Christa Schyboll

Autoreninterview Christa Schyboll

Christa Schyboll, geb. 1952, Sinzig / Rheinland
Beruf: Viele Jahre als Presse- und Vorstandsassistentin tätig sowie als Redakteurin im Bereich Eventmanagement/Öffentlichkeitsarbeit.
Arbeite seit 2010 als freie Autorin und schreibe in den Genres: Roman, Essay, Sachartikel, Lyrik, Kindergeschichten, Kurzgeschichten, Satiren, Kolumnen und Aphorismen.
Derzeit sind 12 eigene Bücher sowie eine 26teilige Kinderbuchserie realisiert. Weitere Einzelwerke sind in über 50 verschiedenen Buchtiteln anderer Autoren sowie in diversen Anthologien veröffentlicht.
2016 eigene Lesung mit Vortrag auf der Leipziger Buchmesse auf Einladung der Frauenkultur Leipzig. Thema des Romans „Besessen – Die anderen Bewohner“, zur Problematik der multiplen Persönlichkeitsstörung und der Dissoziativen Identitätsstörung.
Folgende eigene Werke sind mit diversen Verlagen bisher realisiert:
 „Himmlische Eingebungen – teuflisch quergedacht“ – Alojado Publishing
 „Wortgewitter und Gedankenblitze“ – Alojado Publishing
 „Spontane Lust auf Meuchelmord“ – Brokatbook
 „Mea maxima culpa – Gottes Magd und Teufels Braut“ Roman, Brokatbook
 „Vom Stinkmichel und seinen Freunden“, 26teilige Kinderbuch-Fortsetzungsserie, Brokatbook
 „Emma dreht auf… und durch“, Shortstory, Brokatbook
 „Besessen – Die anderen Bewohner“, Roman, SWB Media –
 „In jedem Genie steckt auch ein kleiner Idiot“, Aphorismen, Alojado Publishing
 „Zeitwände bersten“, Lyrik, Alojado Publishing
 „Licht das durchs Dunkel bricht“, Denksprüche, Alojado Publishing
 „Taktvoll aus dem Takt“, Aphorismen, Alojado Publishing
 „Jenseits der Dunkelwelt“, Roman, fhl-Verlag Leipzig und Alojado Publishing

Homepage


Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Zum Schreiben über Sachthemen kam ich durch meinen Beruf als Presseassistentin, später als Redakteurin. Der  kreative Teil des Schreibens im Rahmen von Belletristik entwickelte sich in der vorübergehend nichtberuflichen Phase der Kinderziehung. Entscheidend trugen dazu mentale Übungen bei, die meine Kreativität förderten. Das stellte sich als offenbar unversiegbarer Quell bis heute dar. Bücher schreibe ich jedoch erst seit 2012.

 Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Die Ideen fluten mich sozusagen. Sie kommen gerufen und ungerufen. Ein leeres Blatt und keine Ideen? Das ist mir ein völlig unbekannter Zustand. Schwieriger ist es, aus der Fülle des im Bewusstsein vorhandenen Materials immer genau dasjenige herauszukristallisieren, was  prioritär ansteht. Daraus folgt, dass ich generell an mehreren Büchern zugleich arbeite. Phantasie und Ideen stehen in mir Schlange. Da muss ich mich oft selbst vor schützen, weil die Folge  daraus oft schon in Überarbeitung mündete. In heißen Phasen mache ich dann auch die Nacht zum Tag und habe nur wenig Ruhepausen.

 Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Verlagsautor bei mehreren Verlagen.

 Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Die wichtigsten Inspirationen bekomme ich aus der Nacht, wo ja bei jedem Menschen viel mehr passiert, als er meist ahnt. Manches davon kommt aus Klarträumen, die ich beim Aufwachen erinnere. Anderes kommt aus der unbewussten Schicht des Tiefschlafes, wo sich dann auf andere Weise Inspirationen in mein Tagesbewusstsein retten und nach Aufmerksamkeit in mir suchen.  Die ersten Gedanken beim Aufwachen drängen mich meist schon, eine Auswahl für den Tag zu treffen. Doch nicht alles, was sich mir mal klar oder mal nebulös zeigt, ist dann zeitlich auch zu schaffen.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich schreibe gleich  in den PC, allein schon aus Geschwindigkeitsgründen. Es ist immer viel Material da. Später erfolgt jedoch eine strenge Bearbeitung, die nochmals zeitaufwändig sein kann. Aus dem rudimentär Hingeschriebenen entwickeln sich dann immer weitere Ideen.  Handschriftliche Notizen mache ich mir nur in der Nacht (generell liegt Schreibzeug greifbar am Bett) oder auch wenn so ein Ideenschub von unterwegs kommt und ich gerade keinen PC an der Hand habe.

 Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Leicht genervt und gereizt, weil Störungen nun einmal ihrem Wesen nach auch besonders störend sind. Aber ich differenziere dabei, um welche Art von Störung es sich handelt. Es gibt  Störungen, die mir zwar nicht passen, aber die faktisch dringender als meine Arbeit sind. Ich bin ja nun nicht der Nabel der Welt.

Magst du kurz anreißen, worum es in Deinen neuen Büchern geht?

Ich arbeite derzeit an verschiedenen Büchern, die teils kurz vor der Manuskriptabgabe stehen bzw. teils schon bei den Verlagen in Wartestellung zur Veröffentlichung befinden

  1. „Sokrates und die Jugend“: Hier geht es um Nachdenk-Sprüche aus meiner Feder für Jugendliche ab 16 bis 26, die Impulscharakter haben können und das eigene kritische Denken junger Menschen fördern sollen.
  2. „Unter der Lupe  –  Gedanken und Assoziationen zu Zitaten berühmter  Persönlichkeiten“, hier ist viel Kluges aus dem Bereich der Klassiker in subjektiver Interpretation betrachtet.
  3. Im Buch „Entzaubert und verwunschen“ geht es um Schicksal und geheimnisvolle Begegnungen im Leben. Ein typisches Frauenbuch für moderne Mystikerinnen
  4. „Weihnachten in aller Welt“ beschreibt die diversen Weihnachtsbräuche auf allen Kontinenten und erzählt von den lokalen Besonderheiten des christlichen Brauchtums in 36 verschiedenen Ländern

Diese Bücher sollten nach bisheriger Planung  in diesem Jahr, spätestens Anfang 2019 erscheinen.

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ja. Weitere Manuskripte, die aktuell auch in Arbeit sind,  beschäftigen sich mit Frauenthemen, Statements zum Leben und Sein, meinem Traum-Buch, neuer Lyrik und Balladen und dem Thema Tod. Auch zwei Romane sind vorskizziert.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Ja, leider, denn ich bin ja kein Multitalent. Dazu gehören alle Sachbücher, für deren Themen ich keine Kompetenz besitze, Theaterstücke, Opern, Bühnendramen – allerdings würde ich gern einmal ein Drehbuch schreiben, wenn ich dazu einen Auftrag erhielte.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Spontane kleine Auswahl aus Platzgründen: die Klassiker sowieso, Werke großer Philosophen, aus der Belletristik gern: Doris Lessing, Peter Härtling, Fernando Pessoa,  Horst Stern, Hermann Hesse, Stefan Zweig, Terry Pratchett, Frank Schätzing, Rainer Maria Rilke, Robert Schneider, Milena Flasar, Sandor Marai, Massimo Scaligero, Dylon Thomas, Karin Duve, Peter Wawerzinek, Stephan  Fry, Gottfried Benn, Jane Roberts, Irving Stone, Eckart Tolle, sowie auch gern  Anregungen und Inspirationen aus der Anthroposophie wie von Rudolf Steiner, Karl Ballmer, Karen Swassjan und andere Autoren, generell gern gute Biografien, Politische und andere Sachbücher. Gefällt mir ein Schriftsteller, lese ich meist das Gesamtwerk

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Da die Kinder erwachsen sind, ist das mittlerweile kein Problem mehr. Mein Mann lässt mir da ganz freie Hand und Zeit und unterstützt mich perfekt. Früher allerdings war es wegen zahlreicher Aufgaben alles nicht möglich.

 Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Gartengestaltung, Schwimmen, Kanu, Wandern – alles leider zeitlich nur  eingeschränkt möglich.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Im Grunde lebe ich meinen Traum, indem ich mittlerweile das tu, was ich am liebsten tu und früher lange nicht ausreichend tun konnte. Deshalb habe ich keinen weiteren Traum für mich selbst. Es ist gut, wie es ist. Und ich bin dankbar.

Einen Wunsch-Traum jenseits meiner Person: die Menschheit möge ihr konstruktives Potential doch bitte gern weiter ausdehnen und friedlich entfalten lernen. Immerhin ist es ja vorhanden, aber weitgehend ungenutzt – und vielfach missbraucht (siehe Artensterben, Umwelt, Kriege, Globalisierungselend usw.)

 Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Oh ja, sehr gerne: Mein Roman: „Besessen – Die anderen Bewohner“. Dabei geht es um die dramatischen Ereignisse einer  multiplen Persönlichkeit und neben anderen spannenden Themen auch um den  Einfluss der Musik auf die Gesundheit (Zellkernbeeinflussung).

 Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Wenn ich Glück habe, finden sie mich. Es ist schwierig, weil die Anzahl von jährlichen Neuerscheinungen so immens groß ist, dass selbst die Feuilletons in allen Medien nur einen allerwinzigsten Ausschnitt vorstellen und besprechen können. Dabei gehen leider viele literarische Perlen unter, was vor allem der Menge und der Unübersichtlichkeit geschuldet ist. Es ist bedauerlich, dass so viele gute Autoren zwischen die Mahlsteine der Massenproduktion geraten und untergehen, bevor sie mit ihren Werken wenigstens einmal kurz aufglühen konnten. Aber das gehört zum Risiko, wenn man sich dem Schreiben hingibt.

Man sollte illusionslos sein – aber unverzichtbar mit Herzblut dabei! Aber das ist etwas, was vermutlich für alle künstlerisch tätigen Menschen gilt.

 Hattest du schon Lesungen?

Das dürften gut über 20 in den letzten Jahren gewesen sein. Die meisten mit Musikbegleitung, manche auch mit Fachvortrag zu einem Thema.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Klar.  Ich mag z.B. keine größeren Menschenansammlungen, kein lautes Gedöns um Firlefanz, keine langweiligen Feten, kein ätzender Small-Talk, keine sauren Bohnen, keine einfallslosen Gespräche, mag phasenweise gerne Schokolade, werde sauer, wenn mir jemand Zeit stiehlt, die ich doch dringen fürs Arbeiten brauche. Ich bin also noch weit von jeder Transzendenz entfernt!

 Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Lesungen, Flyer, Facebook und andere soziale Medien, Artikel in Zeitungen, Interviews

 Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Das würde ich gern, kann es aber leider nicht. Musik lenkt mich davon ab, mein eigenes inneres Wort zu hören. Zum Arbeiten brauche ich Stille. Damit entgeht mir viel von der wunderbaren Musik, die es gibt.  Ich beneide alle Menschen, die mit Musik konzentriert arbeiten können.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

… dann würde irgendeine andere Instanz in mir sich gewiss etwas anderes einfallen lassen, wie ich mein authentisches Wesen kreativ ausleben kann. Ich bin überzeugt, dass die derzeit unbekannte Alternative aber ebenso spannend und befriedigend würde, weil mir spannende Lebensgestaltung einfach ins Blut geschrieben ist. Wie es geschieht oder sich dann zeigt, ist eigentlich zweitrangig. Hauptsache, es geschieht!

 Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

  1. Locker bleiben.
  2. Wenn sich auf dem Papier noch nichts tut, dann ist es einfach noch nicht an der Zeit. Das ist zu akzeptieren! Wenn es an der Zeit ist, drohen Lawinen von Ideen niederzugehen. Schön, aber auch schön anstrengend. Nichts für Faulenzer.
  3. Es gibt zum Schreiben auch immer kreative Alternativen, sofern man denn tatsächlich auch kreativ ist.

 Deine drei Wünsche an die gute Fee?

  1. Schenk mir weiter elektrischen Strom und einen virenfreien PC
  2. Schenk mir mentale Klarheit und bewahre mir meine zehn Finger und mein Augenlicht
  3. Schenk mir noch was Lebenszeit, falls ich noch ein paar Ideensamen lose und locker in die Menschheit streuen soll

 Worum geht es in Deinen Romanen:

Die Storys könnten unterschiedlicher nicht sein – aber die Botschaft ähnelt sich schon sehr: Der sich in Entwicklung befindende Mensch, der seinem Leben Sinn einhauchen möchte und sich aus den Fesseln des Mainstream, aller Dogmen, und teils sogar aus den Gesetzen löst, um innerlich frei zu werden. Besonders trifft dies auf die Romane „Jenseits der Dunkelheit“ zu – wo ein kreativer, aber verzweifelter Familienvater in einer wilden Lebens-Odyssee seiner wirklichen Bestimmung hinterher läuft. Und auch in „Mea maxima culpa – Gottes Magd und Teufels Braut, einem Nonnenroman, der zwischen Rotlichtmilieu und Kirche nicht nur innere Dramen beschreibt, sondern auch psychologische Kniffe und philosophische Fragen auf einen Höhepunkt zu treibt.

 Was unterscheidet Deine Kinderbuchserie von anderen Kinderbüchern?

„Vom Stinkemichel und seinen Freunden“ musste nach einer ganzen Reihe pädagogischer Kriterien konzipiert werden, die Länge, Spannungsaufbau, Themenauswahl und Lösungsangebote so präsentieren, dass es nicht nur spannende Geschichten zur Werte-Orientierung für kleine Alltagshelden werden, sondern auch Lehrer, Erzieher, Therapeuten damit in ihrer Praxis arbeiten können. Diese Serie entstand auf Wunsch von Kindertherapeuten.

Viele kindliche Probleme werden so in Geschichten eingebunden, dass Kinder sich damit gut allein, in der Gruppe, der Klasse, Therapie oder in einer Gute-Nacht-Geschichten auseinandersetzen können. Da geht es dann konkret um Themen wie: Stehlen, Lügen, Benehmen, Ängste, Faulheit, Streit, Ausreißen, Mobbing, Behinderungen und viele andere Probleme, denen dann die Kräfte des Mutes, der Kameradschaft, der Hilfe, gutes Sozialverhalten oder die enge Freundschaft entgegengestellt werden. Weitere pädagogische Einzelheiten sind auf meiner Homepage unter „Kinderbücher“ zu finden.


Vielen Dank für das offene Interview, Christa Schyboll, und weiterhin viel Erfolg.

*Diese Seite kann Verkaufslinks und Werbung beinhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.