Geschichte des Tages: Nadin Brunkau – Die Krümmung der Zeit

Geschichte des Tages: Nadin Brunkau – Die Krümmung der Zeit

31.09.2017

Die Krümmung der Zeit

…oder der Moment, an dem wir physikalische Gesetzmäßigkeiten einfach aushebeln.

Was sind das für Augenblicke, in denen wir selbst manchmal staunen:

Schließlich wissen wir von klein auf, dass 60 Sekunden eine Minute ergeben und 60 Minuten eine Stunde.

Und doch kommt es uns manchmal so vor, als säße dort am Uhrwerk und Zahnrädchen des Lebens, ein kleiner grauhaariger Mann, der diese Regel an manchen Tagen etwas anders auslegt.

Zum Beispiel dann, wenn wir glauben, die Zeit scheint still zu stehen, nicht zu vergehen, in den unendlichen Momenten des Wartens.

In den Augenblicken des Ausharrens, des Haderns oder der Angst, alleine zu sein mit unseren Befürchtungen, scheinen Sekunden und Minuten mitunter einer Ewigkeit zu gleichen.

Vergessen ist dann in dem Moment die Regel oder Norm des gleichmäßigen Hüpfens des Sekundenzeigers auf dem Ziffernblatt, wenn wir nach den dunklen Stunden erschrocken feststellen, dass erst ein paar wenige Minuten vergangen sind.

Im Gegensatz dazu erinnern wir uns dann an den letzten Moment, als wir im Taumel des Glücks, der Geborgenheit oder eines anderen wunderbaren Augenblickes mehr als einmal das Gefühl hatten, die Zeit, sie rinnt wie Sand durch unsere Hände.

An unseren Wunsch, den Augenblick festhalten zu wollen, ihn nie wieder zu verlassen und am liebsten für die Ewigkeit einzufrieren.

Und anschließend an unseren erschrockenen Blick auf die Zeiger der viel zu laut tickenden Uhr, die uns vorgaukelt, eine Stunde verginge in fünf Minuten.

Wie ist sie doch in unserer Wahrnehmung so dehnbar:
Diese verlässliche, stetig gleich schnell laufende Zeit in unserem Leben.

Wenn aus Minuten Stunden werden können und die Stunden fliegen wie Minuten.

Zeit ist relativ;
das wissen wir nicht erst seit Albert Einstein, und wir selbst müssen keine kleinen Einsteine sein, um dieses Phänomen zu erleben.

So bleibt uns der Wunsch, dass die trüben Stunden schneller fliegen, wohingegen die Augenblicke des Glücks endlos erscheinen mögen!

(c) Nadin Brunkau

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