Gedicht des Tages: Olga Drocjuk – Leg die Waffen nieder

Gedicht des Tages: Olga Drocjuk – Leg die Waffen nieder

Leg die Waffen nieder

Lass des Winters kalte Waffen schweigen.
Und der Frühling vermische alle Farben bunt.
Ich male eine gerade Linie, namens Ewigkeit,
und gehe diesen Weg, der so lang wie das Leben selbst ist.
Schau mich an – ich bin immer noch stark,
obwohl unser Krieg mich umgebracht hat.
Du hast mir weh getan – ich habe es aber nicht geschafft.
Die Kriege passieren einfach so,
oder sowieso.
Versuch mal mit mir erneut zu fliegen, vom Schmerz noch höher und höher.
Genauso wie unser Stern, den ich versucht habe, wieder bis nach oben zu bringen.
Du bist hier, nun fühle ich mich allein,
gespannt, wie der Pfeil im Bogen,
der bald durch einen Nervenzusammenbruch losgeschickt wird,
um in diese Glaswand zwischen uns zu springen.
Wer hat gesagt, dass das Leben leicht ist?
Es ist nicht leicht, aber wunderschön.
Obwohl, manchmal ist es wirklich Mist.
Ich habe mit dir nicht gespielt.
Vielleicht hatte ich nicht immer recht gehabt,
aber mit mir gibt es keine Mitte.
Dem Himmel bitte ich um Verzeihung, dass ich hier auf der Erde zu lieben gelernt habe.
Diese nackten Gefühle schicke ich ganz laut nach oben
zu dem, der es weiß – ich werde nie schweigen.
Ich werde nicht aufhören, die Liebe zu verfluchen,
aber auch nach ihr zu suchen.
Schau mal in den Himmel,
für uns male ich eine gerade Linie, namens Ewigkeit.
Nur meine Seele findet keine Ruhe.
Von dir brauche ich ganz wenig,
du musst nur diesen kurzen Augenblick, der so lang wie das Leben selbst ist,
bei mir bleiben.
Leg deine Waffen nieder.
Wir haben so wenig Zeit – nicht irgendwann und nicht wieder.
Schau mal unseren Stern an.
Und nimm meine ganze Ewigkeit.
Und gib sie mir nicht zurück.
Denn, was soll ich mit der ganzen Ewigkeit ohne dich.
Lass des Winters kalte Waffen schweigen …

© Olga Drocjuk

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