Ina Kloppmann

Autoreninterview Ina Kloppmann

Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Nach dem Tod meiner Eltern habe ich damit begonnen, meine Biografie zu schreiben (ich arbeite zwischendurch immer noch daran, eine Aufgabe fürs Leben 🙂 2014 habe ich das erste Mal einen Hannover-Krimi gelesen, beides hatte mich dann dazu inspiriert, selbst ein Buch zu schreiben.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Die Geschichten sind in meinem Kopf, sie entwickeln sich während des Schreibens.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Ich bin Selfpublisher (BoD – Book on Demand).

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Ich habe eine Grundidee für die Thematik. In meinen Büchern geht es um eine Patchwork-Familie, deren Lebensgeschichte ich fortlaufend erzähle. Ich lasse einen Teil meiner Erlebnisse, die meiner Familie und den Menschen, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe,  mit in die Geschichten einfließen. Natürlich umschrieben und mit sehr viel Fantasie geschmückt. Vor allem, was den kriminellen Teil meiner Stories betrifft, in dem es u.a. um Vorurteile, physische und psychische Gewalt geht. Da sich meine Patchwork-Familie in jedem Buch naturgemäß weiterentwickelt, habe ich genügend Stoff für weitere Krimis/Romane. Die jeweils in sich abgeschlossenen Kriminalfälle, die ich in ihre Lebensgeschichten integriere, müssen natürlich inhaltlich passen.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich arbeite grundsätzlich am PC. Aber die Geschichten setzen sich in meinem Kopf weiter fort, egal, womit ich mich gerade beschäftigte. Dann mache ich mir sofort Notizen. In meiner Handtasche, im Auto und sogar neben meinem Bett befinden sich immer Block und Stift griffbereit.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Wenn ich gerade im Schreibfluss bin, lasse ich mich von nichts und niemanden ablenken. Ansonsten schließe ich einfach die Schiebetür, die mein Arbeits- mit dem Wohnzimmer verbindet oder schreibe, wenn alle schlafen.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Hassliebe“/Krimis für Frauen geht? Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Die Familiengeschichte,  die in „Bereue“ begann, setzt sich ja in meinem zweiten Buch „Anders“ fort (auch als Doppelausgabe „Bereue & Anders“/ Krimi two Go erhältlich) und auch in meinem dritten, „Hassliebe“/Krimi für Frauen: „Eine der Familienmitglieder erhält überraschend einen Anruf von einer ehemaligen Schulfreundin, die den Kontakt vor langer Zeit und ohne einen Grund zu nennen, einfach abgebrochen hatte.“ Damit beginnt der kriminelle Fall, der von Frauen handelt, die von Männern manipuliert, psychisch und physisch misshandelt wurden. Eigentlich war die Geschichte bereits in sich abgeschlossen, ich hielt sie aber für ausbaufähig, also habe ich mich dazu entschlossen, eine Fortsetzung von „Hassliebe“ zu schreiben. Das muss aber noch etwas warten. Stattdessen habe ich eine neue Reihe mit jeweils einer Kurzgeschichte begonnen. Band 1 ist fertig geschrieben und wird bis spätestens Ende Juli veröffentlicht. Band 2 ist schon in Arbeit. Die Handlungsorte sind diesmal nicht in Deutschland, sondern in Amerika.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Horror… Können, vielleicht. Aber wollen? Nein.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Ich lese z. B. gern Bücher von Joy Fielding, Stieg Larsson, Adler Olsen, Don Wilson und Andreas Eschbach. Ich habe auch ein paar Bücher von Autoren gelesen, zu denen ich Kontakt im Netzwerk habe, auch von Selfpublishern. Leider fehlt mir im Moment die Zeit zum Lesen… Inspirieren lasse ich mich durch Dokumentationen über wahre Kriminalfälle und Schlagzeilen in den Medien. Ein bisschen haben mich auch die Bücher von Joy Fielding inspiriert.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Was meinen Mann und meinen Sohn betrifft: Sie bewundern zwar meinen Mut und meine Kreativität, sind aber der Meinung, dass ich zu viel Zeit fürs Schreiben investiere. Ansonsten stehen alle geschlossen hinter mir. Ganz besonders dankbar bin ich meiner jüngeren Schwester, die jedes meiner Manuskripte akribisch korrigiert, vor allem inhaltlich und meiner Nichte, die meine Covers (die Fotos mache ich) professionell bearbeitet.

Hast du noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Ahnenforschung: Vor ein paar Jahren habe ich damit begonnen. Reisen: Vorwiegend USA und Kanada.  Im letzten Jahr waren mein Mann und ich in der Ukraine und im Oman.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Ein rotes Kharman-Ghia-Cabrio aus den fünfziger Jahren, mit den dazu passenden roten Ledersitzen hätte ich gern.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Für den Film „Hassliebe“ würde ich die Rolle der Melanie an Corinna Harfouch und die ihrer Tochter Nathalie an Alexandra Maria Lara vergeben. Sie haben eine sensible Ausstrahlung, sind dennoch starke Frauen.

Wie (oder wo) findest du deine Leser? Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Werbung in den Netzwerken, Buchverlosungen bei Lovelybooks, Artikel über meine Bücher in regionalen Zeitungen. Außerdem habe ich meine Bücher in regionalen Buchhandlungen in Kommission gegeben. Mit meiner Webseite (auch auf meinem Auto) Im März 2018 wurde „Hassliebe“ / Krimi für Frauen auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt, gut sichtbar in einem Regal (Messestand vom BoD). Ich habe nicht nur mein Buch „besucht“, sondern auch neue Kontakte geknüpft.

Hattest du schon Lesungen?

Bisher noch nicht. Wahrscheinlich schüttelt jetzt der ein oder andere Autorenkollege mit Unverständnis seinen Kopf, aber ich kann nicht aus meinen eigenen Büchern vorlesen… Als Alternative würde ich mich auf eine Meet & Greet Veranstaltung einlassen, hatte aber noch nicht die Zeit dazu gefunden, eine zu organisieren.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Zigaretten und Kaffee…

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Nein, das würde mich zu sehr ablenken.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

Darüber möchte ich gar nicht erst nachdenken…

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Als Autor muss man sich in die Protagonisten hineinversetzen können, auch in die Abgründe eines Menschen, der charakterlich das Böse verkörpert. Die Handlung und der Ablauf der Geschichte müssen stimmig sein. Recherchieren, wenn es um Details geht. Das Manuskript Leuten zu lesen geben, die sich in der Rechtschreibung und in dem Genre auskennen. Konstruktive Kritik annehmen und darin keinen persönlichen Angriff auf die sensible Autorenseele sehen. Vor der Veröffentlichung des Manuskripts unbedingt die Rechtschreibung von einem professionellen Korrekteur prüfen lassen.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

  1. Ich würde gern die Moral der Menschen verändern: Ein respektvolles, soziales und tolerantes Miteinander wäre eine Selbstverständlichkeit und wird nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in den Kindergärten und Schulen gelehrt.
  2. Wohnraum, medizinische Versorgung, Nahrungsmittel und Trinkwasser: Kostenlos für ALLE von Armut betroffene Menschen.

Den dritten Wunsch würde ich mir gern aufheben.


Vielen Dank für das offene Interview, Ina Kloppmann, und weiterhin viel Erfolg.

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