Haupt- und Nebenrechte im Verlagsvertrag

Haupt- und Nebenrechte im Verlagsvertrag

Nachdem ich gestern meinen Beitrag zum „Abtreten der Nebenrechte“ veröffentlicht hatte, kam es in der Facebook Gruppe „Autoren_Netzwerk“ zu einer ausführlichen Diskussion zu dem Thema. Inspiriert von dieser Diskussion möchte ich hier nun einiges richtig stellen.

Auf der Seite „Börsenverein des deutschen Buchhandels“ findet man so einiges zu dem Thema.

Zuerst einmal der Verlagsvertrag.

Vertrag zwischen einem Autor bzw. Übersetzer und einem Verlag. Danach verpflichtet sich der Autor, dem Verlag ein Manuskript zur Vervielfältigung und Verbreitung zu überlassen – und im Gegenzug der Verlag, ein Manuskript zu publizieren. Der Verlagsvertrag regelt, welche Verwertungsrechte der Autor dem Verlag über dieses so genannte Hauptrecht hinaus überlässt (Nebenrechte); festgehalten sind in der Regel auch vereinbarte Abgabetermine des Manuskripts sowie die getroffenen Honorarzahlungen. Grundsätzlich herrscht Vertragsfreiheit, das heißt jeder Verlag kann mit jedem Autor individuelle Regelungen treffen. Empfehlenden Charakter haben die so genannten Normverträge, die der Börsenverein mit dem Verband Deutscher Schriftsteller und für wissenschaftliche Werke mit dem Deutschen Hochschulverband geschlossen hat. Diese freiwilligen Vereinbarungen sind Richtschnur für eine ausgewogene Vertragsgestaltung, die die Interessen der beiden Partner berücksichtigt. Die Buchbranche kennt auch den so genannten Werkvertrag. Hier erhält der Urheber einen Auftrag von einem Verlag und ist eng an dessen Vorgaben zum Beispiel bei der Darstellung und Aufbereitung von Inhalten gebunden. Auf Bestellung arbeiten Autoren etwa für Verlage von Fachbüchern, Ratgebern, Schulbüchern oder Lexika.

Die wichtigsten Punkte: Der Verlagsvertrag regelt die Übertragung der Nebenrechte. Da in Deutschland Vertragsfreiheit herrscht, kann man dies individuell regeln. Abstimmung Autor -> Verlag.

Nun zu Haupt- und Nebenrechten:

Der Urheber räumt einem Verlag per Verlagsvertrag das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung seines Werks ein. Dieses Recht bezeichnet man auch als Hauptrecht. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Nutzungsrechte, die der Urheber an den Verlag abtreten kann. Man unterscheidet buchnahe und buchferne Nebenrechte. Zu den buchnahen Nebenrechten gehören beispielsweise Lizenzen für Taschenbuchausgaben, Übersetzungen, Buchclubausgaben und Sondereditionen oder den Vorabdruck, als buchferne Nebenrechte bezeichnet man die Rechte zur Dramatisierung, Verfilmung und Vertonung.

Da steht also schon „die der Urheber an den Verlag abtreten kann“.

Zum Thema Nebenrechte heißt es dort weiterhin:

All jene Rechte, die der Verbreitung eines Werks dienen, und die ein Autor seinem Verlag neben dem Hauptrecht der Veröffentlichung einräumen kann. In Publikumsverlagen (Belletristik und Sachbuch) zählen dazu beispielsweise die Taschenbuch- oder Buchclublizenzen und andere Sondereditionen, die Übersetzungsrechte sowie die Rechte zur Dramatisierung, Vertonung, Verfilmung. Teilweise beauftragen Autoren für die Wahrnehmung von Nebenrechten wie Verfilmung, Dramatisierung oder Vertonung auch spezielle Agenturen. Autoren sind an den Erlösen aus den Nebenrechten beteiligt.

Da steht – „Autoren sind an den Erlösen aus den Nebenrechten beteiligt“. Folgendes steht da nicht, wird aber meist so gehandhabt – „Meist erfolgt die Verteilung 50 / 50“.

Zum Thema Nutzungsrechte heißt es dort:

Recht, das ein Autor einem Verlag zur Verwertung seines Werks einräumt. Neben dem Recht zur Verbreitung und Vervielfältigung zählen auch die Rechte zur Vertonung, Verfilmung und Dramatisierung zu den Nutzungsrechten, ebenso die Verwertung in Lizenzausgaben. Welche Nutzungsrechte ein Autor einem Verlag eingeräumt hat, ist im Verlagsvertrag dokumentiert.

Klar definiert, hatten wir auch schon beim Verlagsvertrag – Welche Nutzungsrechte ein Autor einem Verlag eingeräumt hat, ist im Verlagsvertrag dokumentiert.

  • Abschließend bleibt also folgendes aus meiner Sicht anzumerken Bei Abschluss des Verlagsvertrages kann jeder Autor festlegen und dem Verlag mitteilen, welche Nebenrechte er abtritt und welche nicht.
  • Natürlich kann ein Autor auch alle Nebenrechte abtreten, wenn er sich nicht damit belasten will.
  • Der Verlag verpflichtet sich bei Übertragung der Nebenrechte, sich um diese zu kümmern. Sollte er dem nicht ausreichend nachkommen, hat der Autor die Möglichkeit, das betreffende Nebenrecht nachträglich aus dem Vertrag heraus zu nehmen. Die Abtretung ist also nicht endgültig.
  • Als Autor sollte man sich aber auch vor Augen führen, dass man zwar den Vertrag mitgestalten kann, der Verlag die vom Autor vorgeschlagenen Veränderungen am Verlagsvertrag nicht durchführen muss.
  • Ebenso wenig muss ein Autor einen Vertrag unterschreiben, mit dessen Inhalt er nicht konform geht.
  • Jeder Autor sollte einen angebotenen Verlagsvertrag genau prüfen. Kann er das nicht selbst, sollte er ggfs. den Verlagsvertrag durch einen Rechtsbeistand prüfen lassen.