Gedichtewettbewerb: Wolfgang Schwerdt – Widerstand zwecklos

Wolfgang Schwerdt – Widerstand zwecklos

04.04.2018

Widerstand zwecklos

Wenn glücklich unsre Katzen schmatzen,
genüsslich strecken ihre Tatzen
voll Wonne und mit Akribie.
Wenn Katzen auf dem Bettdeck liegen,
so tun, als ob sie Tonnen wiegen,
dann lassen wir in Ruhe sie.
Wenn schnurrend sie um Beine streichen,
mit großen Augen Mitleid heischen,
die Menschen widerstehen nie.

Wenn Katzen an den Nerven sägen,
des Menschen, der versucht mit Brägen,
Lyrik zu schaffen fein und zart.
Wenn Panterchen mit festem Schritte,
stolzieret auf der Tasten Mitte,
für Dichtkunst wird’s besonders hart.
Doch dann weiß Katze ganz genau,
mit Köpfeln und zartem Miau,
zu schmieren Honig um dein Bart.

Wenn Katze nicht stört deine Kunst,
verweigert strikt dir ihre Gunst,
vergehst du fast vor Angst und Gram.
Du schaust, was kann dem Liebling fehlen,
wirst schnell dich aus der Arbeit stehlen,
die Katz was Falsches zu sich nahm?
Vergiftet könnt sich‘s Fellchen haben,
doch musst du nicht zum Tierarzt traben,
die Katz dich auf den Arm nur nahm.

Doch wenn es dir mal dreckig geht,
die Katze auf der Matte steht.
Dann schleicht sie sich mit warmem Fell,
mit Schnurren, Schmusen, Kuscheln schnell,
hinein ins finstere Gemüt
und du weißt wieder, was dir blüht,
wenn ohne Katz müsstest du leben.

Da kann man sich doch nur ergeben.

(c) Wolfgang Schwerdt

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