Gedicht des Tages von Gedichte “so sind wir halt“/ “feelings“

Gedicht des Tages von Gedichte “so sind wir halt“/ “feelings“

03.11.2019

Als ich heute Morgen aufwachte, nicht etwa sanft und zärtlich wach geküsst, sondern durch die heulende Sirene eines vorbeifahrenden Krankenwagens, fiel mir spontan dieser doch so beliebte Spruch ein: „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“. Ja, ich war mir mal wieder nicht schlüssig, sollte ich aufstehen und meinen Pflichten nachgehen, all die unerledigten Sachen nacheinander abarbeiten? Bei dieser Vorstellung zog ich mir unbewusst die Decke über den Kopf. Ich könnte doch einfach liegen bleiben und mir später einen schönen Tag machen, redete ich mir ein. Der Krankenwagen hatte mich doch soeben an die Tatsache erinnert, dass mein Leben schon morgen vorbei sein könnte. Diese Überlegungen ließen mir jetzt keine Ruhe und an Schlafen war nicht mehr zu denken. Ich sprang aus dem Bett, machte mir eine Tasse Kaffee, holte Stift und Block, krabbelte damit wieder in mein Bett und fing an zu schreiben:

Lebe jeden Tag

Lebe jeden Tag als wenn‘s dein letzter wär

das ist leicht zwar gesagt, doch getan recht schwer

Wer würd denn am letzten Tag arbeiten geh‘n

würd jeder doch lieber das Meer nochmal seh‘n

Wer würd um den nächsten Tag sich noch sorgen

wenn heut er doch denkt, es gibt gar kein morgen

Ja würd man nicht feiern noch die ganze Nacht

wenn heut man nicht glaubt, dass man morgen erwacht?

Ich stell mir grad vor, wie dann aussäh die Welt

wenn jeder jetzt das tät, was grad ihm gefällt

Der Bäcker, der backt jetzt auf einmal kein Brot

weil doch er nicht weiß, ist er morgen schon tot

Und grad so machen‘s der Metzger, der Bauer

weil auch sie denken, vielleicht ist es schlauer

Sie legen die Arbeit jetzt lieber nieder

man kann ja nie wissen, erwacht man wieder

Nun alle wollen ganz schnell was erleben

es könnt ja vielleicht kein morgen mehr geben

Jetzt läuft aus dem Ruder auf einmal die Welt

wie lässt sich‘s bloß leben so ganz ohne Geld?

Und hat man statt Freude jetzt nur noch Sorgen

da wünscht man vielleicht, es gäb gar kein morgen

Ja lässt sich nicht auch ein Mittelweg finden?

die tägliche Pflicht auch mit Schönem verbinden?

Ach lasst uns doch lieber alle so leben

als würde es Tage ganz viele noch geben

Ja lasst uns Pläne ganz viele doch schmieden

uns freu‘n auf die Zukunft froh und zufrieden

Als ich mit meinem Gedicht fertig war, wusste ich, was ich zu tun hatte. Ich stand auf und nahm eine schnelle Dusche. Da mein Mann und mein Sohn heute eigene Verpflichtungen haben, rief ich meine beste Freundin Sabrina an. Nach einem schnellen Frühstück (Brunch??) kümmerte ich mich zügig um ein paar Dinge, die ganz oben auf der Liste standen.

Zufrieden und gut gelaunt mache ich mich nun auf den Weg und freue mich auf einen ganz besonderen Abend mit meiner lieben Freundin …. 🙂

© 2019 Brigitte Held

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