Geschichte des Tages: Silvia Nagels – Die Leiden eines Dosenöffners oder ‚Morgens um Vier ist die Welt nicht in Ordnung‘

Geschichte des Tages: Silvia Nagels – Die Leiden eines Dosenöffners oder ‚Morgens um Vier ist die Welt nicht in Ordnung‘

18.07.2017

Die Leiden eines Dosenöffners oder ‚Morgens um Vier ist die Welt nicht in Ordnung‘

Es ist vier Uhr in der Früh. Eigentlich die Zeit, in der man sich noch einmal herumdreht und ein Ründchen weiter schläft.
Wenn … ja, wenn da nicht so jemand wäre, der es nicht ertragen kann, andere Leute schlafen zu lassen. Und dieser Jemand ist in seiner Methode, andere zu wecken, sehr ausgefuchst.
Anfangs ertönt nur ein leises Scharren, wenn man mit spitzen Krallen über die Tapete geht *krrrk. Erfolgt dann von Seiten des Schlafenden keinerlei Reaktion, folgt Stufe zwei – Holzschränke können auch ein sehr intensives Geräusch verursachen, vor allem, wenn man immer wieder darüberläuft *knarrrr.
Sollte allerdings, trotz der Lautstärke des Knarrens, unser Schläfer selig weiterschnarchen, geht es ans Eingemachte.
*Rrrrummms – es gibt Nasenstüber. Die aber auch nicht die gewünschte Wirkung haben. Mancher hat halt einen sehr tiefen Schlaf. Ein wenig körperliche Gewalt, Kratzen und Pieken, versprechen da schon mehr Erfolg – allerdings muss man über sehr gute Reflexe verfügen. Die Gefahr, selbst zum Opfer zu werden, ist sehr groß.
Gefahrloser – und bei Weitem am effektivsten aber ist die Methode Tür zuschlagen *krach.
Das macht man einmal, zweimal … und spätestens beim dritten Mal sitzt der Schlafende senkrecht im Bett.
Ziel erreicht – Dosenöffner geweckt.
Ja denkste, Kater. Es gibt noch kein Futter – Raus mit dir.
Schlafzimmertür schließen und wieder ins Bett krabbeln. Gute Nacht.

(c) Silvia Nagels

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