Timo Koch

Autoreninterview Timo Koch

Timo Koch wurde 1979 geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Da er beruflich eher technisch und analytisch orientiert ist, sucht und findet er den notwendigen Ausgleich in der Literatur. Er schreibt mit Vorliebe Urban Fantasy – und Horrorgeschichten. Inzwischen hat er aber auch schon die ein oder andere Kurzgeschichte zum ganz normalen, zwischenmenschlichen Wahnsinn verfasst. Das ist ja auch nicht so weit entfernt vom Horror…
Auch einige Drehbuchprojekte sind in Arbeit.
Timo Koch leitet zudem noch einen literarischen Kreis (www.offenautorenkreisreken.de) und engagiert sich in der Literaturförderung.

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Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Ich hatte schon immer eine recht rege Fantasie. Mein Interesse am Schreiben hat sich mit den freien Aufsätzen während meiner Schulzeit entwickelt.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Ich Plotte immer nur einen kleinen Teil der Story vor, der Rest entsteht praktisch von allein. Ich mache das nicht, damit ich den Plott finde, sondern weil ich bei der Eingabe der Sätze am Rechner (quasi zwanghaft) ständig nach der richtigen Formulierung und dem richtigen Aufbau suchen muss.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Beides.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Ich habe eine Grundidee. Dann entwickle ich die Protagonisten und „werfe“ sie in das Szenario. Dann schreibt sich der Rest von allein. Meine Figuren erzählen im Grunde die Geschichte, ich schreibe sie nur auf. Meine Inspiration bekomme ich, so wie vermutlich die meisten Autoren: Aus dem Leben.

Ich beobachte sehr gerne mir völlig fremde Menschen oder lausche ihren Gesprächen. Dann stelle ich mir vor, wie diese Menschen wohl auf eine unerwartete oder fantastische Situation reagieren würden. Das ist meistens der Beginn einer Idee.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Erst ein „Abriss“ von Hand, dann in den PC.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Früher habe ich immer Musik gebraucht, am besten ohne Gesang oder herausragende Instrumente. Heute kann ich meine Umwelt beinahe vollständig ausblenden. Aus Gewohnheit höre ich aber immer noch oft Musik dabei.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Aaranai geht?

Es geht um ein junges Pärchen. Sie gehen ganz normalen Berufen nach und sind gerade erst dabei, sich ihr Leben aufzubauen; demnach haben sie auch nicht besonders viel Geld. Doch vor kurzem haben sie bei einem Internetgewinnspiel eine luxuriöse Reise in ein verschneites, schwedisches Bergdörfchen gewonnen. Relativ schnell merken sie aber, dass sie diese Reise nicht zufällig gewonnen haben. Sie werden (oder waren es schon immer?) in einen Jahrtausende alten Kampf hineingezogen, der ihren Mut, ihr Vertrauen und ihre Liebe auf die Probe stellt.

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ja, mehrere. „Aaranai 2“ soll im Sommer/Herbst 2018 erscheinen. Dann gibt es noch ein weiteres Herzensprojekt, dass mich aber sehr viel Zeit kosten wird. Und ich arbeite im Augenblick auch noch an einem Serien – Drehbuch.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Ohne jemandem da draußen zu nahe treten zu wollen (jedem das seine), aber ich würde niemals GayRomace (ich empfinde Homosexualität als etwas völlig Normales, was in diesen „Büchern“ oft völlig verzerrt, instrumentalisiert und pornographiert wird) oder Romantasy (leider häufig zweidimensional) schreiben wollen.

Ich traue mich noch nicht, tiefgründige und umfangreiche Geschichten über das Leben zu schreiben. Ich glaube, dafür reicht mein Horizont einfach noch nicht aus.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Niemanden im speziellen. Fantasyliteratur im Allgemeinen, aber auch gerne Klassiker (Tucholsky, Droste, Shakespeare…). Inspiration entsteht bei mir selten durch geschriebene Texte, wenn, dann vielleicht durch das Gefühl oder die Stimmung, die sie bei mir hervorrufen.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Meine Frau unterstützt mich sehr, sie ist quasi meine „Managerin“.

Hast du noch Zeit für Hobbies nebenbei?

So gut, wie gar nicht. Ein wenig Kochen und hin und wieder mal ein Kinobesuch, das war es.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Eine Blockbohlenhaus an einem norwegischen Fjord und ein wenig Land dabei.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

„Aaranai“ wäre guter Stoff fürs Kino (aber welcher Autor meint das nicht, von seinem Werk?). Über Schauspieler habe ich mir zwar schon Gedanken gemacht, aber das würde meine Figuren wohl zu sehr in eine Richtung drängen. Falls es mal so weit kommt, vertraue ich da auf geübtere Meinungen.

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Auf Facebook, auf Messen und Lesungen. Social Networking ist, ob digital oder real, absolut überlebenswichtig.

Hattest du schon Lesungen?

Ja, schon oft.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Ich fürchte, da bin ich für mein Geschlecht ein Paradebeispiel: Whisky, Wein und gutes Essen. Allerdings mag ich kein Fußball, Balzgehabe und schnelle Autos sind mir auch nicht wichtig.

 Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Ja. Ich betreibe Facebookseiten, habe eine Homepage, versuche in Zeitungen und Blogs zu erscheinen. Fahre auf Messen und gebe Lesungen.

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Ja, unbedingt. Bei mir zu Hause läuft absolut immer (außer zum Schlafen natürlich) und bei jeder Gelegenheit Musik. Ich höre gerne alles, was nicht Mainstream ist. In der Regel Indie und Alternative, zum Beispiel „The Slow Show“, „The War on Drugs“, „Lucy Dacus“, „Björk“, „She & Him“, „Lykke Li“, „Editors“ …usw.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

Würde mir ein wichtiger Teil meines Lebens fehlen, aber ich käme damit zurecht (wenn auch schlecht).

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Viele. Das wichtigste ist wohl, dass man mit anderen Menschen über seine Gedanken, Texte und Ideen spricht und gemeinsam daran arbeitet; und das vor allem außerhalb der digitalen Welt. Versteht mich da bitte nicht falsch, ich bin froh, dass es so etwas wie Facebook und ähnliches gibt. Nirgends kann man sich schneller und weitreichender präsentieren bzw. vernetzen, aber der Abstand, den ein Monitor schafft, tut dem Schreiben und der persönlichen Weiterentwicklung nicht immer gut. Nutzt die Erfahrung und die Weisheit anderer Menschen und versucht, Kritik anzunehmen und umzusetzen.

Und noch etwas: Schreiben bzw. Kunst ist Herz, und sein Herz verschenkt man nicht an jeden. Überlegt euch also mehr als einmal, wem ihr eure Werke zu welchem Preis zugänglich macht.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Ohje, jetzt werde ich zwangsläufig doch noch kitschig werden müssen. Diese „Wünsche“ gönne ich im Übrigen auch (fast) allen anderen Menschen:

  1. Gesundheit für meine Familie (und wenn es sich einrichten lässt, auch für mich)
  2. Mit meiner Frau alt werden (und meine Töchter zum Altar führen zu dürfen)
  3. Im hohen Alter immer noch genauso abgedreht zu sein, wie ich es heute bin

 Vielen Dank für das offene Interview, Timo Koch, und weiterhin viel Erfolg.

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