Geschichte des Tages: Britta Khokhar – Schreibblockade 

Geschichte des Tages: Britta Khokhar – Schreibblockade 

12.08.2017

Schreibblockade 

Nur noch einen Tag den Stift in der Hand. Mir will absolut nichts einfallen zu dem Thema Bronze: Ich schüttele den Kopf,sonst sprudele ich voller Ideen, Ärgere mich das mir nichts einfällt.
Es ist schon mitten in der Nacht,kurz vor eins.Ich schaue aus dem Fenster zu den Sternen, frage mich: Gibt es einen Stern aus Bronze? Der muss dann etwas Besonderes sein, Gehört die Farbe zu den vergessenen Farben? So wie mein Gedicht, Die vergessene Blume am Waldessrand,War die Blume etwas aus Bronze?
Ich erinnere mich an die schone Truhen von meiner Oma, mit vielen Schätzen,.wie mein Bruder,meine Cousine, mein Cousins und ich gerne auf der Bühne spielten, wenn wir bei ihr zu Besuch waren.
In der Truhe lagen schöne bronzefarbene bestickte Seidentücher,Kopftücher und gehäkelte Deckchen.
Viele Fotos noch in schwarzweiß gab es in Schuhschachteln ,die mit bunten und einfarbigen Papier aus Bronze beklebt waren.
Natürlich lag auch der Weihnachtschmuck in der Truhe. Goldene,Silberne und bronzene Kugeln und Lametta und Wunderkerzen in diesen Farben
Oft kamen Oma und Tante dann hoch auf die Bühne und erzählten,wie sie früher noch viel mehr gehabt haben.
Im Krieg war vieles verloren gegangen.Sie erzählten von der Flucht aus dem Sudetenland,wie sie alles zurück lassen mussten. Nicht einmal ihr Besteck aus Silber,Gold und Bronze konnten sie mitnehmen.
Oma schimpfte manchmal, wie lange es brauchte,sich in einem fremden Land einzuleben ,Gerne erzählte Oma, wie mit anderen Trümmerfrauen die Städte wieder aufbaute,sogar mit vier oder noch mehr Kindern. Die Männer waren im Krieg gefallen oder in Gefangenschaft.
ich liebte am meisten die Truhe. Vielleicht habe ich deswegen einen Mann aus einem Land geheiratete, in dem in fast jedem Haus große und kleine Truhen aus Gold, Silber und Bronze stehen.
Man hatte sogar ein extra Zimmer für die Truhen. Die Mütter gaben es an ihre Töchter weiter.Bettdecken aus Samt und Seide mit gehäkelten Borden aus Gold,Silber und Bronze,.Teekannen aus Bronze, die dazu passenden Becher.
Besonders wenn man frisch verheiratet war. wurde alles auf den selbst geflochtenen Betten ausgebreitet. Der Besuch bewunderte alles oder tat zumindest so.
Wenn ich jetzt auch wieder in Deutschland lebe, erinnere ich mich gerne an das Land,den fallenden Sandkörner aus Bronze .Hätte ich doch eines mitgenommen. Habe ich auch keine Millionen,doch bin ich reich. Die liebe meiner Söhne,meiner Neffen und Nichten aus dem fremden Land,die Liebe meiner Enkel und meines Mannes sind wie Gold, Silber und Bronze zusammen.

(c) Britta Khokhar

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