Karina Förster

Autoreninterview Karina Förster

Die Autorin

An einem stürmischen Wintertag 1971 erblickte Karina Förster in der wunderschönen Hansestadt Wismar das Licht der Welt. Ausgestattet mit unerschöpflicher Fantasie dachte sie sich in ihrer Kindheit vor dem Einschlafen Abenteuer-Geschichten aus, die sie mit ihren Spielkameraden am nächsten Tag nachstellte.

Der Vater, nebenberuflich Schauspieler an der niederdeutschen Bühne, prägte früh das Interesse für die verschiedenen Charaktere und ihren Verhaltensweisen. Die Verantwortung für ihre zwei Kinder ließen sie jedoch eine kaufmännische Laufbahn ansteuern.

Verschiedene Stationen, wie Kiel, Berlin und ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt in der Schweiz, fügten ihrer Fantasie weitere Orte, Lebensweisen und Mentalitäten hinzu. Heute lebt und arbeitet die multitalentierte Autorin in Leipzig, was unter Kennern auch gerne Klein Berlin genannt wird. Es ist der ideale, lauschige Ort, um letztlich alle Geschichten niederzuschreiben.

Neben der Leidenschaft Fotografie, gärtnert sie ambitioniert, studierte in einer Akademie Feng Shui Beraterin und steht all den Menschen beratend zur Seite, die nachhaltig etwas in ihrem Leben verändern wollen.

Liebesdramen zu schreiben, die unter die Haut gehen, ist ihre größte Leidenschaft, Ansporn und Berufung.

„Für mich sind Menschen wir gut gepflegte Möbelstücke. In ihnen gibt es immer eine Schublade, die nicht aufgeräumt ist und doch viele vergessene Schätze in sich trägt“, sagt Karina Förster

Was noch kommt?

Bestimmt ein kalter, stürmischer Wintertag …

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Das Interview

Wie bis du zum Schreiben gekommen?

Mein Mann hatte ein schweres Burn-out-Syndrom. Ich wollte gegen meine Angst ankämpfen, ihn verlieren zu können, denn das stand kurzzeitig auf der Agenda. Ich fühlte mich durchgerüttelt, denn in meiner Umgebung gaben sich alle mit einer nicht zu ertragenden Inbrunst abänderbaren Nichtigkeiten hin, während sich unter mir der Boden auflöste. Das empfand ich als paradox. Ich war schon vorher sehr geerdet und zog mich noch weiter von dem gebetsmühlenartig gefeierten Konsumrausch zurück, der ohnehin nur die Taschen des Verkäufers füllt. Mir kam die Welt vor, als stünde sie Kopf und niemand empfindet das als heuchlerisch, sich so gegen die Natur darin zu bewegen.

»Sieben Tage Insel« entstand. In diesem Roman verliert meine Protagonistin ihren Verlobten und damit ihren sichern Halt. Sie weiß nicht, wie sie den Verlust emotional verarbeiten soll, läuft verzweifelt und orientierungslos in eine gefährliche Richtung, bis …

Ich will dieser schnelllebigen, rücksichtslos konsumierenden Verhaltensweise etwas entgegensetzen. Eine kleine Auszeit in Form eines Buches, in dem sich alles um die persönliche Entwicklung dreht, die einen automatisch zum persönlichen Glück führt. Meiner Meinung nach, ist das etwas, was uns alle reicher macht, unter die Haut geht und dort ganz subtil wirkt.

 Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Ich würde nicht behaupten, dass der Plott im Kopf entsteht. Für mich scheint er eher aus dem Bauch zu kommen. Er kam, er sah, er siegte. Um diesen roten Faden entwickeln sich alle meine Handlungsstränge und die gehen für mich nur umzusetzen, wenn mein Herz vor Begeisterung klopft. Das Plotten ist für mich eher ein Gefühl, keine Technik, auf welcher Seite, welcher Zeile exakt welcher Plottpoint stehen sollte. Der Leser merkt im Endeffekt sehr wohl, wann etwas geplant und wann etwas harmonisch wirkt.

Ich las einmal eine Rezension, die in etwa so lautete: Ein toller Roman und mit perfekten Plott. Ich dachte nur: So ein Schwachsinn. Mich interessiert beim Lesen kein Plott. Ich will als Leser mit fiebern, meine Umwelt vergessen und in die Welt des Romans abtauchen. Als Leser ist mir das Handwerk piep egal, wenn es mir ein einzigartiges Erlebnis schenkt. Es muss gefühlstechnisch anstecken. Mehr nicht.

 Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Ich verlege selbst. Mein neuer Roman erscheint allerdings im September bei einem Verlag, also seit neuestem bin ich beides. Das ist für mich sehr spannend. Zum einen überzeugt meine Arbeit, zum anderen bekomme ich einen Einblick in professionelles Arbeiten. Als ich die Zusage bekam, konnte ich meine Mundwinkel gar nicht nach unten bekommen. Nicht, weil ich jetzt viel Geld verdienen kann, denn wir alle wissen ja wie das Hungertuch eines Autors schmeckt. Ich gehe einen Schritt weiter, lerne dazu. Genau das will ich und freue mich riesig.

 Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Da keimt ein kleines Pflänzchen. Mein Geist nimmt diese Idee spielerisch auf, bis für mich der Plan er kam, er sah, er siegte passt. Dann kann ich gar nicht anders, als mich damit an den Computer zu setzen. Ich höre dabei Musik, die thementechnisch gut zu der Idee passt und lasse die Finger über die Tastatur fliegen. Ich versetze mich emotional in jede Szene, rieche, fühle, schmecke. Wie ein Schauspieler versenke ich mich in die darzustellende Figur. Ich hauche ihr Leben ein, in dem ich sein Wesen analysiere. Dabei passiert es regelmäßig, dass ich mit weine, mit lache oder wütend werde und ich mich lebendig fühle. Ich will von dieser Szene durchdrungen sein, damit durch meine Worte letzten Endes ein genaues Bild im Kopf des Lesers entsteht.

Meine Ideen kommen, wenn ich meine Arme (in Gedanken) ausbreite, meinen Geist abschalte und den gelb leuchtenden Knopf auf empfangen umstelle. Ich weiß nicht, wie ich es verständlicher beschreiben könnte. Hört sich sicher sehr spirituell an, aber ich fühle mich als Medium und mit etwas verbunden, was sich groß anfühlt.

 Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich arbeite mit einer (wie ich finde) genialen Schreibsoftware am Laptop und PC, die alles bietet. Wenn ich beispielsweise im Bett liege und ein Gedanke den Schlafprozess verhindert, notiere ich ihn mir schnell auf einen Notizzettel, sonst kann ich nicht weiterschlafen. Bei der nächsten Gelegenheit kommt diese Notiz sofort an mein Kreativbord in der Software. Ich mag keine Zettelwirtschaft und vermeide sie dank Software weitestgehend.

 Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Ich habe einen rücksichtsvollen Mann, der mich zähneknirschend stundenlang in meiner Dunkelkammer hocken lässt. In der Regel werde ich daher nicht gestört, wenn ich mich verkrieche. Meine Kopfhörer signalisieren ihm unmissverständlich: „Bitte nicht stören“.

Falls seine und meine Bedürfnisse miteinander kollidieren, reagiere ich wie ein exzentrischer Künstler *schmunzel und einen lieben Gruß an meine bessere Hälfte, dessen Geduld beispiellos ist*.

Magst du kurz anreißen, worum es in »Magnolien im Sommer« geht?

Wie meistens arbeiten meine Protagonisten ihre dramatische Vergangenheit auf, um eine solide Beziehung eingehen zu können, nach der sie sich unbewusst sehen. So ist auch Mara durch sehr traumatische Erlebnisse beziehungsunfähig und findet tausend theoretische Gründe, warum alle Beziehungen mit ihr nur scheitern können (wie ihre aktuelle). Sie ist Lehrerin, deren Schülerin vergewaltigt und dabei geschwängert wurde. Dieses Schicksal geht ihr nah, weil es einige Parallelen zu ihrer Vergangenheit gibt. Mara ist stark, ohne es zu ahnen. Sie ist schön, ohne es zu ahnen und sie begeistert, ohne es zu ahnen. Um zu überleben, lernte sie einst, dass ein Herz in einer tiefen Gletscherspalte scheinbar geschützt vor emotionalen Verletzungen ist. Doch was, wenn jemand ihre Verhaltensweise durchschaut und sie dort herauslockt?

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Wie das immer so ist, ist es selten nur ein einziges. Ich versuche, meine Ideen schön der Reihe nach abzuarbeiten. Geplant ist unter anderem ein futuristischer Liebesroman, welcher die ausufernde und zügellose genetische Selektion zum Thema hat.

 Gibt es ein Genre, indem du nicht schreiben würdest / könntest?

Ich schreibe prinzipiell nur, wozu mein inneres Kind Lust hat. Und ich höre als braves Medium tunlichst darauf. Diese Freiheit ist ein riesiger Vorteil am Selfpublisher-Leben.

 Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Ich mag Agatha Christies Dialoge und Shakespeares Charme, aber Autoren inspirieren mich nicht. Sie offenbaren mir zwischen den Zeilen ihre Persönlichkeit. Und diese zwischen den Zeilen stehende Persönlichkeit begeistert (oder eben auch nicht). Es ist ein unverwechselbarer Fingerabdruck, den jeder Autor nun einmal hinterlässt. Unglaublich interessant. Neben großen Autorennamen trifft diese These auch auf kleine zu, also Achtung, was ihr mir zu lesen gebt.

 Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Bevor ich einen Roman veröffentliche, will mein Mann ihn lesen und leckt sich die Finger danach. Verschlingt er es und/oder höre ich stellenweise ein Kichern oder Lachen aus dem Wohnzimmer ist es ein Volltreffer und mein Herzblut fließt durch seine Venen.

 Hast noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Ja, die Zeit nehme ich mir.

Ich fotografiere. Einer meiner Schwerpunkte liegt bei der Makrofotografie. Mich faszinieren die Details, die sich bei oberflächlicher Betrachtungsweise geschickt entziehen.

Ein anderer Schwerpunkt liegt in der Infrarotfotografie. Diese Fotos wirken sehr bizarr und geben den Blick aus einer anderen Perspektive preis.

Ich bin daneben Feng Shui Beraterin.

Daran fasziniert mich, wie sich über all die Jahrtausende eine Lebensphilosophie mit Akupunktur, TCM; Horoskop oder IGing entwickelte. Ich erkläre Feng Shui immer gerne mit Akupunktur für die Wohnung, denn genauso funktioniert es. Ich erkenne anhand des Grundrisses Verspannungen/Blockaden, sehe Konflikte zwischen Bewohnern, woher sie kommen, wohin sie wollen. Meine Kunden sind hinterher Fans, weil es so simpel funktioniert.

 Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Die Verfilmung meines Liebesromans 2x Herz ist gleich eins.

 Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

 Als ich zufällig einen Film mit David Rott sah, passte er nicht nur optisch perfekt zu einer bereits existierenden Romanfigur, auch seine Spielweise begeisterte mich. Eben sein Fingerabdruck. Für mich wäre es eine große Ehre, wenn er der Figur Leben einhauchen würde.

 Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Meine Leser finden mich. Meist durch Zufall und wenn ihnen die tief gehenden Liebesromane zusagen, lesen sie gleich weitere von mir und warten auf Neuerscheinungen.

 Hattest du schon Lesungen?

Nein. Ich höre meine Stimme nicht sonderlich gerne, die noch immer über einen hörbar norddeutschen Slang verfügt, wenn es emotional wird. Außerdem gähne ich immer, wenn ich vorlese. Schrecklich. Ich fänd es aber toll, wenn jemand vorlesen würde, denn ich mag das total.

 Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Also das ist eine Frage, auf die ich keine rechte Antwort weiß. Wenn ich jetzt Baum sage, an was denkst du? Tanne, Ulme, Kiefer? Siehst du, ich unterlasse es daher, Baum zu sagen, weil damit alles nur relativ wäre. Und ich bin nicht relativ.

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Ich werbe auf Facebook, sofern ich darauf Lust habe. Mein Mann macht Mund zu Mund Propaganda. Ich weiß, dass ich mehr tun könnte, aber ich schreibe vorerst lieber.

 Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Ja, ich schreibe selten ohne mein Spotify. Meinen Lesern lege ich diese Playlist am Ende des Romans ans Herz. Die Titel passen meist inhaltlich zu den Geschehnissen im Roman, aber es gibt für mich keine bestimmte Geschmacksrichtung. Gab es übrigens noch nie. Ich habe zum Beispiel samische Musiktitel, Pop aus Tibet, Trommelmusik, Indie Pop, türkische, lateinamerikanische Titel in meinen Playlists vertreten. Es gibt einfach zu viel schöne Musik neben dem Mainstream, wie es viele schöne Bücher neben dem Mainstream gibt. Mann muss nur offen für alles abseits der Bestseller-Listen sein.

 Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

Albtraum, bitte schnell die nächste Frage!

 Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Mache Fehler! Ziehe dich aber danach selbst am Haarschopf aus diesem Loch und arbeite an Ihnen!

Wer nichts macht, macht auch keine Fehler.

Ich bekam anfangs schlechte Rezensionen, weil ich kein professionelles Lektorat beauftragte. Ich besserte nach, kniete mich in die Materie der verhassten Grammatik und stoße teilweise mit der Wem oder Wen-Frage noch immer an meine Grenzen, weil diese Gegenfragen für mich unlogisch sind.

Vor einigen Wochen musste ich im Zuge einer Bewerbung einen Text schreiben. Ich hatte einen halben Fehler und ärgerte mich über ihn grün und blau, obwohl ich damit die beste in der Runde war. Fehler sind für den Lernprozess unabänderlich. Sie spornen mich an, mein Wissen zu erweitern. Ich hätte mir übrigens in der Schule einen halben Fehler im Deutschdiktat gewünscht *einen lieben Gruß an Frau Facklam*.

Also mach was Löbliches aus deinen Fehlern!

 Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Verschenke ich an Bedürftige.


Das Buch

Magnolien im Sommer

Fesselnd, berührend, schockierend …
Ein Liebesdrama, das dich packen wird.

Mara ist Mitte vierzig und Lehrerin. Ihre Chefin macht ihr die Hölle heiß, weil sie sich vehement dagegen sträubt, die Vergewaltigung einer Schülerin zu vertuschen. Unversehens kommt Mara auf diese Weise an ihre emotionalen Grenzen, denn die Parallelen zu ihrem Leben werden unübersehbar.
Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation zerbröckelt ihre ohnehin schon instabile Beziehung zu Daniel vollends. Er hintergeht sie mit Lidia, der Freundin ihres ehemaligen Studienkollegen, besten Freundes und Arbeitskollegen Reino.
Kurzerhand packt sie ihren Koffer. Im Berliner Nachtleben will sie wilde Liebesabenteuer erleben, sich an Daniel rächen und ihr Ego aufpolieren. Am Bahnhof passt Reino sie ab, denn der Geprellte sinnt ebenfalls auf Rache. Voller Enthusiasmus brechen beide auf, doch ihre Pläne geraten schnell ins Stocken. Ganz so einfach wie gedacht, gestaltet sich das Vorhaben für die empfindsame Mara dann doch nicht. Unvermutet gerät sie in einen Strudel, der noch mehr Gefühlschaos auslöst und auch die Vergangenheit holt sie erbarmungslos ein.

 

erscheint demnächst im MoKo Verlag

 


*Dieser Beitrag enthält Werbung und Verkaufslinks

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