Die Aufgabe für die AutorInnen war es, eine  Geschichte mit einer Länge von einer Normseite zu schreiben, in der folgende 5 Wörter enthalten sein mussten – Achterbahn, Rechtsanwalt, Nagelschere, Nebelschwaden, Polterabend

AutorIn der Woche KW 33: Sam Winters

„Sagtest du nicht, ich würde deine Familie kennen lernen?“ Verwirrt schaute sich Jazz um. „Seit zwei Jahren drückst du dich nun schon davor!“
„Du wirst sie heute kennenlernen.“ Nathair konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Auf der Achterbahn?“ Langsam wurde Jazz ungeduldig.
„Vertrau mir.“ Nathair nahm ihre Hand und sie stiegen in einen der Wagen, woraufhin sich dieser in Bewegung setzte.
Als die Fahrt ihren Höhepunkt erreichte, schloss Jazz ihre Augen. Plötzlich wurde sie von einem Licht geblendet und alles war vorbei. Erfasst von einem unguten Gefühl öffnete sie ihre Augen. „Nathair wo sind wir? Was ist passiert?“ Ängstlich klammerte sie sich an seinem Arm.
„Du musst keine Angst haben. Ich verspreche es dir und egal was du gleich siehst, denk immer daran, ICH LIEBE DICH!“ Zärtlich gab er ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Wenn du mir nicht sofort sagst, wo wir sind, dann…“ Irritiert schaute Jazz sich um. Durch die Nebelschwaden waren Stimmen, Musik und Gelächter zu hören. „Willst du mich verarschen?“ Wütend schaute sie Nathair in die Augen.
Oh Gott, sie leuchten. Tief durchatmen.
„Ich verspreche dir, du lernst meine Familie kennen. Mein Bruder heiratet morgen und heute ist der Polterabend. Ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit.“ Nervös blickte er zu Boden.
„Was bist du?“ Ganz langsam entfernte sich Jazz von ihm.
„Glaubst du an Dämonen? Ich bin ein Atharrach. Ein Schlagendämon, ich tue dir nichts.“ Behutsam ging er auf sie zu und küsste sie. „Willst du sie immer noch kennen lernen? Ich werde nicht von deiner Seite weichen.“
„Ich denke schon, aber wehe du lässt mich allein.“ Es waren nur ein paar Meter und Jazz fand sich in einem Alptraum wieder. „Ist, ist das ein Vampir? Heilige Sch… und das ein Werwolf? Nathair, was ist das hier?“
Er spürte, wie sich ihre Nägel in seine Hand bohrten.
„Hey Alter, was hast du denn da Leckeres mitgebracht?“
„Verschwinde Ty, sie steht nicht auf deinem Speiseplan!“
Nath zwinkerte Jazz zu. „Wollte der Vampir mich wirklich beißen?“
„Nein, er steht eher auf Männer. Da sind meine Eltern.“
„Ah Nathair, ist Sie das?“ Plötzlich wurde Jazz von seiner Mutter in eine herzliche Umarmung gezogen. „Dein Bruder muss gleich Certa befreien. Hoffentlich ist er schnell genug.“
Fragend sah Jazz ihren Freund an. „Es ist Tradition, die Braut aus einem giftigen Spinnennetz zu befreien. Dazu hat er nur eine Nagelschere und wenn er nicht schnell genug ist, sieht sie morgen wie ein Streuselkuchen aus.“
Schockiert hielt sich Jazz die Hand vor dem Mund, was Nathair nur noch mehr zum Lachen brachte. „Was ist daran so lustig? Ich würde mir einen Rechtsanwalt nehmen und meinen zukünftigen Mann verklagen!“
„Gut zu wissen!“
© Sam Winters

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