Gedichtewettbewerb: Ursula Wedemann – Luft

Ursula Wedemann – Luft

24.04.2018

Luft

Mit einem Lufthauch fing es an,
Luftschlösser hängten sich daran.

Luft treibt meine Gedanken hinweg,
viele ihrer Eigenschaften im Gepäck:
weich und hart,
kühl und warm,
dick und dünn,
der Luft Sinn.

Sie ist
heiß und eiskalt,
stickig und klar,
kann zart flimmern,
und rötlich schimmern.
Sie ist knapp oder durchdringt,
so wie sie manchmal Neuigkeiten bringt.

Sie kann wirbeln, sich legen
oder bewegen.
Man kann in ihr hängen
oder sie verdrängen.
Vögel, Insekten,
Schmetterlinge wollen in ihr fliegen
Auch meine Gedanken,
die ranken
in der Luft,
doch manches verpufft.

Wir husten und pusten,
hauchen und verbrauchen.
Luft lässt es schallen
und Türen knallen.
Luft erzeugt Druck,
macht einen Ruck.

Und ohne?
Was wären Pusteblumen ohne Luft,
Rosenblätter ohne Duft?
Berlin wäre nur halb so schön,
Flugzeuge könnten nicht nach oben gehen,
Rauch und Nebel gäbe es nicht,
Leichtigkeit hätt’ kein Gewicht.

Über Wolken könnte keiner fliegen,
Vögel müssten am Boden liegen,
Federn hätten keinen Sinn,
in Wasser wären keine Luftblasen drin.
Feuer würde nicht entfacht,
und die Erde hätte keine Blumen hervorgebracht

und Luftballone
ohne?

Ohne Luft würde sich alles in Luft auflösen,
das wär’s gewesen!

Doch jetzt ist die Luft rein,
mir fällt nichts mehr ein.

(c) Ursula Wedemann

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