Corina Lendfers

Corina Lendfers

Ich bin 39 Jahre alt, Staatwissenschaftlerin und Kulturmanagerin und Mutter von sechs Kindern im Alter zwischen 9 Monaten und 14 Jahren. Ich unterrichtete am Gymnasium, arbeitete als freischaffende Journalistin und organisierte Konzerte und Kulturaustauschprojekte, bevor ich 2013 meine Zelte in der Schweiz abbrach und mit meiner Familie auf ein Segelboot zog. Seither reisen wir durch die Welt, von Portugal bis nach Kolumbien, wo wir uns zurzeit aufhalten.

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Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Als Kind schreib ich Gedichte und Berichte aus meinem Schulalltag für eine Lokalzeitung. Es folgten kürzere und längere Geschichten für mich selbst, bevor sich mein schriftstellerisches Schaffen während des Studiums auf das Verfassen wissenschaftlicher Texte reduzierte. Nach den Geburten meiner ersten fünf Kinder hatte ich das Bedürfnis, mein Umfeld über das Phänomen Hausgeburt aufzuklären. Daraus entstand 2014 meine erste Publikation. Drei Jahre später veröffentlichte ich ein Buch über den ersten Teil unserer Reise und leckte Blut. Ich versuchte mich im Romanschreiben, das sich zwischenzeitlich zu meiner Leidenschaft entwickelt hat.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Meinen ersten Roman schrieb ich von der Leber weg – und verbrachte Monate mit der Überarbeitung, die ich als sehr mühsam empfand. Seither plotte ich.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Beides. Mein Buch über unsere Reise ist bei Delius Klasing erschienen, alle anderen Bücher veröffentliche ich selbst.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Die Inspiration kommt durch meine Reise. Das Thema Freiheit mit all seinen Schattierungen und Herausforderungen spielt in meinen Romanen eine große Rolle. Oft steht am Anfang eine Situation, die ich selbst erlebt habe oder von der mir berichtet wurde. Daraus entwickelt sie eine Idee, meist um eine Protagonistin oder einen Protagonisten herum. Ich definiere den Schwerpunkt und die Richtung, in die die Geschichte gehen soll und warte, was in meinem Kopf daraus entsteht. Oft kenne ich Anfang, Höhepunkt und Ende eines Buches und feile an den Zwischenteilen. Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Figuren, denke neue hinzu oder weg und beobachte, was mit der Geschichte passiert. Dabei plotte ich so lange, bis sich alles stimmig anfühlt. Dann beginne ich zu schreiben.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich schreibe nur direkt in den PC. Ich habe ein kleines, robustes Netbook, das in einer Handtasche Platz hat und das immer dabei ist.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Ich blende sie aus. Am liebsten schreibe ich abends, wenn alle Kinder schlafen. Manchmal muss aber eine Szene unbedingt sofort niedergeschrieben werden, wenn sie auftaucht. Dann sitze ich auch mal im Cockpit mitten im Kindergewusel und schreibe. Oder ich nehme das Netbook mit und schreibe im Café oder am Strand. Ich vergesse alles um mich herum und tauche völlig in meine Romanwelt ein.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Schlaglöcher“ geht?

Schlaglöcher“ liegt mir ganz besonders am Herzen. Es geht um eine junge Frau, die sich in einer Schlägerei für einen Obdachlosen einsetzt und dadurch immer tiefer in diese Szene gerät. Sie lernt obdachlose Menschen und ihre Geschichten kennen, erfährt Freundschaft an widerlichen Orten und findet dabei sich selbst.

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ja. Ich arbeite einerseits an einer Sammlung mutiger und inspirierender Lebensgeschichten von Frauen. Sie sollen anderen Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu finden und zu ihn gehen. Andererseits schreibe ich an der Fortsetzung meines Reiseberichtes, wo es unter anderem um die Atlantiküberquerung und die Alleingeburt meines sechsten Kindes auf unserem Segelboot geht.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Horror, Fantasy und Sience Fiction interessieren mich überhaupt nicht.

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Nina George inspiriert mich durch die Leichtigkeit ihres Schreibens und die Schönheit der Sprache, Rainer Wekwerth durch die Spannung und die Vielschichtigkeit seiner Geschichten. Wenn ich allerdings in einem Buchprojekt stecke, kann ich nichts nebenbei lesen.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Meine Familie ist mein Fundament! Einerseits halten mir sowohl mein Partner als auch die älteren Kinder den Rücken frei. Andererseits fungiert mein Partner als kritischer Testleser, während meine Schwester das Korrektorat meiner Texte übernimmt.

Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Ich lebe mein Hobby, das Segeln. Zudem koche und backe ich gerne, was praktisch ist, da es sowieso erledigt werden muss. Manchmal reicht die Zeit auch zum Tauchen und Wandern.

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Ich möchte Schauspielerin werden.

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Nein, ich habe auf dem Boot keinen Fernseher und nur unzureichende Internetverbindung, daher bin ich mit Filmen und Filmschauspielern überhaupt nicht up to date.

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Über Leserunden bei Lovelybooks, Facebook-Gruppen (die nichts mit Schreiben zu tun haben), persönliche Bekanntschaften unterwegs, Zeitungsberichte, die hin und wieder über unsere Familie auftauchen, Verlagswerbung, Auflage meines Reisebuchs in Buchhandlungen und auf Messen.

Hattest du schon Lesungen?

Nein, die lassen sich während meiner Reise nicht organisieren, da wir nicht im deutschsprachigen Raum unterwegs sind.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Kinder 🙂

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Ich betreibe eigene Websites, bin in vielen Facebook-Gruppen aktiv, die nichts mit Schreiben, aber mit Reisen oder Familie zu tun haben (da geht es um mein Hausgeburtsbuch und den Reisebericht) und verteile meine Bücher in den Marinas, die wir mit dem Schiff anlaufen.

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Nein.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

…würde ich schauspielern, eine Hebammenausbildung machen oder ein Kompetenzzentrum für Frauen in Georgien (Kaukasus) eröffnen.

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Fang einfach mal an. Lies parallel dazu Schreibratgeber über Figurenentwicklung und Spannungsaufbau. Wenn du entweder nicht mehr weiterkommst oder wenn du glaubst, dein Werk sei fertig, such dir einen erfahrenen Autor als Coach, der deinen Text beurteilt. Lass dich nicht entmutigen, nimm fundierte Kritik ernst, arbeite an deinem Handwerkszeug und bleibe hartnäckig. Gib erst auf, wenn du keine Freude mehr spürst oder merkst, dass dir das Schreiben nicht liegt.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

  1. Gesundheit für meine Familie und mich.
  2. Die Freiheit, mein Leben auch in Zukunft selbst in der Hand zu haben.
  3. Eines Tages vom Verkauf meiner Bücher leben zu können.


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