Verlag oder Selfpublishing – welcher Weg ist für mich richtig?

Verlag oder Selfpublishing – welcher Weg ist für mich richtig?

Schauen wir uns doch einfach mal an, was für Aufgaben uns als Selfpublisher erwarten. Denn jede dieser Aufgaben werden wir bei einer Entscheidung für diesen Weg selbst erledigen bzw. bezahlen müssen.

Es ist ein mühsamer, steiniger Weg, als Selfpublisher sein Buch selbst herauszubringen. Leider wird das in den Online Auftritten der Selfpublisher Plattformen wie Amazon und Co nicht in dieser Form erwähnt. Dort findet man stattdessen Aufforderungen und Motivation, sein Buch einfach und schnell über diese Plattform zu veröffentlichen.

Als Selfpublisher ist man für alles selbst verantwortlich, muss alle Arbeiten die nötig sind vom Schreiben bis zur Veröffentlichung eines fertigen Buches selbst erledigen. Oder man ist gezwungen sich Dienstleister zu suchen und zu bezahlen, für Dinge, die man nicht kann oder versteht. Davon gibt es im WWW mehr als genug, viele davon sind allerdings alles andere als professionell. Damit will ich keinesfalls jemanden entmutigen, aber so sieht nun einmal die Realität aus.

Es gibt Selfpublisher, die heute Bestsellerautoren sind und gut vom Schreiben leben können. Aber das sind Ausnahmen. Hinzu kommt, dass der Ruf der Selfpublisher in der Öffentlichkeit immer noch sehr schlecht ist. Es gibt immer noch die weit verbreitete Ansicht, wer selbst veröffentlicht, sei zu schlecht für einen Verlag. Das liegt aber auch zum Teil an der Qualität der veröffentlichten Werke. Da keine der gängigen Plattformen wie z. B. Amazon prüft, was denn da hochgeladen wird, kann halt jeder jedweden Schund veröffentlichen. Wer das nicht glauben kann, sollte die Probe aufs Exempel machen und sich ein paar Angebote für 0,99 € oder 0 Euro herunterladen. Ihr werdet immense Unterschiede feststellen, was die Qualität betrifft.

Doch zuerst einmal die Frage – Was sind denn eigentlich die Hauptaufgaben eines Selfpublishers, einmal abgesehen von dem Ziel, ein qualitativ hochwertiges Werk auf den Markt zu bringen? Die Frage ist relativ einfach anhand der Aufgabenbeschreibung eines Verlages nachzuvollziehen.

Werfen wir also einen Blick auf die Aufgaben, die auf einen zukommen, wenn man sein Werk als Selfpublisher veröffentlichen will.

Ein seriöser Verlag bietet einem Autor Lektorat, Korrektorat, Covererstellung, Buchsatz, Druck und Marketing für das fertige Werk. Solch ein Verlag liefert das fertige Buch über die sogenannten Barsortimenter aus, die wiederrum damit den Buchhandel beliefern. Viele bieten auch zusätzlich Plakate und Werbungen für Lesungen an, organisieren selbst Lesungen, Mitteilungen in Printmedien und Messeauftritte, bieten sogar den Autoren Aufwandsentschädigungen für die Anreise zum Verlag bzw. zu den großen Buchmessen. Solch ein Verlag verlangt keine Zahlungen von einem Autor. Dafür, dass der Autor dem Verlag die Rechte an der Veröffentlichung seines Buches abtritt, erhält er Tantiemen für jedes verkaufte Buch. In der Regel liegen diese Tantiemen für Print (Taschenbuch) bei 10 – 15 %, bei eBooks zwischen 20 und 40 % des Nettoverkaufspreises, je nach Verlagsvertrag.

Das Lektorat

Viele Selfpublisher verzichten darauf, weil ein professionelles Lektorat bei 400 Buchseiten schnell mal 1500 – 2500 Euro kosten kann. Das hört sich auf den ersten Blick erschreckend an. Es gibt mittlerweile Lektoren, die online anbieten, Lektorate für Selfpublisher günstiger vorzunehmen.

Aber Achtung – einige dieser Lektoren haben sich selbst den Titel Lektor verliehen, verfügen aber über keinerlei Ausbildung in dieser Richtung. Hier ist es hilfreich, einmal ein Testlektorat über ein paar Seiten machen zu lassen, um die Qualität des sogenannten Lektors zu überprüfen. Oder man lässt sich ein paar Werke nennen, die dieser Anbieter lektoriert hat und fragt bei den betreffenden Autoren hinsichtlich Erfahrung und Zufriedenheit mit diesem Lektor nach.

Wie erwähnt verzichten viele Selfpublisher ganz auf ein Lektorat. Darunter leidet oft (nicht immer) die Qualität eines Buches erheblich. Einige diese Bücher fördern immer wieder den schlechten Ruf der Selfpublisher.

Es gibt aber auch andere Lösungsansätze. Mehrere Autoren schließen sich zusammen, lesen ihre Bücher gegen, versehen die Texte mit Kommentaren und der Autor, dessen Werk gerade von dieser Gemeinschaft geprüft wurde, überarbeitet es danach und entscheidet, ob er seinen Text entsprechend der Anmerkung ändert. Viele suchen sich auch Testleser in den Facebook Gruppen (sogar zusätzlich zum Lektor) und fragen nach deren Meinung zu dem Buch. Anhand dieser Meinung verändert der Autor seinen Text. Sicherlich sind diese Ansätze besser, als gar nichts zu machen und sein Buch ungeprüft auf den Markt zu werfen.

Aber – das alles ersetzt kein Lektorat. Denn ein Lektor sucht nicht nur nach Rechtschreibfehlern.

Das Lektorat umfasst für gewöhnlich die rechtschreibliche, stilistische, logische, grammatikalische und inhaltliche Verbesserung von Texten. Lektoren haben außerdem oft ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, meist Germanistik, Anglistik und Sprachwissenschaften. Über diese anspruchsvolle Ausbildung verfügen die preisgünstigen Dienstleister oftmals nicht.

An dieser Stelle wird die Entscheidung schwierig. Wenn man als Beispiel einmal davon ausgeht, man verdient als Selfpublisher je verkauftem Buch einen Euro, kann man sich schon ausrechnen, wie viele Bücher man verkaufen muss, damit sich die Kosten für ein Lektorat überhaupt erst einmal decken.

Man kann jedem Selfpublisher, wenn er mit seiner Arbeit beginnt, nur mit auf den Weg geben, wie wichtig ein Lektorat ist. Nicht umsonst beschäftigen Verlage seit Jahrzehnten Lektoren und nehmen die Kosten für deren Arbeit in Kauf. Aber nicht jeder Selfpublisher hat die finanziellen Mittel eines Verlages.

Letztendlich kann nur jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht. Ohne Lektorat, mit Lektorat, mit Hilfe einer Autorengemeinschaft, mit Testlesern oder mit völlig neuen, eigenen Ideen. Man muss sich nur immer der Tatsache bewusst sein, dass Leser mangelhafte Qualität erkennen. Leser sind professionelle Bücher von Verlagen gewohnt und erwarten oftmals für weniger Geld professionelle Werke von Selfpublishern.

Das Korrektorat

Bei einem Korrektorat wird der Text in der Regel nur auf orthografische, grammatikalische und typografische Fehler überprüft. Ein Korrektorat erfolgt meist kurz vor dem Druck eines Werkes. Es wird auch empfohlen, hier das 4 Augenprinzip anzuwenden. Zwei Personen sollten es nacheinander durchführen.

Beim Korrektorat wird folgendes überprüft und korrigiert:

  • Rechtschreibung
  • Grammatik
  • Interpunktion (Zeichensetzung)
  • Einheitliche Schreibweise
  • Regelkonforme Silbentrennung
  • Typographie (Anführungszeichen, Apostrophe, Gedanken-/Bindestriche, Einzüge usw.

Viele verwechseln Korrektorat mit Lektorat. Hier sieht man die Unterschiede.

Das Cover

Ein gutes Bild sagt mehr als 1000 Worte. Dieser Ausspruch sagt eigentlich alles in Bezug auf ein Buchcover. Man muss sich vor der Gestaltung eines Covers damit auseinandersetzen, wie es aussehen soll und wie es womöglich auf den Leser wirkt.

Oft ist das Buchcover schon für die Kaufentscheidung eines Lesers ausschlaggebend. Viele betrachten in der Buchhandlung erst das Cover, bevor sie Titel oder Klappentext lesen, bzw. das Buch sogar aufschlagen und einige Absätze lesen.

Wie stellt man es an, dass ein Cover die Seele eines Buches einfängt und den passenden Leser neugierig genug macht, damit er sich das Buch überhaupt anschaut?

Die Meinungen gehen wie in jedem künstlerischen Bereich weit auseinander. Die einen sagen, das Cover sollte sich auf den Inhalt des Buches beziehen, andere bevorzugen schreiende, blutrünstige Bilder. Wieder andere bevorzugen ähnliche Cover wie die von bekannten Autoren, wie z.B. Dan Brown, um dem Leser zu signalisieren, hier geht es um ein ähnliches Thema.

Alles Ansichts- und Geschmackssache des Lesers, ob ihn das Cover anzieht oder abstößt. Nicht anders als bei Ölgemälden also. Es gibt aber Seiten mit guten Tipps im Netz.

Natürlich gibt es auch Dienstleister für Coverdesign im Internet. Die Palette reicht von übertrieben teuer bis sehr preisgünstig. Es gibt auch sogenannte Premade Cover, also fertige Cover zu kaufen, bei denen nur noch Titel, Autorenname, eventuelles Logo und der Klappentext vom Designer eingesetzt werden.

Der Buchsatz

Bevor man sein fertiges Buch auf die Plattform, bei der man veröffentlichen möchte, hochlädt, gilt es verschiedene Faktoren zu überdenken.

Welches Format, welche Größe soll mein Taschenbuch haben? Welche Schriftart wähle ich für mein Buch? Welche Schriftart empfindet der Leser als angenehm? Wie bekomme ich ein Inhaltsverzeichnis in mein Ebook? Was ist Epub oder Emobi? Lade ich mein Buch als Word.doc, als pdf oder als Epub bei der Plattform hoch? Fragen über Fragen also.

Die Satzfertigstellung erstreckt sich auf vier Bereiche:

  1. Korrektorat von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung
  2. orthotypografische Korrektur
  3. Prüfung von Absätzen und Abschnitten
  4. Beseitigung von unnötigen Elementen wie Links, Verweisen, manuellen Umbrüchen und Worttrennungen, unnötigen Leerzeilen, Tabulatoren, manuellen Formatierungen, Fuß- und Kopfzeilen aus dem Text

Das Impressum

Ein wichtiger Punkt, denn jedes Verlagsbuch benötigt ein Impressum.

Da wir in unserem Beispiel als Selfpublisher unser eigener Verlag sind, unterstehen wir der Impressumspflicht.

Diese ist geregelt im Telemediengesetz § 5 Allgemeine Informationspflichten. Da die einzutragenden Informationen für jeden unterschiedlich sein können, hier nur der Link dazu –

Telemediengesetz § 5 Allgemeine Informationspflichten

Marketing online

Was nützt einem ein Buch, wenn es nicht vermarktet wird?

Facebook und andere soziale Netzwerke werden immer noch mit Verkaufslinks zum Buch überschwemmt. Bei Facebook gibt es sogenannte Werbegruppen, in denen viele Autoren täglich ihre Bücher anpreisen. Aber bringt das etwas? Liest jemand diese Flut von Werbeposts?

Viele Autoren gehen dazu über, sich Autorenseiten bei Facebook und Websites zuzulegen. Hier berichten sie über ihr Leben, über ihr Schaffen und neuerdings gehen viele dazu über, die Protagonisten zu Wort kommen zu lassen. Oder die Autoren veranstalten online Leserunden oder Gewinnspiele. Manche schwören darauf, bezahlte Werbung über Facebook kaufen.

Wie bei allem, was das Schreiben betrifft, muss hier jeder seinen eigenen, den für ihn richtigen Weg finden.

Marketing offline

Flyer drucken lassen – Achtung, auch Flyer brauchen ein Impressum

Zeitungen kontaktieren, online wie offline

Lesungen veranstalten

Soweit die Aufgaben, die auf einen zukommen, wenn man sein Werk als Selfpublisher veröffentlichen will.

Veröffentlichung als Selfpublisher

Wir haben jetzt alle vorher beschriebenen Schritte genau befolgt. Nun haben wir ein fertiges Bucht, dass wir als Selfpublisher selbst herausgeben wollen. Aber wohin jetzt mit dem Buch?

Einen guten Überblick über die einzelnen Plattformen und die Möglichkeiten dort bietet der Artikel von Matthias Matting in der Selfpublisher Bibel.

Betrachten wir nun einmal, was es für Verlage gibt. Keiner kann euch im Voraus sagen, welches der richtige Verlag für euch ist. Das könnt nur ihr selbst herausfinden.

Die Verlage

Zuerst einmal sind da die klassischen, großen Verlage wie Bastei, Ullstein, Piper u. s. w. Die seriösen Verlage verlangen kein Geld vom Autor für die normalen Dienstleistungen, die wir vorab besprochen haben. Der Verlag übernimmt alle Kosten, kümmert sich zudem ums Marketing. Wer bei einem dieser großen Verlage unterkommt, ist erst mal auf Nummer sicher. Aber stimmt diese Aussage auch heute noch so?

Neugegründete Kleinverlage schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie sind motiviert und bestrebt, etwas Neues zu machen, etwas Besseres als die Großen, etwas Besonderes, das sie von den anderen abhebt. Sie bieten all das, was die Großen auch anbieten. Aber wie lange halten sie durch am Markt?

Eine Frage, die natürlich mit der Existenz von Autoren, die vom Schreiben leben wollen, ursächlich zusammenhängt. Und können die Verlage ihr Versprechen, alles was die Großen bieten, ebenfalls anzubieten, auch halten?

Das ist unterschiedlich von Verlag zu Verlag. Wie überall im Leben – Verleger sind Menschen und Menschen sind verschieden. Der eine reißt sich ein Bein aus, um alle Versprechen zu halten. Der andere arbeitet larifari – nach dem Motto, komm ich heut nicht, komm ich morgen und verspielt so sein Betriebskapital.

Dann gibt es Klein- und Großverlage, die verschiedene Tätigkeiten als Dienstleistungen ausgegliedert haben. Zum Beispiel Covererstellung, Lektorat, alles dazu buchbar gegen Bargeld. Dienstleistungen, die bei alteingesessenen Verlagen immer zum kostenlosen Standardumfang gehörten. Ob ein Autor zahlen will für eine Dienstleistung oder nicht, muss er letztendlich selbst entscheiden.

Und dann gibt es noch die sogenannten „unseriösen“ Verlage. Die DKZV oder Druckkostenzuschussverlage. Diese bieten an, das Buch zu verlegen, wenn der Autor sich mit 6000, 7000, 8000 Euro oder mehr an den Druckkosten beteilig. Das sind natürlich Bauernfänger Methoden und so mancher Autor, der ein solches Angebot annahm, hat sich hoch verschuldet. Leider gibt es Autoren, die auf solche Angebote eingehen, die das Geld haben und investieren, um sagen zu können, »He, seht her mein Buch wurde von einem Verlag gedruckt«. Ohne diese Bereitschaft dieser Autoren wäre DKZV wohl schon weg vom Markt.

Es gibt auch noch eine Sonderform von DKZV. Hier werden keine Druckkosten verlangt, sondern der Autor wird verpflichtet, eine bestimmte hohe Anzahl von Buchexemplaren abzunehmen. Was dann natürlich ebenfalls zu einer hohen, finanziellen Belastung des Autors führt.

Eines bleibt zu allen Arten von Verlagen anzumerken.

Die Zeiten, in denen Großverlage Auflagen von 30000 oder 50000 Büchern gedruckt haben, sind definitiv vorbei, das läuft heute nur noch, wenn überhaupt, für Bestsellerautoren. Auch den netten Scheck als Vorschuss für die komplette Erstauflage wird es kaum mehr geben.

Jeder Autor, der sich zurücklehnt, weil er jetzt bei einem Verlag untergekommen ist, macht einen schweren Fehler, wenn er davon ausgeht, der Verlag kümmere sich um alles. Viele Beispiele zeigen, gerade bei Neuautoren, dass die Verlage nur einen Minibetrag in Marketing investieren, egal zu welcher Art von Verlag sie gehören. Das Geld wird in die Bestsellerautoren gepumpt, bei denen sicher ist, das neue Buch verkauft sich gut. Ein neuer Autor muss sich generell selbst kümmern. Um Marketing, um Lesungen, um Blogger, die über sein Buch berichten, um Pressemeldungen. Er muss seinen Namen ins Gespräch bringen, permanent an die Öffentlichkeit gehen.  Soviel haben Verlagsautoren und Selfpublisher gemein.

Thema Tantiemen vom Verlag

Autorentantiemen von Verlagen liegen ca. zwischen 20 – 40 % bei Ebooks, zwischen 5 – 15 % bei Print

Tantiemen sind auch abhängig von der Bekanntheit des Autors.

Tantiemen werden immer vom Nettoverkaufspreis gerechnet.

Tantiemen sind unterschiedlich hoch von Verlag zu Verlag.

Es gibt Verlage, die Staffelungen bei Tantiemen in den Vertrag schreiben. Z. B. von 2000 bis 4000 verkaufte Exemplare 5 %, 4000 – 6000 Exemplare 7 % u. s. w.

Nebenrechte gehören dem Autor. Viele Verlage fordern in ihren Verträgen eine Beteiligung an den Nebenrechten. Letztendlich muss das jeder Autor für sich entscheiden, aber warum sollte ein Autor diese Rechte mit dem Verlag teilen. Der Autor schreibt das Buch, der Verlag kümmert sich um Layout, Vertrieb und Druck und kassiert dafür Geld, wie der Autor seine Tantiemen.

Generell gehen den Verlag Filmrechte, Theaterrechte oder ähnliches nichts an. Am Beispiel Harry Potter kann man am Besten sehen, was ein Autor ohne Vergabe der Nebenrechte verdienen kann. Aber jeder Autor sollte sich überlegen bzw. darüber im Klaren sein, das gerade alteingesessene Verlage wahrscheinlich mehr Verhandlungsgeschick als Autoren in diesen Punkten haben.

In jedem Fall, bevor man einen Verlagsvertrag unterschreibt, sollte man diesen sehr genau lesen und ggfls. durch einen Juristen prüfen lassen.

Wie finde ich den richtigen Verlag?

Zuerst einmal gilt es Verlage zu finden, die überhaupt Bücher aus meinem Genre anbieten. Bevor man diese Verlage anschreibt, kann man (natürlich muss man nicht) telefonisch abklären, ob diese Verlage überhaupt an Manuskripten interessiert sind. So hat man dann auch gleich einen Ansprechpartner, an den man sein Schreiben richten kann.

Was die Verlage bei Einreichung eines Manuskriptes vom Autor anfordern, ist unterschiedlich. Man findet diese Anforderungen meistens auf der Verlagshomepage. Zum Beispiel Expose, ob Normseiten verlangt werden oder A4 Seiten, ob und wie groß eine Leseprobe gewünscht wird.

Hierzu empfehle ich euch die Tipps von Michael Kracht zum Thema – Wie sag ich’s meinem Verleger …

Auf keinen Fall sollte man Verlage anschreiben, ohne sich zu informieren oder weil einem der Name gefällt.

Literaturagenten

Ein Literaturagent kümmert sich darum, ein Manuskript bei einem Verlag unterzubringen. Ein seriöser Literaturagent verlangt kein Geld vom Autor, bis das Buch bei einem Verlag untergebracht ist und in den Verkauf geht. Erst dann kassiert ein Agent von jedem Exemplar das verkauft wird vom Nettoverkaufspreis als Beispiel 15 % von den Tantiemen des Autors je verkauftes Exemplar.

Eine seriöse Literaturagentur bietet AutorInnen an, sie an einen Verlag zu vermitteln. Alteingesessene Literaturagenten kennen in der Regel Lektoren bei unzähligen Verlagen persönlich. Dies kann ein Vorteil für Autoren sein, die einen Verlag suchen.

Im Normalfall zahlt der Autor erst einmal nichts. Die Agentur schließt einen Vertrag mit dem Autor über die Vermittlung und spätere Bezahlung. Dann sucht der Literaturagent den Autoren einen Verlag. Findet er einen, der Interesse hat, so stellt er die Verbindung zwischen Autor und Verlag her. Der Autor entscheidet, ob er mit diesem Verlag einen Vertrag schließen möchte. Entscheidet er sich dafür, zahlt er immer noch nichts an den Agenten. Nachdem alle klassischen Arbeiten zwischen Autor und Verlag, Lektorat usw., abgeschlossen sind und das Buch veröffentlicht wurde, ist immer noch kein Zahltag für die Literaturagentur.

Erst wenn der Verlag mit dem Autor abrechnet – Quartalsabrechnung, halbjährliche Abrechnung, jährliche Abrechnung oder Abrechnung bei Erreichen einer bestimmten Summe – wird die Agentur nach vertraglicher Vereinbarung vom Autor bezahlt. Meist bekommt eine Literaturagentur 10 – 15 % von dem, was der Autor als Tantieme pro verkauftes Exemplar erhält.

Vereinbart ein Autor mit einer Literaturagentur etwas anderes als vorgehend beschrieben, etwa eine Pauschale für das Finden eines Verlages, so ist dies eine von der Norm abweichende Zahlung, die natürlich jeder Autor selbst entscheiden muss. Solche Sondervereinbarungen in Verträgen mit Literaturagenturen haben für mich persönlich einen unseriösen Hauch. Denn mit solchen Abweichungen von der Norm drängt ein Literaturagent einen Autor schon wieder in eine Richtung, die für mich nur eins bedeutet – es ist ein Versuch wie beim DKZV Verlag, mehr Geld aus den Autoren herauszupressen.

Ein Literaturagent kann hilfreich für einen Autor sein, weil er viele Verlage kennt. Auf der anderen Seite muss man sich nichts vormachen – ein Literaturagent kostet Geld.

Wie man sieht, gibt es zwar so etwas wie Regelungen, was die Veröffentlichung von Büchern angeht, ob als Selfpublisher, über einen Literaturagenten oder direkt über einen Verlag.

Aber, und das kann man nicht oft genug erwähnen – es gibt keinen pauschalen, für jeden Autor gleichen Weg zur Veröffentlichung. Wir Autoren sind unterschiedlich wie alle Künstler, wir schreiben, denken und handeln unterschiedlich. Daher gibt es auch keinen einheitlichen Weg. Den muss jeder für sich selbst finden, muss für sich selbst entscheiden – dieser Weg, den ich gehe, ist für mich der einzig Richtige. Egal was andere sagen oder denken. Genau, wie jeder Autor seine Geschichte schreibt und für sich entscheidet, jetzt ist sie fertig, jetzt will ich sie veröffentlichen. Denn auch diese Entscheidung nimmt einem keiner ab. Davon einmal abgesehen, zwingt einen ja auch niemand, nur einen Weg einzuschlagen. Ich kann auch alle beschreiten, wenn ich das denn möchte. Selfpublishing, mit Agentur oder mit Verlag. Niemand ist festgeschrieben auf nur einen Weg.

Ein guter Rat zum Schluss für alle, gerade für Autoren, die noch ganz am Anfang stehen. Sucht euch ein Autorenforum, in dem ihr euch wohlfühlt. Informiert euch und stellt Fragen. Ihr werdet feststellen, dass sich aus den Antworten auf diese Fragen neue Fragen ergeben. Das Wissen, das ihr in einem solchen Autorenforum vermittelt bekommt, ist mit Geld nicht zu bezahlen. Es wird euch mit ziemlicher Sicherheit bei einer Entscheidung helfen.

Foto: pixabay.com