Exposé

Ein Exposé ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf eurer Geschichte vorstellen. Manche Verlage haben ihre eigenen Vorgaben, wie ein Exposé, das ihr ihnen schickt, aussehen sollte.

Ich sehe die Verzweiflung in euren Augen, und glaubt mir, ich kann sie nachvollziehen. Auch ich ‚liebe‘ Exposé schreiben. Doch seht es positiv:

Das Exposé ist eure Möglichkeit, euer Mittel, mit eurem Manuskript Werbung bei den Verlagen zu machen. Ihr solltet es mit genau dem gleichen Herzblut verfassen, wie euer Buch. Denn es ist alles, was ihr dort hineingelegt habt – nur um einiges konzentrierter.

Doch es soll den Lektor, der es zwischen seine Finger bekommt, nicht von euren schriftstellerischen Qualitäten überzeugen. Im Vordergrund stehen die Fakten eures Projekts. Die Informationen sollten sachlich und logisch klar gegliedert sein.

Wir haben hier mal ein Beispiel-Exposé der Drehbuchwerkstatt München genommen.

Wie ein Exposé aussieht

Es gibt keine deutsche Industrienorm, die Form und Umfang eines Exposés festlegt. Es bewegt sich aber erfahrungsgemäß zwischen drei bis maximal zwanzig Seiten.

Die DrehbuchWerkstatt München gibt hier einen Blick über gängige Formen, eingeleitet von einem Vorschlag, seinen Stoff auf wenigen Seiten zusammenzufassen:

1.Seite

Titel

Autor

Schlagzeile

Die Schlagzeile fasst die gesamte Handlung in einem Satz zusammen. Dieser Satz hat eine Person zum Gegenstand und wird regiert von einem Vollverb. Die Person ist nicht mit Namen, sondern durch ihre hervorragende Eigenschaft zu kennzeichnen (statt „Hans durchschwimmt den Ärmelkanal“ etwa „Einarmiger Student…“ oder „Rentner durchschwimmt Ärmelkanal“). – Die Schlagzeile soll aus einem vollständigen Satz bestehen, der eine Handlung ausdrückt. Keine Frage („Ist der Arbeitslosigkeit Herr zu werden?“), kein Ausruf („Weniger Arbeitslosigkeit!“), keine Feststellung („Arbeitslosigkeit wird weniger“), sondern eine Handlung („Arbeitsloser findet Arbeit“ oder „…geht vor die Hunde“ oder „…eröffnet Restaurant“). Ein weiterer charakteristischer Zug einer Schlagzeile: nur Vollverben, also keine Hilfsverben = statt „ist traurig“ besser: „weint“… Durch die Zusammenfassung in einem Satz wird unweigerlich eine Hauptfigur bestimmt – und wie sie sich entscheidend betätigt (Vollverb). „Arbeitsloser eröffnet Restaurant“ wäre z.B. so ein Satz. Jetzt soll die Hauptfigur aber z.B. gar nicht der Arbeitslose, sondern dessen kleiner Sohn sein, der sich wegen seines Vaters schämt. Die Schlagzeile „Arbeitsloser eröffnet Restaurant“, stellen wir dann fest, gibt gar nicht wieder, wovon die Geschichte handelt. Sie muss „Kleiner Junge“ zum Satzgegenstand haben, etwa: „Kleiner Junge schämt sich wegen Vater“. Aber ist „schämen“ die entscheidende Betätigung? Sollte es z.B. nicht besser heißen „Kleiner Sohn ermutigt arbeitslosen Vater“ (ein Restaurant zu eröffnen)?

Zusammenfassung

Die Zusammenfassung besteht aus vier Sätzen. Die ersten drei beschreiben den Verlauf der Handlung, der vierte ihre Bedeutung. Die Sätze antworten auf folgende Fragen: Was passiert zuerst (Satz 1)? Was passiert danach (Satz 2)? Wie geht die Geschichte aus (Satz 3)? Worum geht es in dieser Geschichte(Satz 4)? – Auch hier sind vorkommende Personen nicht namentlich, sondern durch ihre Rolle oder Funktionen für die Geschichte zu kennzeichnen. – Die (mit dem vierten Satz wiedergegebene) Bedeutung einer Geschichte ergibt sich aus ihrem Verlauf im Vergleich zu den Absichten und Manövern der Figuren, vor allem des Helden. Was will die Hauptfigur erreichen? Was geschieht wirklich? Aus welchen Gründen? In welcher Form lässt sich das verallgemeinern?

Kurzinhalt

Der Kurzinhalt überblickt die Haupthandlung – von Anfang bis Ende – in 800 bis 1000 Buchstaben. Nebenhandlungen sind nur insoweit zu berücksichtigen, wie die angegebene Begrenzung nicht überschritten wird; darüber hinaus können sie vernachlässigt werden. Nur die wichtigsten Figuren werden mit Namen erwähnt; Nebenfiguren sind durch ihre Beschäftigung („Lehrer“, „Rentner“…) oder ihre Beziehung zu den wichtigeren Figuren („Marias Nachbarin“, „Georgs Schwester“…) zu kennzeichnen. Beim ersten Auftauchen einer namentlich erwähnten Figur ist deren Name in Großbuchstaben schreiben, später dann in normalen Buchstaben (also „INGE“ beim ersten Auftauchen, später dann „Inge“). Bitte in der Gegenwartsform schreiben, außer im Fall von Rückblenden; sie werden durch die Vergangenheitsform gekennzeichnet.

2.Seite

Figuren

Die wichtigsten Figuren werden mit nicht mehr als zwei Sätzen beschrieben. Und zwar im Hinblick auf das, was ihre Funktion für die Handlung ist. Aussehen ist nur zu beschreiben, wenn dies – wie etwa beim Glöckner von Notre Dame – wichtig für die Geschichte ist.

ab 3. Seite

Ablauf (Handlungsschritte)

Der Ablauf ist eine Ausdehnung des Kurzinhalts – erzählt auch Nebenhandlungen und widmet sich Nebenfiguren. Wiederum gilt es, nur die wichtigsten Charaktere beim Namen zu nennen (Nebenfiguren begreift vor allem der Außenstehende immer besser, wenn sie durch ihre Rolle gekennzeichnet werden).

 

Vorname/Name des Autors

Strasse

PLZ-Wohnort