Eva D. Black

Autoreninterview Eva D. Black

Mein Name ist Eva, ich bin 46 Jahre alt, glücklich verheiratet und lebe mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in Süddeutschland. Da in meiner unmittelbaren Umgebung kaum jemand von der „dunklen Seite“ in mir weiß, habe ich mich für ein Pseudonym entschieden. BDSM ist ein solch spezielles Thema, nicht jeder kann verstehen, dass jemand so leben möchte und ich will niemanden abschrecken oder schockieren. Trotzdem ist es mir ein Anliegen, ein klein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Entgegen der leider immer noch weitverbreiteten Meinung hat BDSM eben absolut nichts mit Zwang und Gewalt zu tun.

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Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Seit ich denken kann, schreibe ich Geschichten. Allerdings bisher nur für mich selbst oder für Freunde.

Vor etwas mehr als einem Jahr schenkte ich meinem Mann zum 16. Hochzeitstag ein Fotobuch, in dem ich ein paar unserer besonders schönen Abende und Nächte für ihn aufgeschrieben hatte. All meine Empfindungen und Gefühle, die mir oft so schwerfallen auszusprechen, packte ich dazu. Er fand es großartig und ließ nebenbei die Bemerkung fallen „Du solltest ein Buch schreiben“. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los, also begann ich damit, unsere Geschichten umzuschreiben und die Story um David und Lea nahm immer mehr Gestalt an. Bereits neun Monate später durfte ich das fertige Buch in der Hand halten. Die Zeit des Schreibens war sehr emotional, und auch wenn ich mit David und Lea völlig neue Charaktere geschaffen habe, so ist es doch irgendwie unsere Geschichte. Mit echten Einblicken in eine D/s-Ehe, echten Sessions und echten Gefühlen.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Ich schreibe direkt aus dem Kopf. Zuerst entstehen einzelne Geschichten, die ich dann nach und nach zu einem großen Ganzen forme.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Mein erstes Buch habe ich im Selbstverlag herausgebracht.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Die besten Geschichten schreibt wohl das Leben selbst. Für „Die Augen des Beschenkten“ war das Gerüst der Story bereits „in mir“. Vieles war vorgegeben. Manche Szenen entwickelten sich während des Schreibens, das war oft sehr intensiv. Ganz deutlich konnte ich Leas Gefühle spüren, hatte Herzklopfen, war emotional aufgewühlt – eben voll und ganz Lea. Ich könnte nichts beschreiben, was ich nicht auf die ein oder andere Art und Weise auch erlebt habe.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Das meiste scheibe ich direkt in den PC. Wenn mir unterwegs etwas einfällt, mache ich mir Notizen auf meinem Handy.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Das kommt darauf an. Normalerweise habe ich kein Problem damit, kurz zu unterbrechen. Wenn ich aber gerade einen zündenden Einfall habe, die Idee jedoch noch nicht wirklich greifbar ist, dann kann ich schon mal ziemlich genervt reagieren.

Magst du kurz anreißen, worum es in „Die Augen des Beschenkten“ geht?

„Es ist ein Wunsch, ein Bedürfnis, das aus meinem tiefsten Inneren kommt.“ (Zitat meiner Protagonistin Lea)

Es war ein Wunsch und tiefstes Bedürfnis, dieses Buch zu schreiben und damit ein Leben mit BDSM wirklichkeitsnah darzustellen, eben ganz ohne Millionär und ohne Spielchen um Macht und Intrigen.

David und Lea sind nach außen ein ganz normales Ehepaar. Kaum jemand weiß von ihrer besonderen Lebensform. Die Regeln ihres Alltags sind klar festgelegt, die Rollen eindeutig verteilt. Beide haben Spaß daran, dass Lea hin und wieder gegen diese Regeln verstößt. Konsequent leben sie ihre D/s-Beziehung aus, soweit das im Alltag mit Kindern, Haushalt und Beruf eben möglich ist. „Die Augen des Beschenkten“ ist ein Buch über eine tiefe Liebe, grenzenloses Vertrauen und bedingungslose Hingabe.

(Für Leser ab 18 Jahren)

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Ich sammle derzeit noch Ideen, aber erste Szenen sind geschrieben. Meine Protagonisten sind noch so präsent in meinem Kopf, dass ich die Geschichte wohl weitererzählen muss. Das zweite Buch wird aber unabhängig vom ersten zu lesen sein.

Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

An Horror und Science-Fiction würde ich mich nicht heranwagen. Irgendwann werde ich einen Krimi schreiben.

 Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Lieblingsautoren habe ich nicht. Ich lese sehr viel und sehr gerne in den unterschiedlichsten Genres. Während der Entstehung meines eigenen Buches habe ich allerdings nichts anderes gelesen.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Außer meinem Mann und meinen engsten Freunden weiß niemand davon und ich muss zugeben, dass es mir manchmal schwerfällt, es für mich zu behalten. Immerhin habe ich ein Buch geschrieben. Ich bin stolz darauf und würde es am liebsten allen erzählen. Vor allem meinen Eltern… und eben vor allem NICHT meinen Eltern.

Unterstützt und bestärkt haben mich alle, die davon wussten.  Allen voran mein Mann, indem er mir so gut es ging den Rücken freihielt.

 Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Ich arbeite nicht nur mit Pferden, sondern reite auch in meiner Freizeit gern. Außerdem jogge ich zweimal pro Woche zusammen mit meinem Mann. Zugegebenermaßen war das seine Idee, aber ich halte tapfer durch. Somit hält sich mein schlechtes Gewissen beim Essen (ein weiteres Hobby) in Grenzen. Sowohl beim Reiten als auch beim Laufen hatte ich schon die tollsten Ideen für mein Buch.

 Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Ja, Theater spielen.

 Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Hm, schwierige Frage. Für David müsste es ein sehr starker Charakter sein, ruhig, höflich, humorvoll und doch mit deutlich dominanter Ausstrahlung. Für Lea eine natürliche Schönheit. Selbstsicher, temperamentvoll, leidenschaftlich und stolz müsste sie sein. Ich habe dazu niemand bestimmten im Hinterkopf. Nur authentisch müsste es rüberkommen und das Wichtigste sind die Augen – das Gefühl muss sich in den Augen spiegeln.

 Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Dieses Genre spricht nicht die breite Masse an, deshalb freut mich die große Resonanz umso mehr. Ich versuche also weiterhin, nicht nur BDSMer, sondern auch all diejenigen zu erreichen, die neugierig auf diese besondere Lebensform sind. Ich bin noch so unerfahren, oft auch unbeholfen, was Werbung betrifft. Ob tatsächlich ich die Leser finde oder eher sie mich, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Jedenfalls freue ich mich wahnsinnig über jedes einzelne verkaufte Buch.

 Hattest du schon Lesungen?

Nein, ich wüsste nicht, wo ich die anbieten sollte. Das Buch ist nicht jugendfrei und ich müsste vermutlich gezielt auf Messen, Stammtischen oder Veranstaltungen aus der Szene anfragen. Das würde mich schon sehr reizen, bisher fehlte mir dafür aber der Mut.

 Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Man hat mir schon vorgeworfen, genusssüchtig zu sein – in vielerlei Hinsicht… 😉

Ich habe vor 7 Jahren aufgehört zu Rauchen und bin sehr froh darüber.

 Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Jede Menge. Ich verbringe (viel zu) viele Stunden auf Facebook und Instagram, gebe Kommentare ab, von denen ich denken, sie könnten neugierig machen, poste Schnipsel, gebe Interviews… 😉. Außerdem habe ich zahlreiche Zeitschriften angeschrieben und auf Messen und Veranstaltungen der Szene Lesezeichen verteilt. Sich ständig wiederholende Werbungen in den Büchergruppen empfinde ich persönlich als lästig. Deshalb versuche ich, nie zweimal genau dieselbe Werbung zu posten und ich lasse einige Wochen verstreichen, bevor ich wieder auf mein Buch aufmerksam mache.

 Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Ja, gefühlvollen Pop, nichts Deutsches. Die Musik soll dezent im Hintergrund meine Emotionen unterstützen… „tragen“. Sobald ich die Musik bewusst wahrnehme, funktioniert es nicht mehr. Dann empfinde ich sie als störend.

 Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

…würde ich etwas anderes tun.

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Außer einfach anzufangen? Nein.

 Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Ich mag mein Leben und es gibt nicht wirklich offene Wünsche. Deshalb wähle ich die Klassiker…

Gesundheit

Nur das Beste für meine Kinder

Ein klein wenig mehr Gerechtigkeit auf der Welt


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