Gedichtewettbewerb: Lara Hill – Ein paar Körnchen Sand …

Lara Hill – Ein paar Körnchen Sand …

14.04.2018

Ein paar Körnchen Sand. . .

Wieder einmal. . .
haben wir uns gegenseitig fertig gemacht.
Und das nicht gerade zärtlich oder sacht.
Wir haben gehetzt und verletzt.
Wie immer. . .
ging es mal wieder um das altbekannte Recht. . .

„Wenn ich an deine hassenden Blicke denke,
möchte ich fliehen in die unterste Senke.
Immer nur willst du dich mit mir messen . . .!
Total irre . . . !
Du bist ja gnadenlos besessen.
Das war wieder mal der neuste Stand.
Was ich dabei emotional empfand?

Beweisen hätte ich dir müssen. . .
einen schonungslosen Kampf.
Warum sagst du nichts . . . ?
In den Boden hätte ich dich treten müssen. . .
Mit purem, kalten Dampf!
Was stierst du mich so an . . .?
Du hast doch angefangen . . . !
Du als Mann!

Hysterisch soll ich sein?
Diesen Spruch. . .,
den wolltest du mir immer schon
anheften, ans Bein!
So einfach ist das aber nicht. . .
Starr nur weiter und sage einfach nichts!
Siehst du deine Fehler nicht ein . . .?
Du . . ., ja du bleibst für mich heute
das absolute – NEIN!“

Sie ging und warf die Türe hinter sich zu.
Sie fühlte sich toll. . .
Erhitzt und einfach cool.
Letztendlich hatte sie auch noch ihre Ruh.

Er. . . ,
holte zwei Gläser aus dem Schrank
und goss einen Wein ein,
stieß mit sich an und es klang. . .
Dann brüllte er lauthals in den Raum:
„DARLING. . . !!
Ich liebe dich . . .!
Und werde dich immer lieben . . .,
so wie du bist!

Nimm alles was du willst!
Deine Freiheit. . .!
Deinen Stolz und dein Leben!
Trotzdem ist unsere Liebe
für mich ein kühler Regen!
Tu einfach alles was du willst. . ,
aber tu es endlich, verdammt noch mal,
wenn es dir hilft . . .!“

Totenstill war es danach im Raum.
Nur ein paar Sonnenstrahlen,
die sich durchs Fenster trauen.
Langsam kam der Abend herbei.
Der Wein reichte nun nicht mehr,
für „Liebende“ Zwei.
Er . . ., sah müde aus, aber ruhig und gefasst.
Nach Stunden explosiver Hasst.

Die Nacht brach langsam, schleichend herein.
Er starrte nunmehr ins Kaminfeuer hinein.
Das Knistern des Feuers, die Wärme der Glut.
Die Wirkung des Weines. Vorbei die Wut.
Er schlief ein und träumt von der Liebe.
Von diesem Streit.
Der gefiltert wurde durch drei Siebe.
Durch das erste Sieb wurde gegossen die Wut.
Das Ergebnis darunter?
Ein leeres, weißes Tuch.
Durch das zweite Sieb wurde das Rechten geschüttet.
Wieder blieb nichts übrig,
nur ein leichtes, zaghaftes Rütteln.
Durch das dritte Sieb. . .,
schüttete man des Kampfes spärlichen Rest.
Dieser verflog schnell. . .
und hat sich nirgendwo abgesetzt.
Nur ein Lächeln lag auf dem dünnen Stoff,
und man hat wieder milde auf die Liebe gehofft.

Langsam wacht er aus dem „Träumen“ auf.
Die Glut war klein, das Feuer aus.
Auf dem Tisch neben ihm lag ein weißes Tuch,
mit ein wenig Sand und Parfümgeruch.
Und mit rosarotem Lippenstift stand darauf
geschrieben:
Den Sand fand ich in deinen Taschen heut . . .,
da hatte ich beinahe gedacht . . , dass du mit „Ihr“. .
und hatte übersehen, dass du mir Muscheln
mitgebracht
So hätten ein paar Körnchen Sand,
fasst schleichend und sehr elegant,
wo wir die Liebe doch gepflegt. . .
unser Getriebe lahm gelegt.
Nur ein paar Körnchen Sand,
die ich in deinen Taschen fand.

(c) Lara Hill

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