Farina Eden

Autoreninterview Farina Eden

1977 in Berlin geboren, entdeckte Farina Eden bereits als Kind ihre Begeisterung für Bücher und begann früh mit dem Schreiben. Nach Schule und Abitur fand sie einen Weg, die Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrem Beruf zu verbinden. Sie studierte Deutsch und Englisch und unterrichtet heute an einer Realschule in Baden-Württemberg, wo sie gemeinsam mit Mann und Tochter lebt. 2015 entdeckte sie ein weiteres Hobby, dem sie sich seither mit Begeisterung widmet: Sie lernt Schlagzeug spielen.

Kreativität kennt keine Grenzen. Genau das ist der Grund, warum sich die Autorin bisher weder auf ein Genre, noch auf eine Zielgruppe festlegen wollte. Historischer Roman, Kinderbuch, Jugendbuch, Krimi oder Kurzgeschichten – die Autorin schreibt nieder, was sie nicht mehr loslässt.

Der dystopisch-geologische Jugendroman „Panterra Nova“ ist nach dem historischen Roman „Zigeunermädchen“ der zweite Verlagsroman der Autorin.

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Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon als Schulkind gern geschrieben – damals hauptsächlich Geschichten, die in der Schule spielten und sich um Freundschaft und Liebe drehten. Das erste Mal ernsthaft ans Schreiben gedacht habe ich mit Anfang 20, als mir meine Tante von unseren Vorfahren erzählte und ich dachte, dass diese Geschichte spannend genug wäre, um irgendwann einmal erzählt zu werden.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Ich habe beides ausprobiert. Mein „Zigeunermädchen“ habe ich nicht geplottet. Ich hatte einen Anfang und ein Ende und einzelne Fixpunkte, die sich aus meiner Familiengeschichte ergaben. Das war alles. Dementsprechend lange – im Vergleich zum Schreiben heute – hat die Fertigstellung des Romans auch gedauert. So manches Mal habe ich mich regelrecht „ins Aus“ geschrieben und musste dann wieder Szenen streichen oder umschreiben. Im Nachhinein sehr zeitaufwändig. In der Zwischenzeit plotte ich sorgfältig, denn auf diese Weise schreibe ich zielgerichteter und auch schneller. Nicht, dass es um Geschwindigkeit geht, aber jeder, der schreibt, kennt das: Zeit haben wir Hobby-Autoren, die wir nebenher noch einem Brotjob nachgehen, immer zu wenig.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Ich habe Selfpublishing probiert, weil ich bei meinem Kinderbuchprojekt unter Zeitdruck war. Es sollte ein Geschenk zur Geburt werden (was es auch wurde 😊) und da konnte ich natürlich nicht lange auf Verlagsantworten warten. Ich habe mir eine tolle Illustratorin gesucht, das Buch zusammen mit meiner Tochter geplottet, geschrieben und veröffentlicht.

Abgesehen von diesem Kinderbuch bin ich nun aber Verlagsautorin. Ich habe den ganz klassischen Weg über eine Agentur gewählt und hatte damit Glück. Ich bin wirklich sehr dankbar für die Unterstützung durch meine Agentur. Durch sie ist mein „Zigeunermädchen“ übrigens auch als Hörbuch erschienen – gelesen von Oliver Rohrbeck! Wenn das nicht der Hammer ist! Ohne Agentur hätte das sicher nicht geklappt.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Die Idee zu „Zigeunermädchen“ ergab sich, wie erwähnt, aus meiner Familiengeschichte. Eine Lücke im Familienstammbaum erklärte meine Tante damit, dass unsere Vorfahrin von einem Zigeuner schwanger wurde. Das und die Tatsache, dass meine Vorfahren zu dieser Zeit einen Kolonialwarenhandel hatten – also das Mädchen aus gutbürgerlichem Haus stammte – war die Grundidee des Romans.

Mein neues Projekt „Panterra Nova“ ergab sich aus meiner Begeisterung für Dystopien und der Tatsache, dass die andersartigen Welten dort häufig nur mit Krieg in der Vergangenheit erklärt werden. Das Leben wird in all seinen Facetten zwar beschrieben, aber eben nicht der Weg in diese oft düstere Welt. Das wollte ich ändern.

Ansonsten kommen mir viele Ideen im Alltag. Als Lehrerin habe ich schon viele verrückte Geschichten erlebt, die sich in abgewandelter Form und dramatisch überspitzt gut einbauen lassen.

Ich hatte immer befürchtet, dass mir irgendwann die Ideen ausgehen, doch im Moment sieht es nicht danach aus.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich habe ein Scrapbook, dass ich zwischendurch vollkritzel. Vor allem Namen und Daten, aber auch Notizen zu Büchern bzw. Internetseiten, die ich für die Recherche brauche. Ansonsten schreibe ich direkt am PC. Ich arbeite schon eine ganze Weile mit einem Autorenprogramm, mit dem ich sehr gut zurechtkomme.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Ich habe eine Familie, meine Tochter ist 9 und bei uns ist regelmäßig „die Bude voll“ mit Freundinnen, die zum Spielen kommen. Ich schreibe mittendrin – in unserer Wohnküche. Verkrümeln und nichts mehr von meiner Familie mitbekommen, käme für mich nicht in Frage. Und zum Glück bin ich keine Autorin, die absolute Ruhe braucht. Ich setze mich hin und schreibe. Selbst wenn ich mitten im Satz unterbrochen werde und nicht mehr zurückfinde – was solls. Dann wird eben umformuliert.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Zigeunermädchen“ geht?

Das geht wohl am einfachsten über den Klappentext:

Preußen, Mitte des 19. Jahrhunderts: Das Leben von Maria, der 17jährigen Tochter eines Kolonialwarenhändlers, scheint vorherbestimmt. Sie soll standesgemäß heiraten und anschließend ihren Ehemann dabei unterstützen, das Geschäft des Vaters fortzuführen. Da trifft Maria den Zigeuner Kaló, verliebt sich Hals über Kopf in ihn und wird nach einer leidenschaftlichen Nacht schwanger. Sie weiß, dass ihr Vater eine Beziehung zu einem Zigeuner nie dulden wird und beschließt, mit Kaló durchzubrennen. Doch die Männer der Stadt erfahren von ihren Plänen und nehmen furchtbare Rache an Kalós Sippe. Und während Kaló, als einer der wenigen Überlebenden, alles versucht, um seine Tochter zu retten, steht Maria vor einer Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern würde…

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ja. Mein Jugendroman „Panterra Nova“ hat ein Verlagszuhause bei „Lommlight“ gefunden, dem Imprint vom Thienemann-Esslinger-Verlag und wird im Mai erscheinen. Dieser Roman ist zwar in sich geschlossen, Teil 2 ist allerdings in erster Fassung geschrieben, Teil 3 geplottet. Und ich wünsche mir natürlich, dass auch diese beiden Teile noch erscheinen.

Außerdem schreibe ich aktuell an einem Liebesroman für Jugendliche, der im Frühjahr 2019 erscheinen wird.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Ich fürchte ja. Ich liebe Krimis – eigentlich. Dummerweise machen mir manche davon solche Angst, dass ich bei jedem winzigen Geräusch in der Wohnung Schnappatmung bekomme. Je schlimmer also ein Krimi oder Thriller, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ich ihn entweder gar nicht erst in die Hand nehmen oder einfach wieder weglege.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Das ist wirklich sehr unterschiedlich. Ich achte dabei auch häufig nicht auf den Namen des Autors/der Autorin, sondern darauf, ob mich die Geschichte „einfängt“. Das letzte Buch, das mich so richtig mitgenommen hat, war der historische Roman „Die Tochter der Toskana“ von Karin Seemayer. Dystopien und Sciencefiction (weniger technisch, eher auf andere Welten bezogen, gern auch mit Fantasy-Elementen) lese ich ebenfalls sehr gern. „Das Geheimnis der Sternentränen“ von Anke Höhl-Kayser war beispielsweise toll.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Sie sind riesig stolz und freuen sich mit mir. Sie wissen, dass die Schreiberei inzwischen zu mir gehört.

Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Nicht so viel, wie ich gern hätte, aber ja. Ich lerne Schlagzeug spielen.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Insel-Hopping zwischen Australien und Neuseeland und ein eigenes „Schreibbüro“ in einem Baumhaus.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Schwierig. Die Schauspieler, die mir einfallen, passen leider nicht mehr so ganz zum Alter meiner Protagonisten 😉

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Diese Frage kann ich gar nicht wirklich beantworten. Ich sollte wohl meine Leser eher fragen, wie sie mich finden.

Hattest du schon Lesungen?

Ja. Eine in einem Altenheim und eine in einem kleinen Kölner Theater. Aufregend und mit viel Herzklopfen verbunden.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Schokolade.

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Ja. Nicht, dass ich wirklich Ahnung von Marketing hätte, aber ich versuche aktiv zu sein. Ich habe eine Autoren Homepage , habe mich an unsere regionalen Zeitungen gewendet und Interviews gegeben, habe mit meinem Debüt „Zigeunermädchen“ eine Leserunde auf Lovelybooks gestartet und bin auf Facebook, google+ und Instagram zu finden.

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Eher nicht. Mich nerven die Kopfhörer meist.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

…würde ich häufiger an meinem Schlagzeug sitzen und üben.

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Den Spaß an der Sache behalten und trotz aller Rückschläge – und die kommen! – dranbleiben.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Ich wünsche mir Gesundheit für meine Familie und mich, dass wir weiterhin mit Spaß und Neugier durchs Leben gehen können und mein Baumhaus zum Schreiben.

Vielen Dank für das offene Interview, Farina Eden, und weiterhin viel Erfolg.

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