Buchpreisbindung

Buchpreisbindung

Anders als andere Produkte sind Bücher preisgebunden. Rechtsgrundlage ist das Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG), das Herausgeber dazu verpflichtet, für ihre Bücher verbindliche Preise festzusetzen. Der Kunde zahlt so für ein Buch überall denselben Preis, egal wo er dieses kauft. Der Gesetzgeber hat erkannt, dass feste Preise zum Erhalt eines intakten Buchhandels beitragen.

Auch eBooks unterliegen der Preisbindung. Seit dem 1.9.2016 stellt § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Buchpreisbindungsgesetzes klar, dass Bücher im Sinne dieses Gesetzes auch Produkte sind, „die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren, wie zum Beispiel zum dauerhaften Zugriff angebotene elektronische Bücher, und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend Verlags- oder Buchhandels typisch anzusehen sind“. Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel.

Von der Buchpreisbindung ausgenommen sind:

Fremdsprachige eBooks

eBooks, auf welche der Zugriff im Rahmen wissenschaftlicher Datenbanken gestattet wird

Einzelne Kapitel oder Ausschnitte von Büchern

Texte, denen die Anmutung eines Buches fehlt (also ohne Cover, Titelei, Inhaltsverzeichnis etc.)

eBooks mit Multimedia-Applikationen (bloße Software, Produkte mit Video-Sequenzen, stark angereicherte „enhanced“ eBooks)

Das Buchpreisbindungsgesetz verpflichtet Verlage zur Preisfestsetzung, lässt ihnen bei der Preisgestaltung aber genügend Spielraum. So können Verlage Sonderpreise wie Subskriptions-, Mengen- oder Serienpreise festlegen, die ihrerseits gebundene Ladenpreise sind. Erscheint ein Titel in unterschiedlichen Ausgaben, etwa als Hardcover, als Taschenbuch, als eBook, dürfen die Preise zwischen den einzelnen Formaten variieren. Läuft der Absatz eines Buches nicht so gut wie erwartet, haben Verlage die Möglichkeit, den Ladenpreis zu reduzieren.

Bücher können sogar ganz aus der Preisbindung herausgenommen werden. Allerdings nicht vor Ablauf von 18 Monaten nach erstmaligem Erscheinen des Titels. Verlage müssen die preisbindungsfreien Titel mit dem Zusatz „unverbindliche Preisempfehlung“ kennzeichnen, damit der Händler weiß, dass er den Preis in diesem Fall frei kalkulieren kann. Denn das ist bei preisgebundenen Verlagserzeugnissen nicht gestattet: Hier darf der Händler den Ladenpreis weder reduzieren noch erhöhen.

Verlage, die das VLB als Referenzdatenbank nutzen, erklären damit die dort genannten Preise zu gebundenen Ladenpreisen.

*VLB = Verzeichnis lieferbarer Bücher

Verstöße gegen die Preisbindung

Wer gegen das Buchpreisbindungsgesetz verstößt, begeht kein Kavaliersdelikt. Händler, die Bücher unter Preis verkaufen, müssen mit Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen, gegebenenfalls mit Liefersperre rechnen.

Das Buchpreisbindungsgesetz kann man als PDF beim Börsenverein des deutschen Buchhandels downloaden. Ebenso kamm man dort einen Infoflyer für Endkunden zum Thema „Preisbindung“ als PDF, sowie Merkblätter zum Thema herunterladen.

zum PDF Download 

zum Infoflyer Download

Merkblätter als PDF Downlad