Geschichte des Tages: Louise Bourbon – Ein Kuss nur – seulement un baiser

Geschichte des Tages: Louise Bourbon – Ein Kuss nur – seulement un baiser

14.10.2017

Ein Kuss nur – seulement un baiser

So lieg‘ ich hier in stiller Nacht,
Find‘ keine Ruh, bin um den Schlaf gebracht.
Ein Kuss nur, den ich einst ersehnte,
Sehnsucht, wenn ich deine Lippen wähnte,

So lag ich hier einst sehnsuchtsvoll,
Spürte, wie mein Herz mir schwoll,
Und sprach mir selbst mit jedem Atemzug,
Ein Kuss nur, dann sei es genug.

Nun lieg ich, wache, ruhe nicht,
Schmacht‘ im silbern Mondeslicht,
Madame la lune, am Himmel droben,
Trägt schon ihre zarten Roben.

Es deucht, als ob die Nacht mir wispert,
Ins lauschend Ohr den Namen flüstert,
Denn wenn der Schlaf sich mir erbarme,
Träum‘ ich mich in deine Arme.

Liebkosend deine Hand aufbindet
Wo sich doch mein Herz befindet
Der Missgunst Geist er schreitet ein
Mein Herz befiehlt ihm: halte ein,

Mein Leib erhitzt, er steht in Flammen,
Sehnend, was du angefangen,
Bieg‘ mich unter deinen Küssen
Glaub‘ vor Glut vergeh’n zu müssen,

Mein Herz weiß, was mein Leib nur ahnt,
Die Liebe sich den Weg nun bahnt,
Deinen Namen auf den Lippen,
Seufz‘ ich Worte voll Entzücken,

Geliebter, deine Augen bannen meine,
Geliebter, endlich bin ich nun die deine …
Doch dann, zu meinem Ungemach,
Schrecke ich aus meinem Schlaf.

Ein Kuss nur, den ich einst begehrt,
Ist’s, der mir jetzt die Ruh‘ verwehrt.
Ach, könnt‘ die Welt ein Traum nur sein,
Schlief‘ ich in deinen Armen ein.

Louise Bourbon, 2017

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