Geschichte des Tages: Uwe Tiedje – Eine nicht ganz alltägliche Geschichte

Geschichte des Tages – darf überall geteilt werden

Eine nicht ganz alltägliche Geschichte

Es war reiner Zufall, als ich 2015 entdeckte, dass man sein Buch ganz einfach über Amazon veröffentlichen kann. Im Dezember 2015 ging ich es dann endlich an, nach Jahren der Schreiberei im stillen Kämmerlein und stellte meinen ersten Thriller online.
Es folgten einige Wochen, in denen ich ständig die Verkaufszahlen kontrollierte und mir nach und nach klar wurde, das Amazon das Drumherum sehr einfach darstellte und ich ziemlich blond und bar jeglichen Hintergrundwissens an die Veröffentlichung herangegangen war. Leser kaufen eben nicht automatisch das eingestellte Buch, der Selfpublisher muss selbst etwas dafür tun. Zum Beispiel für sein Werk werben.
Toll – und jetzt?
Herr Google würde vielleicht helfen. Ich surfte Stunden, Tage, Wochen im Internet und fand nach und nach Möglichkeiten, wie ich auf mein Buch aufmerksam machen konnte. Vernetzte mich über eine amateurhafte, selbsterstellte Homepage mit anderen Autoren und damit begann die nicht ganz alltägliche Geschichte.
Ich gründete eine Facebook Gruppe, dass Autoren_Netzwerk. Natürlich hatte ich dabei einen Hintergedanken. Einer allein wird selten vom Umfeld wahrgenommen, aber viele zusammen, als Einheit, die würden Beachtung finden. Zum anderen konnte ich anderen die Zeit ersparen, in der sie nach Informationen im Netz forschen würden. Meine gesammelten Ergebnisse würde ich an andere weitergeben und diese im Gegenzug ihre an mich und andere. Klar war von vornherein, dass nicht alle Gruppenmitglieder mitmachen würden. Es würde wie immer diejenigen geben, die nur für sich nehmen würden. Hinein in die Gruppe, Wissen aufsaugen und hinaus aus der Gruppe, typisches Verhalten also von vielen, wie im wirklichen Leben.
Was auf die Gruppengründung folgte, überrollte mich, denn damit hatte ich nicht gerechnet.
Täglich strömten neue Menschen in die Gruppe, stellten ihre Fragen, begannen, Fragen von anderen zu beantworten. Immer wieder musste ich Google bemühen, immer neue Fragen tauchten auf, wurden beantwortet, im eigenen Hirn sozusagen gespeichert. So wie die Gruppe wuchs, so wuchs auch mein eigenes Wissen zu allen Themen rund um das Schreiben.
Am Anfang war alles ein Riesenaufwand. Wir rüsteten auf, von 2 Gruppenadministratoren auf 6. Meine eigene Schreiberei stellte ich zurück. Erstmal war mir jetzt wichtig, die Gruppe voranzubringen, eine Basis für die Vernetzung zu schaffen. Je mehr AutorInnen als Mitglieder in der Gruppe mitmachten, umso leichter wurde die Arbeit für mich und die anderen. Wir mussten nicht mehr jede Frage beantworten, das übernahmen jetzt andere freiwillig für uns von sich aus.
Das Autoren_Netzwerk wuchs und wuchs. Eine Homepage kam dazu, eine Facebook Seite. Andere, spezialisierte Gruppen, Ableger vom Autoren_Netzwerk und weitere Seiten in den sozialen Netzwerken wie Twitter, Google +, LinkedIn und Tumbldr entstanden. Sogar einen eigenen Youtube Channel erstellten wir.
Aktionen wie Autoreninterviews, Geschichte des Tages, zwei Anthologien und viele andere Dinge entstanden aus dieser Gruppe heraus. Verlage und Selfpublisher Plattformen stellten sich im Live Chat vor, wurden mit Fragen der Mitglieder unter die Lupe genommen, halfen dabei, herauszufinden, ob es Sinn machte, dort etwas zu veröffentlichen.
Großverlage beantworteten plötzlich meine Anfragen, Amazon stellte Aktionen in der Gruppe vor. Was war denn jetzt plötzlich anders als bei meinen früheren Anfragen, als ich keine Antwort bekam?
Die Antwort darauf war einfach. Anfragen von 100 oder 150 AutorInnen wurden nicht ernst genommen. Aber jetzt fragte ich an im Namen von 3000, 4000 und heute fast 5000 Autoren. Und plötzlich wurde die Facebook Gruppe Autoren_Netzwerk ernst genommen, gewann allein durch die Anzahl ihrer Mitglieder an Gewicht.
Wo der Weg hingeht, kann ich nicht sagen. Diese Frage kann ich heute nicht beantworten, aber eines weiss ich genau. Die Gründung der Gruppe hat vielen geholfen, ihre Geschichten, ihre Bücher bei Verlagen und Literaturagenten unterzubringen. Oder wir haben sie zumindest in unseren Anthologien untergebracht.
Viele waren im Radio mit ihren Büchern, Geschichten und Gedichten zu hören. Einige haben durch unsere Gruppe Ausschreibungen entdeckt und Preise sogar bei Amazon gewonnen.
Täglich kommen über unsere Aktionen AutorInnen auf die Homepage, werden von dort in alle vorher beschriebenen sozialen Netzwerke verteilt und erreichen dadurch eine Menge Menschen, die unseren diversen Aktivitäten folgen.
Nach drei Jahren behaupte ich, der teilweise harte und nervige Weg hat sich gelohnt.
Jetzt werden sich sicher viele fragen, sollen wir jetzt danke sagen dafür?

Nein, das sollt ihr nicht. Ich möchte mit diesem kleinen Rückblick danke sagen.

Danke für drei tolle (wenn auch manchmal nervige 😊 ) Jahre mit euch.

Danke dafür, dass ihr euch jeden Tag so in diese Gruppen einbringt.

Danke für all das Wissen, das ihr mir in den drei Jahren vermittelt habt. Durch die Zeitungsmeldungen über das Autoren_Netzwerk und seine Anthologien, die es ohne euch nie gegeben hätte, bin ich hier in meiner Heimatstadt selbst ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden. Der Landkreis hier hat mir z. B. die Leitung des Autoren Stammtisches angetragen. Ich habe in den drei Jahren unzählige Kontakte geknüpft, die ich heute für mich und andere nutzen kann.

Danke auch dafür, dass ihr mir durch all eure Antworten auf die Fragen eurer Kollegen selbst bewusst gemacht habt, wie viele Fehler ich selbst bei der Veröffentlichung meiner Bücher gemacht habe. Konsequenz aus dieser Erkenntnis – ich habe all meine Bücher aus dem Verkauf genommen, um sie mit dem durch euch erworbenen Wissen aus 3 Jahren Autoren_Netzwerk jzu überarbeiten und ihre Qualität zu verbessern.

Und letztendlich – Danke das ihr mich schon so lange ertragt. Ich weiß selbst, dass ich manchmal schwer zu ertragen bin, dass ich stur und unangenehm sein kann. Aber all diese unangenehmen Eigenschaften von mir haben diese Gruppe dahin gebracht wo sie jetzt ist.

Also, danke für alles und danke fürs Lesen dieser kleinen Geschichte 😊

2 Gedanken zu „Geschichte des Tages: Uwe Tiedje – Eine nicht ganz alltägliche Geschichte

  1. Super geschrieben, lieber Uwe, besser geht es wirklich nicht! Wort für Wort!
    Es war für DICH und DEINE Lieben, das Team und für uns auch, ein harter und steiniger Weg.
    Eintagsfliegen kamen, die nur sehen wollten, was hier abging und die glaubten, im NU erfolgreich und reich zu werden.
    Wir wissen, dass dem nicht so ist und waren nicht blauäugig.
    Es gab Momente, wo ich an mir selbst verzweifelte!!!
    Die Anforderungen, Bedingungen um alle Regeln zu beherrschen, dem bist du, – er meinte mich, – nicht gewachsen …
    »Schmeiß hin« So seine Worte.
    Nein, dachte und sagte ich laut zu mir, ‚wenn ich jetzt aufgebe, dann habe ich verloren!‘
    Immer wieder sagte ich mir mach weiter, mach weiter!!!
    Wir haben hier wunderbare Menschen kennengelernt, sind fast wie eine Familie.
    Ich blödele gerne, das tat und tut gut, auch weil wir eine dufte Truppe sind uns vertragen, Mut machen, bei Krankheiten uns erkundigen, wie es geht und in jeglicher Hinsicht Tipps gaben und geben. An erster Stelle stand natürlich das Schreiben und das DRUMHER. alles was Du bereits aufgeführt hast. Wegen des Respekts schreibe ich Du groß.
    Eigentlich haben wir eine schöne Zeit gemeinsam hinter uns.
    Habe viel von EUCH allen gelernt, kämpfe weiter. Es gibt noch viel zu erreichen. Weiter so!
    Bin dankbar für alles. Sicher nicht nur ich. Spreche gerne für andere, weil ich weiß dass sie auch ähnlich denken. Danke nochmals.

  2. Das Wort, mein Mann fehlt. Hatte etwas gekürzt. Er fördert und fordert mich. Leidet jedoch, wenn ich zu viel schreibe, lese und andere zeitraubende Dinge tue. (Altruistisch, pro sozial)

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