Geschichte des Tages: Ute Dombrowski – Gebrauchsanweisung

Geschichte des Tages: Ute Dombrowski – Gebrauchsanweisung

Gebrauchsanweisung

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Menschen. Sie haben ihn in Ihre Gemeinschaft aufgenommen und werden viel Freude mit ihm haben. Um Ihren Menschen in Gebrauch zu nehmen, sollten Sie die folgenden Schritte durchführen.

1. Ist Ihr Mensch noch neu, halten Sie ihn sauber. Nach einem für jeden Menschen individuellen Zeitraum des Übens wird er die nötigen Schritte zur Sauberkeit selbst ausführen können. Nach der Reinigung sollten Sie Ihren Menschen angemessen kleiden. Achten Sie hierbei weniger auf die aktuelle Mode als auf einen individuellen Stil und eine Anpassung an die jeweiligen Wetterverhältnisse. In gegebenen Fällen ist es möglich, Ihren Menschen durch Schmuck oder Schminke zu verschönern.
2. Bringen Sie Ihren Menschen so oft wie möglich an die frische Luft, damit er sich für lange Zeit in einem guten Zustand zeigen kann. Bei Störungen lassen Sie Ihren Menschen kurzzeitig im Haus. In besorgniserregenden Fällen stellen Sie ihn einem Arzt vor.
3. Füttern Sie Ihren Menschen mit ausreichend gesunder Kost, um ihn vor Übergewicht und Krankheiten zu schützen. Sollten Sie ihm ab und zu Süßigkeiten oder Alkohol verabreichen, kann es bei übermäßiger Anwendung zu Störungen kommen. In Maßen gegeben werden Leckereien aller Art jedoch das Wohlbefinden Ihres Menschen steigern. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten.
4. Fördern Sie die geistige Entwicklung Ihres Menschen durch ihm angepasste Aufgaben. Das kann sein a) lesen, b) rechnen oder c) singen. Zusätzlich können Sie ihn auch malen lassen. Zur Unterstützung stehen Ihnen öffentliche oder private Einrichtungen zur Verfügung wie zum Beispiel die Schule. Eine solide Bildung macht Ihren Menschen zu einem vollwertigen Mitglied der Gemeinschaft.
5. Fordern Sie Ihren Menschen immer wieder aufs Neue heraus, damit er sich entwickeln kann. Das funktioniert am besten, wenn Sie ihn mit anderen Menschen, Kulturen oder Gemeinschaften zusammenbringen. Auch ein Haustier ist gut für die Entwicklung eines sozialen Bewusstseins.
6. Erstellen Sie für Ihren Menschen einen detaillierten Tagesplan. In diesem Plan sollte ausreichend Ruhezeit enthalten sein. In dieser Ruhezeit laden sich die Akkus Ihres Menschen automatisch wieder auf. Dazu legen Sie ihn in einem abgedunkelten Raum in ein Bett. Sie benötigen keine zusätzlichen Energiequellen. Halten Sie in diesem Zeitraum jegliche Störungen von ihm fern.
7. Um Ihren Menschen in Ihre Gemeinschaft zu integrieren, sollten Sie Ihn erziehen. Beginnen Sie in den ersten Jahren damit, ihn zu lieben, aber ihm trotzdem seine Grenzen aufzuzeigen. Kommunizieren Sie ständig mit ihm und halten Sie Maßnahmen bereit, falls Ihr Mensch sich nur schwer oder gar nicht in die Gemeinschaft einfügen lässt. Beachten Sie bitte, dass Strafen nicht zu den Maßnahmen gehören, die Ihren Menschen formen, sondern leben Sie ihm vor, wie man sich empathisch und freundschaftlich verhält. Sollten Sie dennoch strafen müssen, so müssen die Maßnahmen angemessen sein, sonst könnte es zum Zerbrechen seiner Seele führen.
8. Sollte Ihr Mensch nach einem bestimmten Zeitraum Ihre Gemeinschaft verlassen, um eine eigene zu gestalten, überprüfen Sie die Funktionen gründlich, da auf spätere Reklamationen keine Rücksicht genommen werden kann.
9. Lassen Sie Ihren Menschen nicht mit seinen Sorgen allein, da sich sonst Funktionsstörungen einstellen können. Wenden Sie sich bei größeren Problemen an Vertrauenspersonen, die Sie sicher gerne unterstützen werden.
10. Kleinere Mängel an Ihrem Menschen können Sie mit Geduld und Toleranz akzeptieren, solange sie nicht der Gemeinschaft schaden. Bedenken Sie bereits vor der Anschaffung, dass Sie mit dem Erwerb Ihres Menschen eine lebenslange Verbindung eingehen, die nicht nur Spaß, sondern auch den Umgang mit Konflikten beinhaltet.

Wenn Sie sich an alle Schritte halten, sollte einer angenehmen Zeit mit Ihrem Menschen nichts im Wege stehen.

(c) Ute Dombrowski

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