Gaby Grefen

Autoreninterview Gaby Grefen

Die Autorin

Ich bin Jahrgang 1961, in Süddeutschland geboren und aufgewachsen in Norddeutschland. Danach lebte ich an verschiedenen Orten dieses Landes und in Israel – jetzt seit einigen Jahren in Düsseldorf. Daher ist mein Lebensmotto:“ Mein Zuhause ist dort, wo meine Zahnbürste steht.“

Ich bin Allround-Managerin, studierte Diplom-Sozialwirtin, Skeptikerin und Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten aller Art. Doch die Zeit in Israel prägen meine Arbeiten besonders. Ich habe in diversen Anthologien veröffentlicht, daneben lese ich regelmäßig beim Autorenfrühstück und der „Blauen Stunde“ in der Düsseldorfer Künstlerkneipe „Destille“ , ebenso auch beim Westdeutschen Autorenverband e.V., in dem ich auch Mitglied bin.


Das Interview

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe seit meinem 10. Lebensjahr, damals Gedichte in Reimform zu Geburtstagen, Schulabschluss und sonstigen privaten Anlässen. Dann mit Mitte dreißig habe ich angefangen Kurzgeschichten zu schreiben – ich liebe aber beides, Lyrik und Prosa.

Bist du der klassische Plotter oder schreibst du direkt aus dem Kopf und arbeitest dann nach?

Tja, darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht… Das ist sehr verschieden. Ich erinnere mich an eine Geschichte, die ist komplett im Kopf entstanden, als ich an einem heißen Sommertag auf die Straßenbahn hier in meinem Ortsteil wartete. Ich habe dann die ersten Sätze schon in der Bahn geschrieben. Oft sind meine Kurzgeschichten auch themenbezogene ‚Auftragsarbeiten‘, d.h. ich melde mich zu einer Lesung an, die ein festgelegtes Thema hat (Wald, Straßenleben, Kultgegenstände usw.). Auch da arbeite ich im Kopf, mache aber auch schon mal Notizen, wie der Verlauf sein soll. Oft kommt die Pointe dann allerdings Wochen später, da bastele ich meist am längsten dran herum.

Bist du Verlagsautor oder Selfpublisher oder beides?

Ich habe meine ersten Texte in Anthologien oder auch einem Sachbuch herausgebracht, die alle von Verlagen publiziert wurden. Mein erstes Buch, gerade im Juni diesen Jahres erschienen: „Die Weisheit des Gnoms“, ist in einem Selfpublisher Verlag herausgekommen.

Wie gehst du ein neues Buch an? Wie entwickelt sich die Idee? Woher bekommst du deine Inspiration?

Was mein erstes Buch angeht, habe ich die Möglichkeit über den Westdeutschen Autorenverband e.V., dessen Mitglied ich schon seit einigen Jahren bin, erhalten, ein eigenes Buch zu publizieren. Die Gelegenheit habe ich natürlich beim „Schopfe gepackt“. Die Gedichte und Kurzgeschichten hatte ich fast alle über die letzten acht Jahre gesammelt. Ich beobachte gern Menschen, sehe irgendwo auf der Straße oder im Supermarkt eine Situation und dann entsteht manchmal auch eine kleine Geschichte im Kopf. Bei den Gedichten ist das anders. Da sitze ich abends oder auch nachts ( ich bin Nachtarbeiter )und höre Musik oder sehe einen Film. Dann marschiert mir eine Zeile durch den Kopf, und dann lege ich los – so sind viele Gedichte entstanden. Ich bin aber auch gesellschaftspolitisch interessiert, und da hat mich so manches Ereignis inspiriert.

Schreibst du direkt in den PC oder machst du dir wie viele andere erst handschriftliche Notizen?

Ich gehöre wohl noch zur ‚alten Garde‘ der Handschreiber. Ich habe immer und überall Block, Bleistift und Radiergummi dabei. Dann kommt das Fragment des Textes in den PC und manchmal schreibe ich erst Wochen später weiter am Text. Gedichte schreibe ich grundsätzlich so lange auf Papier vor, bis ich es als „fertig“ erachte.

Wie gehst du mit Störungen um, wenn du schreibst?

Ich nehme sie gelassen hin, ich muss nicht vom Schreiben leben!

Magst du kurz anreißen, worum es in „Die Weisheit des Gnoms“ geht?

(Ich habe hier mal den Klapptext von meiner Buchwerbung hineingesetzt)

„Die Weisheit des Gnoms

ist unberechenbar und unentbehrlich,

denn er sieht die Dinge im richtigen Licht.“

In diesem Buch, in dem sich Lyrik und Prosa vereint, spielt die Weisheit des Gnoms die Hauptrolle. In 9 Unterteilungen lädt er ein zum Hinabtauchen in eine andere Welt, das Liebesleiden zu erleben, oder seine Gedanken zu verlieren. Genauso aber auch dem Kriegsgeschehen nicht auszuweichen und der Zeitenwende standzuhalten, die mit satirischen Texten enden kann.

Es ist ein breites Spektrum zum Träumen, Nachdenken und Schmunzeln. Die 60 Gedichte und 10 Kurzgeschichten, die über die letzten 8 Jahre entstanden sind, spiegeln das Leben wieder so wie es ist – facettenreich.

Arbeitest du an einem weiteren Buch?

Nun, „Buch“ würde ich noch nicht sagen – eine Idee erst einmal – ja. Es soll die Kindheit und Jugend meiner Mutter in Polen erzählen, vor und während des zweiten Weltkrieges. Ich komme aus einer sehr spannenden Familie. Es wird aber keine Biographie sein, ich werde auch Personen und deren Geschichte erfinden und sie der Story einverleiben. Ich werde die Geschichte am Sterbebett meiner Mutter beginnen lassen und in Rückblenden arbeiten.

Gibt es ein Genre, in dem du nicht schreiben würdest / könntest?

Thriller

Welche Autoren liest du? Inspirieren sie dich?

Ja, und jetzt muss ich mich wohl „outen“! Nicht dass ich nicht lese – Sachbücher, Internet- und Zeitungsartikel und Ähnliches, schließlich bin ich studierte Sozialwirtin mit kirchlichem Background. Aber ich habe schon als Kind nie gern gelesen … Ab und an fällt mir was in die Hände, aber es dauert ewig, bis ich es fertig gelesen habe (die letzte drei Bücher: „Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen“, von Mitch Albom; „Alltag im Ausnahmezustand“, von Richard C. Schneider; „Die Bücherdiebin“, von Markus Zusak). Gerade bei der „Bücherdiebin“ hat mich allerdings die Sprache wirklich fasziniert.

Wie geht deine Familie mit deiner Schreiberei um? Unterstützt sie dich?

Ich lebe getrennt von meinem Mann und meine Kinder sind schon ‚aus dem Haus‘. Aber mein Mann hat das Lektorat meines ersten Buches mit übernommen.

Hast du noch Zeit für Hobbies nebenbei?

Ja, ich sehe gerne Filme, höre gern Musik, gehe gern mal in die Düsseldorfer Innenstadt, in Ausstellungen  –  und ich schreibe, das ist nämlich auch ein Hobby von mir!

Hast du einen Traum, den du dir unbedingt erfüllen möchtest? Bestsellerautor gilt nicht, das werden wir schon.

Ich möchte gern wieder in Israel leben (habe ich fünf Jahre). Am Liebsten natürlich als bekannte Autorin, oder wenigstens als „Schreiberin“ (mit anderen Reportagen machen, das wunderschöne Land vorstellen).

Sollte ein Buch von dir verfilmt werden, hättest du bereits Hauptdarsteller im Hinterkopf? Wer würde es werden?

Naja, bei Gedichten und Kurzgeschichten… „Die Weisheit des Gnoms“ als Hörbuch gesprochen von Ilja Richter, Senta Berger oder/und Armin Müller-Stahl – das wäre was!

Falls das Buch über meine Mutter rauskommt und dann auch noch verfilmt wird… Da dann entweder Eva Mattes oder Meryl Streep als meine Mutter.

Wie (oder wo) findest du deine Leser?

Über Mund-zu-Mund-Propaganda und in der Künstlerkneipe „Destille“, hier in Düsseldorf.

Hattest du schon Lesungen?

Ja so einige. In besagter „Destille“ regelmäßig, aber auch schon in VHS, Seniorenheimen, Kirchen und letztes Jahr sogar im Theatermuseum Düsseldorf. Ich lese aber auch Fremdtexte, ganz besonders gern die jiddischen Gedichte der verstorbenen Lyrikerin Rajzel Zychlinski.

Hast du irgendwelche Laster – Fahrzeuge gelten nicht?

Ich trinke gern mal Rotwein, der inspiriert mich allerdings auch… Laster und allgemein Kraftfahrzeuge fahre ich nicht – nur Bus und Bahn… Und ich bin nachtaktiv, das ist für meine Nachbarn auch manchmal „Laster“.

Machst du selber Werbung für deine Bücher und wenn ja, wie?

Auf meiner Facebook-Seite (eine eigene Homepage habe ich nicht), eben Mund-zu-Mund-Propaganda, habe einen E-Mail-Verteiler und in der „Destille“.

Hörst du Musik beim Schreiben? Wenn ja, irgendetwas bestimmtes?

Nicht BEIM schreiben, davor, zur Einstimmung. Ich habe keine besondere Richtung – Klassik bis Pop, Folk bis Ballade, nur Jazz, Funk, Haevy Metal und diese Richtung ist nicht so mein Ding. Absolut toll finde ich Edwina Hayes oder „Adagio for Strings“, von Samuel Barber und gern auch israelische Popsongs.

Wenn du nicht mehr schreiben könntest…

… würde ich den ganzen Tag singen (geht ganz gut nach vielen Jahren Chorerfahrung – ich singe allerdings nur nach Gehör, kann keine Noten lesen!).

Hast du einen Tipp für jemanden, der mit dem Schreiben anfangen möchte?

Erstmal einfach anfangen, was einem so durch den Kopf geht, es muss ja niemand lesen. Nur nicht verkrampfen. Es gibt diverse Schreibübungen und -spiele um seine Fantasie anzuregen. Und vielleicht gibt es in der Nähe eine Schreibwerkstatt oder Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann. Man muss Spaß am Schreiben haben und nicht schon nach dem Pulitzer-Preis schielen.

Deine drei Wünsche an die gute Fee?

Klar im Kopf

Humor im Herzen

ein „waches“ Auge

Ich habe zwar keine eigene Homepage, aber wer noch etwas mehr über mich und mein literarisches Umfeld wissen möchte, kann auf: Westdeutscher Autorenverband e. V. gehen.

Vielen Dank für das interessante und offene Interview, Gaby Grefen, und viel Erfolg mit allem, was du noch so schreibst. 


Das Buch

„Die Weisheit des Gnoms
ist unberechenbar und unentbehrlich,
denn er sieht die Dinge im richtigen Licht.“
In diesem Buch, in dem sich Lyrik und Prosa vereint, spielt die Weisheit des Gnoms die Hauptrolle. In 9 Unterteilungen lädt er ein zum Hinabtauchen in eine andere Welt, das Liebesleiden zu erleben, oder seine Gedanken zu verlieren. Genauso aber auch dem Kriegsgeschehen nicht auszuweichen und der Zeitenwende standzuhalten, die mit satirischen Texten enden kann. Es ist ein breites Spektrum zum Träumen, Nachdenken und Schmunzeln. Die 60 Gedichte und 10 Kurzgeschichten, die über die letzten 8 Jahre entstanden sind, spiegeln das Leben wieder so wie es ist – facettenreich. 

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1 Gedanke zu „Gaby Grefen

  1. …Ach, liebe Gabi! So nachdenklich und augenzwinkernd, manchmal sogar lustig, aber mit einem „bitteren Beigeschmack“… Alles Gute für die nächsten…also bis hundertzwanzig! KOL TUV…! Herzlichst, Leo

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