfpublishing fehlt mir die Zeit – allein mir das elementare KnowHow anzueignen . Da bin ich bei meinem Verlag super glücklich!

Wie bringst Du Friedens- und Konfliktforschung in Prosa? Das finde ich sehr spannend.

Mit so ziemlich allem. Besonders interessant finde ich ja den Aspekt, eben nicht nur Konflikte, ihre Ursachen und Lösungsstrategien zu untersuchen, sondern eben auch Frieden: Wo, wie und warum funktioniert er?
Es gibt so viele Bereiche in dem Studium. Wenn ich etwa ein klassisches Zerwürfnis zwischen engen Freunden nachzeichnen möchte, bietet das Konflikteskalationsmodell nach Glas eine perfekte Vorlage.

An welchen neuen Projekten arbeitest du?

Ich arbeite derzeit an einem neuen Buch, das auch in der Hexenherzwelt spielt, aber ebenfalls in sich abgeschlossen und somit einzeln lesbar ist; es erscheint im Herbst 2018. Dazu schreibe ich immer wieder Geschichten für Anthologien oder mache bei Schreibwettbewerben mit, wenn es gerade passt. Außerdem arbeite ich noch an einem Essay für die Spurwechsel der Asphaltspuren, bin Testleserin für zwei Kollegen und … mein Tag ist verflixt voll.

Du musst ins Packeis oder in die Wüste. Drei Dinge darfst du mitnehmen, keine Menschen. Was packst du ein?

Für das Packeis wähle ich einen Zaubermantel, der mich warm hält, einen Schlitten inklusive Schittenhunde und für alle reichlich Essen.
In die Wüste nehme ich Zaubereis mit, das niemals leer wird, ein wüstentaugliches Reittier, das den Weg kennt und eine Packung Tabletten gegen Kamelreitkrankheit.

Was gibt bei dir letztlich den Ausschlag, sich einem Thema literarisch zu widmen?

Hm. Gute Frage. Ich schätze, ich schreibe ganz einfach über das, was mich bewegt. Vorzugsweise über das, was mich aufregt oder rührt.

Ist Dein Roman reine Fantasy oder hast du auf reale historische Fakten zurückgegriffen?

Teil/teils. Helenas Geschichte ist rein fiktiv. Allerdings habe ich die reale Geschichte Europas und der Welt ab 1466 verändert. Wie die Geschichte ab da weitergeht, erkläre ich in den sogenannten „Annalen des Goldenen Reiches“, kleinen Geschichtsbuch Auszügen, die im zweiten Teil des Buches jedem Kapitel vorangestellt sind. Sie reichen von 1466 bis 1700, bis zur Gründung des Goldenen Reiches. Vieles hat sich verändert, aber einige historische Persönlichkeiten tauchen auf. Etwas hat die Bartholomäusnacht nie stattgefunden. Allerdings habe ich einfach mal unterstellt, dass die dafür verantwortliche Monarchin in der Alternativwelt nicht unbedingt ein anderer, besserer Mensch ist und habe sie so ein Massaker an Männern begehen lassen.

Welche Magieart würdest du dir für dich wünschen, wenn du einen deiner Hexen wärst?

Ahrg. Sabrina, wie soll ich das denn beantworten? Ich finde Helenas Eis sehr cool – haha – aber auch recht brutal. Keine Ahnung. Wahrscheinlich wäre ich schon froh, Dinge zu mir herüberschweben lassen zu können – die Hexen können ja mit wenig Aufwand viel bauen, das ist klasse! Ich glaube, ich würde mir einfach ein bisschen Magie wünschen, egal was. Nur nichts allzu Mächtiges, da hätte ich Sorge, dass wenn mein Temperament mit mir durchgeht Menschen zu Schaden kommen.

Diese Mischung aus historischen Fakten und Fiktion ist ein spannender Zugang. Ich mache das mit biografischen Elementen und mit Beobachtungen und Annahmen (etwa Fiktionen) immer wieder. Wie umfangreich sind denn Deine Recherchen im Historischen und wo recherchierst Du für Magisches und die Hexen?

Die Recherchen waren sehr aufwendig. Ich verweise Dich jetzt einfach mal an meinen Blog, da habe ich einen ganzen Beitrag eben dazu geschrieben und alle Recherche Themen für mein Buch aufgelistet. Ich recherchiere in meinem Gedächtnis, in Geschichtsbüchern, im Internet, in Büchern (aber eher seltener) und indem ich Menschen frage.

Was war dein peinlichstes Autoren Erlebnis?

So richtig peinlich war noch nichts, eher als Leserin.
Allerdings ist es mir immer sehr unangenehm, wenn ich Bücher für Menschen signieren bzw. eine Widmung hineinschreiben soll, die ich kenne. Es fällt mir so schon immer schwer, mir etwas einfallen zu lassen (was für eine Autorin schon irgendwie peinlich ist und bei Personen, die ich kenne kommt dann eben zum einen noch die persönliche Ebene hinzu und ich denke, dass die dann auch etwas Persönliches erwarten; zum Anderen habe ich immer diese Vorstellung, dass einander bekannte Menschen dann ihre Widmungen vergleichen – und sorge mich, dass ich – man hat ja oft ein paar Standard Formulierungen – das Gleiche geschrieben haben könnte.

Gibt es Themen, die Du trotz Deiner Neugierde am Neuen nicht bearbeitest?

Ich mag keine Erotik (und Weiterführendes) und keinen „Gewaltvoyeurismus“. Weder als Leserin, noch als Autorin. Es gibt Themen, die wichtig sind und über die man auch schreiben sollte, aber da ziehe ich ab einem gewissen Punkt eine Grenze. Ich habe etwa kürzlich „Wo Frauen nichts wert sind“ von Maria von Welser beendet, ein unglaublich wichtiges und intensives Buch. Aber Derartiges könnte ich nie schreiben. Zum einen, klar, weil ich nicht über dieses Wissen aus erster Hand verfüge. Aber ich würde solche Schilderungen auch nie in eine (halb-) fiktive Geschichte übernehmen. Ich würde es einfach emotional nicht aushalten, mich in eine so fürchterliche Lebenssituation einzufühlen. Vielleicht eines Tages …

Wie findest du deine Leser?

Ich hoffe doch, sie finden mich! Ganz normal, schätze ich. Über (vom Verlag organisierte) Lesungen, über Bücher Blogs, deren Betreiber mein Buch rezensieren, über Facebook hier, über Freunde und Bekannte, Mundpropaganda eben. Aber da ich noch lange nicht in einem Verkaufsbereich bin, in dem ich von vielen Lesern sprechen könnte, ist das wohl noch ausbaufähig.

Auf welchen Veranstaltungen kann man dich in diesem Jahr noch treffen?

Dieses Jahr bin ich an einem Tag auf der Phantastika in Oberhausen (2./3. September), ich weiß nur noch nicht den genauen Tag, und auf der BuCon in Dreieich (14.10.). Außerdem lese ich im Rahmen der Langen Lesenacht in Billerbeck am 11. November. Wenn Du Dich auf dem Laufenden halten möchtest, schaust Du am besten ab und zu in meinem Blog vorbei, da sind alle Termine gelistet.

Hast du irgendwelche Laster, keine Fahrzeuge?

Einige.

Was könnte dich dauerhaft vom Schreiben abbringen?

Schreiben bedeutet leben. Also schätze ich, nicht viel. Ich schreibe permanent, und wenn es nur in meinem Kopf ist. Das gehört zu mir. Manche nennen es „tagträumen“, aber es ist anders. Ich gehe die Geschichten in meinem Kopf durch, bis sie fertig sind, perfekt ausgeformt sind, oder bis ein Kapitel, eine Szene fertig ist. Dann kann ich es aufschreiben. Das kann auch gerne wochenlang warten, ist es in meinem Kopf drin, bleibt es da, bis ich Zeit habe, es aufzuschreiben. Am schreiben hindern kann mich also vermutlich nur irgendeine richtig scheußliche Krankheit oder sowas.

Hast Du eine Lektorin/einen Lektor Deines Vertrauens?

Ja! Die Lektorinnen des Acabus-Verlages. Allerdings kann ich mich auch bei den verschiedenen Lektoraten meiner Kurzgeschichten nicht beschweren.

Arbeitest du mit einem Autorenprogramm oder einem Textverarbeitungsprogramm?

Oh nein, ich habe diese Frage gefürchtet! Also psst, ganz leise: Ich schreibe einfach im Word oder Open Office, ohne Sonderformatierung oder sonstwas.

Was meinst du, machst du als erstes wenn diese Interview beendet ist?

Gucken, was im Fernsehen kommt.

Willst Du uns noch ein bisschen etwas über Deine aktuellen Kurzgeschichten sagen?

Gerne: Ich habe keine.

 

Vielen Dank für die Zeit und das Interview Monika Loerchner und weiterhin viel Erfolg.

 

 

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