Denise Bormann-Ervens

Autoreninterview Denise Bormann-Ervens

Ich bin 36 Jahre alt, wohne am schönen Niederrhein in unmittelbarer Nähe zur niederländischen Grenze und arbeite als Kommunalbeamtin. Ich lese leidenschaftlich gerne. Lesen bedeutet für mich die Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten, einfach die Seele baumeln zu lassen. Und ich bin, wie man wahrscheinlich schon vermuten konnte, ein riesiger Dartsportfan. Das tollste Erlebnis war der 9Darter von Adrian Lewis in Düsseldorf, den ich live erleben durfte. Es war einfach unglaublich. Vielleicht gelingt es mir ja, bei dem ein oder anderen Leser das Interesse für den Dartsport zu wecken.

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 Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Ich hatte schon viele Jahre den Wunsch selber ein Buch zu schreiben. Ich denke das geht vielen begeisterten Leseratten so. Aber es hat irgendwie nie geklappt. Aber die Idee hat mich eigentlich nie losgelassen. Und irgendwann habe ich dann einfach angefangen. Lange hab ich überlegt, in welchem Bereich ich meinen Krimi ansiedeln möchte. Und da ich schon seit vielen Jahren ein großer Dartfan bin, hab ich mich entschieden, das zu kombinieren.

Und dann ging es richtig los. Charaktere überlegen und eine grobe Idee nahmen immer mehr Gestalt und irgendwann hielt ich dann – wider Erwarten – ein fertiges Manuskript in meinen Händen. Hat verdammt lange gedauert von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Aber das war dann auch ein echt tolles Gefühl.

Und da ich noch so einige Ideen habe, warum also nicht weitermachen?

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Ich hab am Anfang nur eine ganz grobe Idee. Und dann schreib ich einfach drauf los. Manchmal auch nicht chronologisch. Es kann auch passieren, dass ich eine Idee gab für das Ende. Oder den Mittelteil. Und irgendwann füge ich dann alles zusammen. Dann lese ich, verändere und ergänze, lese wieder, verändere und ergänze… Und das geht dann so weiter bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Ich habe keinen Verlag, bei dem ich unter Vertrag stehe, bin aber auch nicht der klassische Selfpublisher. Obwohl ich bei meinem Buch alles selber gemacht hab, auch das Cover designed. Ich nehme aber auch Leistungen in Anspruch, die Tradition anbietet. Ich muss mich also nicht selber um die ISBN oder eine Druckerei kümmern.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Worum es im Kern gehen soll, dass steht fest. Wird jemand ermordet? Oder vielleicht entführt? Raub? Und der Rest der Geschichte entwickelt sich dann beim Schreiben. Die Handlung, die Nebenhandlungen, der Täter. Es ergeben sich immer wieder neue Ideen und die Rügen sich beim Schreiben und Überarbeiten zu einem Buch zusammen.

Die Inspirationen sind einfach da. Mal mehr, mal weniger. Ich denke, dass alles eine Inspiration ist. Dinge die man selbst erlebt,  Dinge von denen man hört. Manchmal auch das Wetter, das Essen, der Himmel der eine tolle Färbung hat. Und das alles fließt dann in das Schreiben ein.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Direkt am PC kommt für mich nicht in Frage. Irgendwie klappt das bei mir nicht. Wahrscheinlich weil ich handschriftlich viel schneller bin als am PC und auch einfach nach Belieben in meinen Aufzeichnungen rummalen kann, was am PC halt nicht geht. Ich habe zig Blöcke und in allen sind Teile meines Buches. So kann ich schreiben wann und wo ich will. Und am Ende wird das dann alles abgetippt.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Störungen kann ich meistens recht gut ausblenden. Wenn ich schreibe, dann tauche ich in die Geschichte ein und dann kann um mich herum auch ruhig der Fernseher laufen,  Autos fahren oder Unterhaltungen stattfinden. Manchmal klappt das aber auch so gar nicht, und dann bin ich ziemlich genervt, weil ich dann einfach nicht mehr vorwärts komme. Entweder fliegt der Block samt Stift dann erstmal in die Ecke,  oder ich zieh mich irgendwo hin zurück, wo ich meine Ruhe habe.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Tod eines Walk-on-Girls“ geht?

Aber klar. Sehr gerne:

Der Dartsport erfreut sich in Deutschland in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Tickets für Turniere in Deutschland sind bereits nach kurzer Zeit ausverkauft. Die Mischung aus Sport und Partystimmung zieht das Publikum in seinen Bann. Wer das einmal live erlebt hat, den lässt es nicht wieder los. So geht es auch dem Kriminaloberkommissar Niklas Reuter aus Bonn, einem Dartfan mit Leib und Seele. Und so freut er sich auf sein dienstfreies Wochenende, das er zusammen mit seinen Kumpeln bei einem Dartturnier verbringen möchte. Doch leider macht ihm die Arbeit einen Strich durch die Rechnung. Eine junge Studentin, die bei dem Turnier als Walk-on-Girl auftreten sollte, wird kurz vor Beginn des Turniers in einem Abstellraum tot aufgefunden. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergibt, dass das Opfer erdrosselt wurde. Da Niklas Reuter vor Ort ist und sich in der Dartsportwelt gut auskennt, übernehmen er und seine Kollegen die Ermittlungen. Dass er das Opfer kennt, macht es für ihn nicht leichter. Die Spuren am Tatort deuten auf einen Mörder aus der Dartsportszene hin. Doch auch ein vorbestrafter Sexualstraftäter rückt in den Fokus der Ermittlungen. Der Fall fordert das ganze Können der Ermittler und bringt sie an ihre Grenzen. Erst als es ihnen gelingt die privaten Geheimnisse des Opfers zu lüften offenbart sich ihnen wer die junge Frau so unbarmherzig aus dem Leben gerissen hat.

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ja, sogar an 2 Büchern. Keine Ahnung ob das eine gute Idee ist. Aber ich hatte mit Band 2 angefangen und irgendwann hatte ich eine Idee für Band 3 die ich unbedingt umsetzen wollte. Also kam ein neuer Block zum Einsatz, denn die Idee hat mich nicht losgelassen. Und nun entwickelt sich mal Band 2 und mal Band 3 weiter, so wie es gerade kommt.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Absolut ungeeignet wäre ich wahrscheinlich für Liebesromane. In meinem Buch und den geplanten Fortsetzungen gibt es natürlich auch Liebe. Sich anbahnende Beziehungen. Aber Liebesromane sprechen mich als Leser einfach nicht an und darum könnte ich sie auch nicht schreiben. Die Geschmäcker sind halt verschieden.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Ich bin ein totaler Krimifan und es gibt so viele tolle Autorinnen und Autoren. Die kann ich hier definitiv nicht alle aufzählen. Aber beispielhaft mal ein paar Namen: Ben Aaronovich, Ruth M. Fuchs, Mara Laue, Dr. Mark Benecke und auch Gaby Kaden.

Meiner Meinung nach entwickelt man sich als Autor mit jedem Buch das man liest und mit jeder Seite die man schreibt weiter. Also ha natürlich, andere Autoren inspirieren mich auf jeden Fall.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Von meinem ersten Buch habe ich niemandem aus meiner Familie etwas erzählt. Erst als ich Eigenexemplare meines Buches bekam, hab ich ihnen gesagt. Ich war mir ja nicht sicher, ob ich es wirklich schaffen würde, ein Buch zu schreiben. Sie waren echt verblüfft, aber auch stolz.

Jetzt wissen sie natürlich, dass ich an den nächsten Geschichten schreibe, und unterstützen mich. Wenn es mich überkommt und der Block ausgepackt wird,  dann kann ich loslegen und schreiben, schreiben, schreiben.

Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Klar. Ich nehme mir nicht vor mich hinzusetzen und 5 oder 10 Seiten zu schreiben. Es kann passieren,  dass ich wochenlang den Stift nicht anrühre. Ich muss einfach Lust und Laune dazu haben. Sonst kommt da auch nichts vernünftiges bei rum. Und dann schreibe ich mal wieder mehrere Tage am Stück. Mehrere Stunden.

Und da bleibt dann genug Zeit für Hobbys und Treffen mit Freunden. Anders könnte ich mir das auch glaub ich nicht vorstellen. Dazu lese ich selber z.B. auch viel zu gerne.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Schwere Fragen. Wünsche gibt es natürlich. Und ich denke mal, dass das gleiche auch für Träume gilt. Aber ich könnte jetzt keinen auswählen, der alle anderen überragt.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Darüber hab ich noch nie nachgedacht. Und so spontan würde mir da auch niemand einfallen. Aber ich werde mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen. Man sollte halt vorbereitet sein, wenn die Filmindustrie mal anruft 😉.

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Natürlich haben sich Freunde und Kollegen verpflichtet gefühlt mein Buch zu lesen. Obwohl ich natürlich hoffe – und auch davon ausgehe – dass sie es nicht nur aus Pflichtgefühl gelesen haben. Und es ihnen wirklich so gut gefallen hat wie sie mir gesagt haben.

Und meine Familie ist echt stolz und unterstützt mich. Sie nehmen mein Buch gerne mal als Geschenk für Freunde und Bekannte mit.

Dazu hoffe ich über die entsprechende Werbung Leser auf mein Buch aufmerksam zu machen und durch Autoren- und Buchvorstellungen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Und dann gibt es bestimmt auch Leser, die mehr zufällig über mein Buch stolpern, z.B. wenn sie im Onlinehandel den Suchbegriff Dart eingeben.

Mund-zu-Mund-Propaganda also oder im digitalen Zeitalter halt auch Posten, Teilen, Liken 😉.

Hattest du schon Lesungen?

Hier fällt die Antwort mal kurz und knapp aus: Nein.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Schokolade und Kuchen oder besser gesagt: Süßigkeiten in fast jeder Form. Und den herzhaften Snacks, wie Chips oder Käsesstangen kann ich auch nur sehr schwer widerstehen.

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Natürlich haben Freunde und Kollegen mitbekommen, dass ich ein Buch veröffentlicht hab. Dazu nutze ich soziale Netzwerke um auf mein Buch aufmerksam zu machen.

Ich habe eine Autorenseite auf Facebook und poste Werbung auf dieser Seite und auch in verschiedenen Gruppen.

Und es gibt ja auch ganz tolle Blogger. Ich hatte das Glück, da auf ganz tolle Menschen zu treffen,  wie Amy Bell oder Julia von Bücher, Bücher, Bücher. Auch hier sind das nur Beispiele. Es gibt noch so viele andere, wie Secret Bookdreams und Die Zeilenflüsterin. Flowers Büchertagebuch und Manus Bücherregal. Hier jemanden nicht zu nennen ist nicht böse gemeint, aber ich möchte ja nicht den Rahmen sprengen ;-).

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Musik gehört neben Büchern zu den schönsten Sachen der Welt. Aber beim Schreiben bleibt die Musik bei mir normalerweise aus.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

dann würde ich noch viel mehr lesen und mein SuB würde vielleicht ehrlich mal kleiner statt größer.

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Einfach loslegen und nicht zu viele Gedanken machen.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Weltfrieden 😉

Nein, Spaß beiseite. Ich würde mir Zufriedenheit und Gesundheit wünschen. Wunsch zwei wäre, dass jedem anderen von der guten Fee auch ein Wunsch erfüllt wird – allerdings nicht ohne dafür vorher ein paar Regeln mit der guten Fee abzustimmen. Denn nicht jeder Wunsch sollte sich auch erfüllen. Den dritten Wunsch würde ich mir aufheben. Man weiß ja nie, wann man ihn nochmal brauchen kann.


Vielen Dank liebe Denise Bormann-Ervens, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast.

*Diese Seite kann Verkaufslinks und Werbung beinhalten.

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