Gedichtewettbewerb: Ben Ni – Unter dem Grün

Ben Ni – Unter dem Grün

23.05.2018

Unter dem Grün :

Deinesgleichen frisst Seinesgleichen,
sei auf der Hut,
überall ist die böse Brut.

So nährt sich der Wald deiner Philosophie
vom Schmutz auf dem er steht,
auch wenn hin und wieder Bäume fallen
und ein Sturm hinüberweht,
so bleibt doch Vergangenes vergangen,
im Dort,
wo du stehst
und kniest und fällst,
liegst du, stetig gefangen,
in dem was Du für richtig hältst.

Es naht die Zeit in deiner Zeit,
in der Etwas, etwas in dir bewegt
und kurz nur, für einen Augenblick,
einen Zweifel auf deine Seele legt.

Dann wird still hinter den Mauern,
ein leises Erwachen stetig lauter
und schleichend, im tiefen Bedauern,
die verschwiegenen Gefühle
dir wieder vertrauter.

Sie entfesseln ein Chaos
ein Beben,
ein Tosen,
wirbeln um dich ihr Geäst,
alles was steht,
steht dann nicht mehr fest.
Der gedeihende Zweifel
stößt scharfzüngig seine Waffen,
in vernarbte Wunden,
die schmerzlich nun klaffen.

Wild tanzt dein Wald
im Kreis sich zum Sturm,
er wirbelt um dich sein zerfetztes Gewand,
im Auge stehst starr Du
und kannst doch nicht sehen,
die Angst treibt ihre Splitter,
in deinen Verstand.

Die verronnene Zeit
fließt genährt mit Macht,
quälend, zäh und salzig zu Boden.
Die Schreie verhallen
und Lautes schwindet,
die Masken Sie fallen,
wenn die Stille dich findet.
Die Wiederkehr,
das alte Land
erwacht.

Was in dir geht,
geht verloren,
was in dir wächst,
wird wiedergeboren,
schutzlos, zerbrechlich
mit unschuldigem Blick,
wandern große Augen
ängstlich aber weit,
nun sehend,
Stück um Stück, um Stück…,
über das zerfurchte, dreckige,
nackte Alte und verhasste Treue,
deine Wurzeln in der Wahrheit,
das erste Kapitel auf’s Neue.

Stell dich…
in Liebe
zum Leben.

(c) Benjamin Graf 

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