Silvia Nagels

Autoreninterview Silvia Nagels

Silvia Nagels hat uns, dem Autoren_Netzwerk, am 21.01.2019 dieses Live Interview in einer Facebook Veranstaltung gegeben.

 

über die Autorin

Silvia Nagels wurde 1966 in Duisburg geboren und lebt seit 2004 mit ihrer Familie im niedersächsischen Peine. Nach dem Abitur machte sie ihr Hobby zum Beruf, wurde Köchin und arbeitete eine Zeit lang in Italien. Heute kocht sie in einem Krankenhaus in Hannover. Ihr Cosy-Krimi »Käthe ermittelt« ist eine Liebeserklärung an die Sprache und die Mentalität Norddeutschlands, zu denen sie, aufgewachsen mit den Stücken des Ohnesorg-Theaters, schon früh eine Affinität entwickelte. Mehr Informationen unter www.silvianagels.de.

 

 

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Hier das Interview

Was gefällt dir gut am Autorinnendasein?

Oha – direkt so eine schwere Frage zu Beginn? Hm, dass ich meine Ideen zu Papier bringe, mich austoben kann … der Kontakt zu meinen Protagonisten, die mir über die Schulter schauen … das zu schreiben, was ich gern lesen würde …

Erzähl uns doch einmal etwas über deine aktuellen Projekte. Was hast du in der Pipeline (nein DAS Projekt erwähnst du hier heute nicht ^^)

Nicht???? Schade 😉 Also gut … im Augenblick stecke ich in der Überarbeitung zu DEM Projekt^^, dann habe ich eine historische Selkie-Fantasy-Familiensaga beim Wickel und Käthe turnt wild durch meine Gehirnwindungen.

Käthe lässt nicht locker, hm? Das heißt, es gibt irgendwann nochmals eine Käthe zu lesen?

Käthe ist hartnäckig, jo 😀

Wie lange hast du an Käthe geschrieben?

Ach je … die erste war in 4 Wochen fertig, die beim Verlag erschienen ist, hat allein durch die Zusammenarbeit mit dem Verlag wesentlich länger gedauert. Aber ich habe seit 2015 jetzt 3 Käthe fertig und zwei in der Schublade plus eine im Kopf.

Wenn dir deine Protagonisten über die Schulter schauen, machen sie das sicher nicht schweigsam, oder irre ich mich da?

Stimmt, grad Käthe ist da sehr lautstark und bestimmend 🙂

Bestimmend, dacht ich’s mir doch. Wie sehr lässt du deinen Figuren Handlungsfreiraum? Oder hältst du sie schon in bestimmten Bahnen, um deinem Plot (wenn auch nur gedanklich) treu zu bleiben?

Meist verselbständigen sie sich während der Geschichte, allerdings sehe ich zu, dass wir das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Manchmal sind die Umwege und Abzweigungen aber auch richtig.

Du hast ja deine Käthe bei einem Verlag und die anderen Bücher selbst herausgebracht (wenn ich mich nicht irre?). Bemerkst du einen Unterschied in Sachen Sichtbarkeit bzw. Finden dich neue Leser?

Abgesehen von der Zusammenarbeit mit dem Verlag in Sachen Lektorat und Cover kommt natürlich noch hinzu, dass Käthe in den Buchhandlungen erhältlich ist, das Johanniskind natürlich nicht, da es nur über Amazon läuft, daher ja 🙂

Nur im Norden oder auch im Süden??

Das weiß ich nicht, aber selbst wenn sie in den Läden nicht ausliegt, kann sie ja bestellt werden.

Wie oft hast Du Dich selbst gefragt: Warum tue ich mir das Schreiben eigentlich an, oder anders gefragt, wie oft hinterfragst Du, ob es Dir oder Deinen Leser etwas bringt, was Du aufs Papier schreibst?

Des Öfteren, vor allem an Tagen, an denen alles irgendwie nicht so rosig ist. Aber dann lese ich manche Stellen, und denke: das ist toll geschrieben … und mache weiter, einfach weil es mir auch Spaß macht und überhaupt 😉

Mit welchem Schreibprogramm schreibst du?

Hauptsächlich Papyrus, jedenfalls die Bücher. Kurzgeschichten und Gedichte mit Word.

Du bist erfahrene Selfpublisherin und nun auch Verlagsautorin. Womit bist du erfolgreicher?

Das kann ich gar nicht sagen 😉 ich hab noch keine Unterlagen vom Verlag, die bekomme ich einmal im Jahr.

Wie sehr bist du mit deinen Protagonisten verbunden? Leidest du, wenn sie sterben?

Sehrsehrsehr – ich mag ihnen das nicht antun, aber was muss, das muss.

Wie kommst du auf Ostfriesland als Location? So als Zebra …

Ich liebe Norddeutschland, immer schon – und Oldenburg, Rungholt, Schleswig, Flensburg … das hat sich durch den Plot, die Geschichte ergeben.

Mit der Sprache ( Plattdeutsch ) hatte ich beim Lesen so meine Schwierigkeiten.

Kann ich verstehen, ich beim Schreiben auch, weswegen das jetzt auch abgeschafft wird.

Achtest du bei neuen Projekten darauf, dass es eine Fortsetzung geben könnte? Baust du also einen schönen Cliffhanger mit ein?

Nur bedingt. Bei Käthe ist jedes Buch ein abgeschlossener Fall. Das Johanniskind, der erste Teil, war auch so angedacht, aber schon während ich Teil eins schrieb, wusste ich, dass die Geschichte damit nicht zu Ende ist. Daher musste es einen zweiten Teil geben, der länger wurde, als gedacht und den letzten Teil nach sich zog.

Du schreibst ja Fantasy und Krimis. Warum gerade diese Genres? Könntest du dir vorstellen einmal einen „fantastischen Krimi“ zu schreiben?

Wäre eine Überlegung wert 🙂 ich mag einfach Fantasy und Spannung … lese es am liebsten. Ob ich auch anderes schreiben könnte … also, bei Romanzen würde ich mich schwer tun. Ein Kinderbuch hab ich hier noch liegen 😉

Das Schneckchen? Darauf warte ich schon. Also mach, bevor meine Enkelin zu alt ist ^^ 

Schneckchen wartet auf die Bilder 😉

Wie würdest du deinen heutigen Schreibstil beurteilen? Genauso wie damals, nur verbessert? Oder völlig anders? Oder variiert er (auch von Genre zu Genre)?

Im Vergleich zur Ur-Käthe definitiv mit mehr Bedacht, verbessert unbedingt. Und dann hängt es von den Protagonisten, der Story ab. Ich glaube, Käthe würde sich vielleicht mit einigen Figuren aus dem Johanniskind gut verstehen, aber es ist doch anders, in der Neuzeit zu schreiben, als im Mittelalter.

Was mich bei Käthe sehr gefreut hat, sind die eingänglichen Namen, also die, die man sofort versteht und die nicht kompliziert sind. Auch beim Johanniskind sind die Namen größtenteils „Lesekonform“, das heißt, ich muss nicht 5 mal lesen, bis ich den Namen der Protagonisten „intus“ habe … Ich hasse Namen, die nicht „Allerweltsnamen“ sind und wo ich erst einmal googlen muss, bis ich weiß, ob es Männchen oder Weibchen ist … Kann ich davon ausgehen, dass Du bei solchen Namen bleibst oder wirst du zukünftig auch auf minder bekannte Namen (insbesondere Vornamen) umschwenken, weil es gerade im Moment in Mode ist?

Ich bin wie du kein Freund von komplizierten Namen, bei denen ich auch erst einmal googlen muss. Allerdings wird es bei der Selkie-Geschichte so sein, da das Ganze in Schottland, den Orkneys und England spielt, auch dementsprechend typische Namen geben.

Du hast ja auch ein Kinderbuch geschrieben. Erzähl uns davon. Was reizt dich daran?

Alles, was mich an den anderen Büchern auch reizt … das spielen mit der Fantasie – und die Herausforderung, es so rüberzubringen, dass es auch Kindern gefällt und sie es miterleben können.

Was ist dein größter Traum als Autorin?

grins – Käthe im Fernsehen 😉 aber eigentlich reicht es mir, wenn meine Bücher Leser finden und gefallen.

Ja Käthe im TV hätte was.:)

Welches ist Dein bisher meist verkauftes Buch?
Kann ich nur für die Johanniskind-Trilogie sagen, da ist es der erste Teil – Bedrohung.

Wie gehst du mit Kritik um?

Es knabbert, aber wenn sie berechtigt ist, zieh ich mir den Schuh auch an und versuche, die Fehler auszumerzen.

Organisiert dein Verlag Lesungen für dich oder hilft dir zumindest dabei?

Er fertigt Flyer und Plakate an.

Nachdem du ihm mitgeteilt hast, dass du eine Lesung organisiert hast?

Jo 🙂 organisiert hab ich die bisher alle selbst, bzw. Uwe.

Silvia, wenn du dir selbst in deinen frühen Jahren als Autor einen Ratschlag zum Thema Schreiben geben könntest, welcher wäre das? 🙂

Schreib, lass dir das von nichts und niemandem vermiesen – und lerne aus den Fehlern, entwickle dich weiter.

Silvia, deine Traumbesetzung für die Kätheverfilmung (kannst auch Bilder posten ^^)

Ich kann doch jetzt keine Bilder posten, da muss ich doch erstmal suchen 😉 wenn sie noch leben würde – Heidi Kabel, definitiv.

Wirst du Käthe auch mal auf Reisen schicken?

Ich hab ein angefangenes Manuskript mit ihrem Urlaub auf der Festplatte, muss ich nur fertigschreiben.

Das geht auf keinen Fall, immerhin ist Käthe ja keine 40 mehr… Das geht schon rein versicherungstechnisch nicht…

Was? Wie? Warum nicht? Auch Senioren machen Urlaub.

So wie ich Dich kennen gelernt habe, darf die Käthe keinen Urlaub machen, sondern muss da auch irgendetwas ermitteln …

Das ergibt sich zwangsläufig 😉 sie hat ne magische Anziehungskraft für Verbrechen … selbst wenn sie nur Schnee schippt, wie sie das grad tut 😉

Achtung böse Frage 😀 Angenommen du wärst Lektor eines großen Verlages, der beachtliche Summen in seine Autoren investiert und deine Bücher würden auf deinem Schreibtisch landen, würdest du sie vermarkten oder dir eine Absage schicken?

Ich denke ja, einfach weil vor allem Käthe eine Zielgruppe hat und Krimis dieser Art zum Beispiel auch ihr Publikum finden würden. Es gäbe vielleicht das ein oder andere zu ändern, aber das sollte hinzukriegen sein.

Würdest Du Dir wünschen, dass Deine Bücher auch als Hörbücher erscheinen? Begründung bitte.

Solange ich sie nicht einlesen müsste … und jemand platt sprechen kann … und ich ein Wörtchen dabei mitzureden hätte, wie manche Personen klingen müssten.

Ist Verlag wichtig für dich? Wenn ja warum?

Puh … ich weiß, es gäbe auch als SP die Möglichkeit, in den Buchhandel zu kommen, aber du weißt, ich bin eine Marketing-Niete und überhaupt, also wenn der Verlag mir dabei unter die Arme greift und mich an die Hand nimmt …

Dieses Argument verstehe ich sehr gut …

Die Autoren, die ich kennen gelernt habe, haben von ihren Protagonisten (schreckliches Wort) eine genaue Vorstellung und die bezieht sich meistens auf Personen aus ihrem Umfeld, wie ist das bei Dir?

Nein, keine realen Personen, auch keine aus dem Umfeld, die sind reine Fantasie.

Nochmals nachgefragt, also, Käthe ist auch von ihrem Äußeren her fiktiv?

Ja 🙂 Knut auch. Nur Hansen ist eine Mischung aus unseren beiden Katzen (vom Temperament).

Denkst du an deine Leser, wenn du schreibst, also wie sie es finden würden? Oder gehst du ganz nach deinem eigenen Gefühl?

Nein, an die Leser denke ich dann nicht – ich bin in der Geschichte drin und schreibe im Grunde das, was mir die Handlung vorgibt, sprich die für den Fortgang der Geschichte logische Entwicklung. Wenn es den Lesern dann gefällt …

Finde ich super!

Kannst Du Dir auch vorstellen, ein Buch zu schreiben, dass nicht in Deiner Umgebung und NICHT in einer von Dir erschaffenen Welt spielt? Z.B. in New York, wo Du (hoffentlich) noch nie warst?

Ich war weder in Oldenburg, noch Flensburg oder Rungholt, nur Schleswig hab ich vor zig Jahren mal einen Tag besucht^^ aber auch die Selkie-Geschichte spielt wie gesagt in Schottland, England und den Orkneys, da war ich auch noch nicht.

Wäre das nicht mal was für eine tolle Recherchereise? 🙂

Oh ja, unbedingt.

Wie hat sich deine Einstellung zum Schreiben geändert, seit du „professioneller“ geworden bist. Bei mir persönlich ist eine Menge Spaß verloren gegangen, seit ich mich mit Stilmitteln, Charakterentwicklung etc. besser auskenne. Hat dich die Routine verändert?

Das locker-leichte, frisch von der Leber weg schreiben ist weniger geworden, weil der innere Lektor sich automatisch einschaltet. Das fehlt mir schon ein wenig, aber ich bemühe mich, manche Protagonisten einfach mal wieder von der Leine zu lassen (in DEM Projekt ist es mir manchmal gelungen 😉 )

Gut, dass das nicht nur mir so geht 🙂

Würdest Du auch einen Roman „nach Vorlage“ schreiben?

Kommt drauf an … aber eigentlich entwickle ich den Plot lieber selbst, ebenso wie die Personen.

Dann wäre Ghostwriting nichts für dich.. 😉

Wahrscheinlich nicht – aber ich hab es noch nicht ausprobiert.

Hast du wohl ^^

Aber anders, das ist ja auch unser Plot gewesen.

Das stimmt 🙂
Über Geister schreiben könntest du doch *grübel

Öhm, jo, hab ich ja irgendwie.

Du schreibst ja Krimi – also Mord und Totschlag – wie sieht es mit Thriller aus. Könntest du dir das vorstellen?

So wie du … nee, ich glaub nicht. Ich muss immer irgendwo ein wenig Humor dabei haben, allein um auch für mich die Anspannung wieder etwas rauszunehmen.

Humor darf doch auch im Thriller sein. Weißt doch: Anspannung – Entspannung.

Wirst Du auf der Straße mittlerweile angesprochen? Kennt man dich in deiner Umgebung als Autorin?

Also, wenn ich bei Thalia reingehe, grüßt mich der Geschäftsführer 🙂 und hat mir mehrfach versichert, dass ich dort auch lesen darf. Aber so auf der Straße, neeee. Ich wüsste auch gar nicht, wie ich reagieren sollte^^

Das heißt, Du brauchst schon Autogrammkarten?

Neee 😉 ich krieg schon Probleme, wenn ich die Bücher signiere^^

Was wäre deine Traumveranstaltung? Als Autorin

Crime Cruise?^^ wäre toll, aber ich glaube, Lesungen im allgemeinen (nur nicht vor zu viel Menschen).

Ist das Lampenfieber bei Lesungen verschwunden?

Es ist immer noch da, aber gerade bei Käthe, die ich quasi verinnerlicht habe, läuft es wie von selbst, sobald ich loslege.

Thema Lesungen. Was gefällt dir daran, was nicht?

Der Kontakt, das Feedback direkt und unmittelbar, das ist genial, wie ein Rausch. Nicht gefällt mir der trockene Hals, trotz trinken 😉 und dass mir manchmal die Puste ausgeht, vor allem bei den ersten Sätzen, bis ich richtig drin bin.

Gibt es etwas, das dir am Autorinsein gar nicht gefällt?

Werbung – und Überarbeiten, das kann manchmal einfach nur ätzend sein, vor allem, weil ich nach der dritten oder vierten Überarbeitung das Buch einfach nur satt habe und es dauert, bis ich es unbefangen und ohne genervt zu sein lesen kann.

Wann kommt das nächste Buch?

Mal gucken … eines ist für das Frühjahr geplant, der Rest … wir werden sehen 🙂

Wann ist die beste Schreibzeit?

Immer, wenn ich Zeit hab.


Vielen Dank für das offene, ehrliche Interview, Silvia Nagels, und weiterhin viel Erfolg <3

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1 Gedanke zu „Silvia Nagels

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