Dieter R. Fuchs

Autoreninterview Dieter R. Fuchs 

In meinem früheren Berufsleben war ich als Wissenschaftler und Forschungs-Manager weltweit unterwegs, unter anderem für die Fraunhofer-Gesellschaft. Ehrenamtlich engagierte ich mich beim unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen gegründeten Weltdachverband der Angewandten Forschung (WAITRO), für den ich als Präsident mit Sitz in Malaysia den Brückenschlag zwischen Industrie- und Entwicklungsländern mitgestalten durfte. Die letzte berufliche Station war schließlich fünf Jahre lang das faszinierende Emirat Dubai. Aus diesem recht turbulenten Lebenslauf schöpfe ich nun, seit 2012 im Ruhestand, viele Ideen und Charaktere für meine schriftstellerischen Aktivitäten.

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Wie bis du zum Schreiben gekommen?
Das war ein Virus, der mich schon als Jugendlicher packte! Ich schrieb bereits mit 12 Jahren intensiv Tagebuch, auch kleine erfundene Geschichten, ganz für mich selbst. Später im Beruf waren Forschungsberichte, Förderanträge und populärwissenschaftliche Artikel neben Fachpublikationen durchaus von mir nicht als notwendiges Übel empfundene, sondern sogar geliebte Aktivitäten – und so entwickelte sich langsam auch die Begeisterung fürs belletristische Schreiben weiter. 

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?
Bei Kurzgeschichten und Lyrik arbeite ich frei aus dem Kopf heraus. Bei Romanen dagegen entwickle ich nach intensiver Recherche zunächst sorgfältig einen Plot und die literarische Struktur. An diesem Grundgerüst arbeite ich dann weiter, lasse aber spontane Ideen gerne zu.

 Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?
Bislang hatte ich das Glück, für alle meine Manuskripte auch Verlage zu finden, die mich unter Vertrag nahmen. Ich schließe jedoch nicht aus, auch einmal als Selfpublisher etwas zu publizieren, dies erscheint mir durchaus ebenfalls attraktiv.

 Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?
Ich arbeite in einem sehr ungewöhnlichen Genre-Mix: Meine Roman-Handlungen drehen sich immer um eine asiatische Antiquität, insbesondere um Miniaturschnitzereien wie japanische Netsuke oder chinesische Amulette. Da ich solche Objekte seit Jahrzehnten sammle, fängt eine neue Roman-Idee meistens damit an, dass ich beim historischen oder kunsthistorischen Recherchieren zu einem meiner Sammlungsstücke auf etwas Spannendes stoße, das mich fasziniert. Von diesem „zündenden Gedanken“ versuche ich dann einen unterhaltsamen, spannenden und möglichst auch etwas lehrreichen Plot weiter zu entwickeln. So entstehen manchmal kunsthistorisch betonte Romane (wie „Der Tanz der Häsin“), manchmal historische Romane mit magischen Elementen (wie „Hannya – im Bann der Dämonin“). Das hängt dann ganz vom Motiv und von der Geschichte der jeweiligen Schnitzerei ab. 

 Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?
Ich bin da sehr „old-school“. Bei meinen Plot-Entwicklungen helfen mir auch schematische Skizzen, wo ich in einem Zeitgerüst verschiedene Handlungsstränge graphisch darstelle. Manchmal ähnelt ein Grobentwurf eher einer Landkarte als einem Textdokument! Aus diesem Grund, aber auch weil ich gerne handschriftlich Dinge zu Papier bringe, arbeite ich erst ab einem schon ausgereifteren Stadium am Notebook.

 Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?
Eher entspannt J Ich kann auch mitten in einem krachvollen Cafe konzentriert arbeiten, da ich dann wie unter einer Glocke in meine Fantasiewelt abtauche.

Magst du kurz anreißen, worum es in deinem nächsten Roman „Zhulong – ein Drache erwacht geht?
Es ist ein klassischer Urban Fantasy Thriller, mit einer 14jährigen recht eigensinnigen Protagonistin aus Hamburg, die mitten in der Pubertät steckt. Diese begleitet ihren Vater auf eine Geschäftsreise nach China und findet dort ein uraltes Drachen-Amulett – das seltsame Dinge mit ihr geschehen lässt! Mehr will ich nicht verraten – außer dass es nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Leser/innen ab 14 Jahren geeignet ist und noch dieses Jahr (2018) im Schwarzer-Drachen-Verlag erscheinen wird.

 Arbeitest du an einem weiteren Buch?
Seit mehreren Jahren feile ich schon, parallel zu meinen anderen Projekten, an der sehr aufwendigen Roman-Trilogie „Der Masanao-Adler“. Es handelt sich um einen Science-Thriller, der in 20 Jahren, also in der Zukunft spielt und die abenteuerliche und faszinierende Spurensuche um eine alte Elfenbein-Figur sowie ein geheimnisvolles Samurai-Schwert zum Inhalt hat. Der erste Band ist ganz fertig, der zweite Band fast – und in diesem Jahr werde ich hoffentlich auch Teil 3 abschließen können. Ein Verlagsvertrag ist schon unterschrieben, deshalb hat dieses Vorhaben nun oberste Priorität für mich.

 Gibt es ein Genre, in dem du nicht schreiben würdest / könntest?
Ich habe da eigentlich keine Berührungsängste. Allerdings kann ich mir zur Zeit eher nicht vorstellen, in die Bereiche Romantasy, High Fantasy oder Steampunk vorzudringen.

 Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?
Ich lese viel und querbeet – gerne wechselnd in ganz unterschiedlichen Genres. Und ohne gelegentlich alte Klassiker erneut zu genießen und auch mal wieder bei Goethe, Rilke oder Bronte zu schwelgen, vergeht selten ein Monat. Sicher inspirieren mich gerade auch diese alten Genies, aber ob ich bewusst Anregungen auch für mein eigenes Schreiben mitnehme, weiß ich nicht so recht. Ich trenne sehr klar zwischen jenen Phasen, wo ich lese, und den Arbeitsphasen an meinen Manuskripten.

 Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?
Ich würde sagen, wir haben eine friedliche Koexistenz. Meine Frau weiß, wann ich ganz (und gerne ungestört) in meiner Romanwelt bin und akzeptiert diese „Abwesenheit“, selbst wenn sie zwei Meter neben mir sitzt. Und ich versuche, auch in meinen schreibintensiven Phasen das Sozialleben nicht zu sehr brachliegen zu lassen – ob das immer so gelingt, wage ich aber zu bezweifeln, insbesondere bei der finalen Überarbeitung von komplexen Texten .

 Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?
Ich sammle, wie schon erwähnt, bestimmte asiatische Volkskunst und beschäftige mich recht intensiv mit den historischen, gesellschaftlichen und kunsthistorischen Hintergründen. Außerdem sind meine Frau und ich gemeinsam und regelmäßig sportlich aktiv, reisen gerne und viel und nutzen das tolle kulturelle und gastronomische Angebot in unserer Wahlheimat München. Und im Jazzkeller „Unterfahrt“ sieht man uns auch öfters .

 Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.
Träume, die ich mir selbst erfüllen könnte, eigentlich nicht – da habe ich mir schon sehr bewusst alles erarbeitet und gegönnt, was auf meiner Wunschliste des Lebens so stand. Ein Traum wäre es, gemeinsam mit meiner Frau gesund und glücklich wirklich alt zu werden!

 Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?
Ganz ehrlich? Am liebsten originelle, begabte, aber noch völlig unbekannte Schauspieler und Schauspielerinnen – ich halte nicht viel von „Star-Kult“.

 Wie (oder wo) findest du deine Leser?
Als Verlagsautor vertraue ich natürlich auf die professionelle Marketing-Arbeit meiner Verlage. Aber ich bin auch in den Social Media selbst sehr aktiv, engagiere mich aktiv im Freien Deutschen Autoren Verband FDA und nutze deren Printmedien als Kommunikations-Plattform. Außerdem sind regelmäßig Lesungen und Interviews mit mir im Literatur Radio Bayern zu hören und ich schreibe als Gastautor bei verschiedenen Blogs.

Hattest du schon Lesungen?
Ja, und ich weiß diesen direkten Kontakt zu den Lesern sehr zu schätzen. Ich konnte auf der Leipziger Buchmesse lesen, sowie bei Veranstaltungen des Autoren-Verbandes und von Münchner Künstlerkreisen, bei Kultur-Veranstaltungen und Open-Air-Events.

 Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?
LOL – das ist eine schwer zu beantwortende Frage J. Ich sage mal: Ich schlemme oft und gerne und genieße auch gute alkoholische Getränke, und bei einem exzellenten Wein oder alten Single Malt Whisky kann ich schwer widerstehen.

 Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?
Abgesehen von den schon oben genannten Aktivitäten, die ich eher als „Öffentlichkeitsarbeit“ bezeichnen würde, schalte ich selbst keine gezielte Werbung in irgendwelchen Medien. Außer natürlich den jeweiligen Buchseiten und Autorenseiten bei Facebook und in einschlägigen Foren. Ich habe auch eine Autorenseite bei Amazon und Lovelybooks, betreibe aber keine eigene Homepage.

 Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?
Ja, oft und gerne, und zwar immer mit Kopfhörer, das schirmt gegen die Umwelt herrlich ab und man kann sich wunderbar konzentrieren. Das Spektrum reicht von Jazz über Soul und Rock bis zu Mozart und Bach, je nach Stimmung und aktueller Romanhandlung.

 Wenn du nicht mehr schreiben könntest…
… würde mir etwas für mein Leben wichtiges fehlen – aber die Welt ginge auch nicht unter! Dann fände sich eben eine neue Beschäftigung, in der man sich kreativ entfalten könnte.

 Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?
Ich würde unbedingt empfehlen, sich vorm „Loslegen“ ein paar eigene Gedanken zu machen, warum genau, für wen und mit welcher Zielsetzung man wirklich schreiben will. Und einschlägige Literatur- und Autoren-Portale sind toll, um einen ersten Einblick in die Szene, in die Verlagswelt und Selfpublisher-Optionen zu gewinnen. Außerdem sind Foren und Gesprächskreise gerade in der Startphase unheimlich hilfreich, virtuell und auch in der persönlichen Begegnung mit anderen Schreiberlingen. Autoren-Treffen und –Stammtische, Verbände und Künstler-Clubs gibt es fast überall und man freut sich dort immer über Gäste und neue Mitglieder!

 Deine drei Wünsche an die gute Fee? (wenn man „Frieden für die Welt“ weglässt)
1. Geistige und körperliche Gesundheit für meine Lieben und gerne auch für mich selbst!
2. Dass sich viele nette Menschen an meinen Büchern erfreuen!
3. Dass meine Freude an neuen Erfahrungen und die Kreativität noch lange anhalten!


Vielen Dank für das offene Interview, Dieter R. Fuchs, und weiterhin viel Erfolg.

*Diese Seite kann Verkaufslinks und Werbung beinhalten.

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Ein Kommentar zu Dieter R. Fuchs

  1. Petra Weise sagt:

    Das offene Lachen auf diesem Foto animierte mich, dieses Interview sofort aufmerksam zu lesen. Doch solch ungewöhnlichen Antworten bekommt man nicht alle Tage und ich kann mir das recht spannende Leben und das Abtauchen in die Spurensuche gut vorstellen.

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